Gesundheitspolitik | Beiträge ab Seite 108
BPI: Zynismus in der Orphan Drug Debatte
Die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) in der Süddeutschen Zeitung angestoßene Debatte zu Arzneimitteln für seltene Erkrankungen basiert auf falschen Aussagen. Behauptungen, dass Unternehmen unter den seit 2011 geltenden Regelungen für neue Arzneimittel für Orphan Drugs einen extrem hohen Preis festsetzen könnten und diesen auch bekämen, sind schlichtweg falsch. „Orphan Drugs gehen in die gleichen Preisverhandlungen mit dem Spitzenverband Bund der Gesetzlichen Krankenversicherung wie jedes andere innovative Arzneimittel auch. Der einzige Unterschied ist, dass Orphan Drugs ihren Zusatznutzen schon vor der Zulassung bei der EU-Kommission nachweisen müssen, um überhaupt den Status als Arzneimittel für seltene Erkrankung zu erhalten und dieser Zusatznutzen dann auch im Frühbewertungsverfahren beim G-BA gilt“, erklärte Henning Fahrenkamp, Hauptgeschäftsführer des BPI.
BPI zu Lieferengpässen: „Herr Lauterbach - Nur Sachlichkeit hilft“
Zu den Forderungen des SPD-Politikers Karl Lauterbach erklärt der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie: In Zusammenhang mit den derzeit diskutierten Lieferengpässen wird der Eindruck erzeugt, es handele sich um durch die Industrie absichtlich herbeigeführte Probleme.
Aktuelles e-Journal von JOURNAL HÄMATOLOGIE
Ernährungsmediziner: „Mit Armut etabliert sich versteckter Hunger in Deutschland“
Der Schattenbericht der Nationalen Armutskonferenz offenbart: Auch in Deutschland entwickelt sich wieder Armut. Oft unbemerkt, doch eng damit verbunden etabliert sich damit auch ein versteckter Hunger in Form von Fehl- und Mangelernährung, warnt der Ernährungsmediziner Prof. Dr. Hans Konrad Biesalski von der Universität Hohenheim. "Der Tagessatz von Hartz IV für Ernährung reicht nicht aus, um ein Kind gut zu ernähren. Die Folgen tragen Menschen und Gesellschaft ein Leben lang. Der Wissenschaftler fordert deshalb unentgeltliches, hochwertiges Essen in Kindertagesstätten und Schulen.
Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung
Zur Diagnostik und Therapie komplexer, schwer therapierbarer Krankheiten, die eine spezielle Qualifikation, interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie besondere Ausstattungen erfordern, wurde der neue Paragraph 116b SGB V im Rahmen des GKV-Versorgungsstrukturgesetzes eingeführt. Er soll ein reibungsloseres Ineinandergreifen von stationärer und ambulanter Versorgung gewährleisten und schrittweise diese Sektoren verbinden. Auch wenn die Politik Druck macht, lassen sich die Detailfragen nicht in dem vorgegebenen Zeitfenster klären.
Elektronische Zigarette auf dem Prüfstand
Sind E-Zigaretten schädlich für den Konsumenten? Dies ist bislang nicht geklärt. Noch schwerer einzuschätzen ist die Gefahr für Umstehende. Welche und wie viele Inhaltsstoffe atmen die Elektroraucher aus? Eine neue Studie bringt Licht ins Dunkel.
Aktuelle Informationen aus der Hämatologie
Patientenrisiko Chefarzt-Boni - Unnötige OPs in der Kritik
Kann man Ärzten trauen, wenn sie zur Operation raten? Reihenweise sollen Menschen unters Messer kommen, damit Ärzte und Kliniken Einnahmen machen. Hinter den Kulissen tobt ein Kampf darüber.
Prozess um schädliche Brustimplantate wird noch lange dauern
Im Prozess um gesundheitsschädliche Brustimplantate verkündete das Landgericht Karlsruhe am Freitag nur eine Zwischenentscheidung - juristisch ist die Lage vertrackt. Doch die Klägerin hat schon einen Grund, sich zu freuen.
Brüssel hat offiziell neuen Gesundheitskommissar
Brüssel hat einen neuen EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz. Der Malteser Tonio Borg wurde am Mittwoch offiziell ernannt.
SOEP-Studie: Das Vermögen der Eltern spielt eine wichtige Rolle für den Erfolg der Kinder
Ob junge Menschen den sozialen Aufstieg – gemessen an Beruf und Einkommen – schaffen oder nicht, hängt in Deutschland, Schweden und den USA zu einem beträchtlichen Teil vom Vermögen der Eltern ab. Das ist das Ergebnis einer vergleichenden Langzeit-Studie, die jetzt als 500. SOEPpaper veröffentlicht wurde.
Was Arbeitnehmer bei einer Krankmeldung beachten müssen
Jeder Arbeitnehmer kann mal krankwerden. Aber er muss dem Arbeitgeber dann Bescheid sagen. Und zwar möglichst schnell. Falls der darauf besteht, kann er schon am ersten Tag einen „gelben Schein“ vom Arzt verlangen. Wer sich nicht an die Regeln hält, bekommt leicht Ärger.
„Lasst es bleiben!“ - Erster Prozess nach Skandal um Brustimplantate
„Die halten ein Leben lang“, hatte der Arzt versprochen. Doch in den Brustimplantaten, die er Iris Herold einsetzte, war mangelhaftes Billig-Silikon. Nun wird über die erste Schadensersatzklage in Deutschland nach dem Silikonskandal verhandelt.
Prepaid statt Stromsperre - unsoziale Sperrpraxis abschaffen
Prepaid(strom)zähler können zur sozial verträglichen Gestaltung der Energiewende beitragen. Ihre Installation verhindert, dass der Strom abgeklemmt wird. Davon betroffen sind derzeit rund 800.000 Haushalte. Jetzt, in der kalten Jahreszeit, ist das besonders hart, weil ohne Strom beispielsweise auch die Etagenheizung nicht mehr läuft.
Marburger Bund: MB erzielt Einigung für SMD-Ärzte der Knappschaft
Nach schwierigen und zähen Tarifverhandlungen haben sich die Verhandlungskommissionen der DRV Knappschaft-Bahn-See (KBS) und des Marburger Bundes am 22. Oktober 2012 in Bochum auf einen Kompromiss geeinigt. Die Gehälter der Ärztinnen und Ärzte im Sozialmedizinischen Dienst der KBS werden im Volumen um durchschnittlich 3,5% erhöht.
Krankenkassen künftig unter Kontrolle von Wettbewerbshütern
Zusatzbeiträge, Extraleistungen: Die Krankenkassen stehen seit Jahren im Wettbewerb. Jetzt ist es beschlossen: Auch sie unterstehen künftig dem Kartellrecht. Mehr Handlungsspielraum gibt es bei Pressefusionen.
Organspende ja oder nein - Entscheidungen nach dem großen Skandal
Vom 1. November an werden Krankenkassen Info-Briefe über Organspende verschicken - weil es viel zu wenige Spender gibt. Das platzt mitten in die Ermittlungen zum größten Organspende-Skandal in Deutschland. Was fühlen Ärzte und Patienten dabei? Eine Reise durch Berlin.
Landarzt im Münsterland: Volles Wartezimmer und doch in den Miesen
Am Donnerstag verhandeln Ärzte und Krankenkassen wieder über die Honorare. Im Gegensatz zu den Spezialisten in den Städten beklagen Hausärzte in der Fläche unzumutbare Zustände. Peter Wacker im Münsterland macht in manchen Monaten sogar Verlust.
Mindestens 21 europäische Sprachen vom digitalen Aussterben bedroht
Die meisten europäischen Sprachen werden in der digitalen Welt unter Umständen nicht überleben, warnt eine Studie der führenden europäischen Sprachtechnologie-Experten. In der Studie „Europe’s Languages in the Digital Age“ haben Wissenschaftler den Stand der Sprachtechnologie für 30 der ca. 80 europäischen Sprachen bewertet. Sie kommen zu dem Schluss, dass bei 21 der 30 untersuchten Sprachen ein digitaler Rückhalt nicht existiert oder bestenfalls schwach ist. Durchgeführt wurde die Studie von META-NET, einem europäischen Exzellenz-Netzwerk, in dem 60 Spitzenforschungszentren in 34 Ländern an den technologischen Grundlagen für ein multilinguales Europa arbeiten.
Fixierung im Heim: Richterliche Genehmigung ist keine Anordnung
Pflegebedürftige Senioren werden im Heim manchmal mit Bettgittern oder Gurten fixiert. Das soll etwa Stürzen vorbeugen. Genehmigt werden müssen diese Maßnahmen vom Betreuungsrichter, den Antrag stellen in der Regel Angehörige oder Vorsorgebevollmächtigte.
Fixierung im Pflegeheim lässt sich oft vermeiden
Ein Tisch am Rollstuhl oder ein Bettgitter sollen Senioren im Pflegeheim vor Stürzen schützen. Wirkungsvoll sind sie aber oft nicht. Angehörige sollten die Heimleitung deshalb auf Alternativen ansprechen.
Krankenkassen: Ärztepreise zu hoch – Vergütung deutlich senken
Die gesetzlichen Krankenkassen haben das Kriegsbeil ausgegraben: Sie wollen die Preise der 130.000 niedergelassenen Ärzten drücken – und zwar deutlich. Die Kassenärzte haben dagegen Nachholbedarf angemeldet und warnen vor der Schließung von Landarzt-Praxen.