Journal Onkologie
Gesundheitspolitik

Reform soll gesetzliche Krankenversicherung entlasten

Die Praxisgebühr habe schon einmal nicht funktioniert, sagte Blatt. „Es muss eine bessere Möglichkeit der Steuerung von Patient:innen geben, als ihnen wieder in den Geldbeutel zu greifen“, sagte er. „Die Menschen sind ohnehin schon unzufrieden über lange Wartezeiten bei Fachärzt:innen, da kann man ihnen nicht auch noch Eintrittsgeld für den Arztbesuch abverlangen.“

Die Bundesregierung will in diesem Jahr eine große Reform der gesetzlichen Krankenversicherung angehen. Sie soll den starken Ausgabenanstieg für die Versorgung begrenzen und weitere Beitragsanhebungen vermeiden. Die Expertenkommission soll bis März Vorschläge zur Stabilisierung ab dem Jahr 2027 vorlegen. Bis Ende 2026 sollen weitergehende Reformvorschläge folgen.

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Blatt sagte zu den Problemen der gesetzlichen Krankenversicherungen: „Wir geben im Jahr 370 Milliarden Euro aus.“ Das müsste laut Blatt genug sein, um eine gute Versorgung zu gewährleisten. „Aber die Schere von Ausgaben und Einnahmen öffnet sich. Wir erwarten in diesem Jahr eine Ausgabensteigerung von 6,5% und eine Einnahmesteigerung von vier Prozent im Jahr.“

Forderung nach Senkung der Mehrwertsteuer bei Arzneimitteln

Es gebe kein Einnahmenproblem, sondern ein Ausgabenproblem. So erklärte Blatt: „Tatsache ist, dass wir bei den Arzneimitteln eine Verdoppelung der Ausgaben in zwölf Jahren hatten.“ Seit langem forderten die Kassen etwa eine Senkung der Mehrwertsteuer bei Arzneimitteln von 19 auf 7 Prozent. „Das wären immerhin sechs Milliarden Euro pro Jahr weniger Kosten.“

Quelle:

dpa