Journal Onkologie
Gesundheitspolitik

Bestellungen viele Monate vorher fällig

Die Praxen müssten, auch wegen langfristigerer Produktion, ihren Bedarf an Impfstoffen bereits ein Dreivierteljahr vorher bestellen. So weit vorab sei jedoch nicht absehbar, wie viel Bedarf es gebe. Bestelle man als Praxis zu viel Impfstoff, der dann nicht benötigt werde, laufe man Gefahr, von den Krankenkassen finanziell sanktioniert zu werden. Dies wird als Regressrisiko bezeichnet.

In dieser Saison sei unter anderem wegen einer frühen Grippewelle die Nachfrage vergleichsweise hoch gewesen, heißt es vom Hausärzteverband. Ärzt:innen aus verschiedenen Regionen Deutschlands berichteten demnach, dass bereits Mitte Dezember Grippeimpfstoffe fehlten. Viele Praxen organisierten Netzwerke, um Restbeständen zu finden. Auch aktuell bestünden die Probleme weiterhin, sagte eine Sprecherin des Verbandes der Deutschen Presse-Agentur. Auch wenn die klassische Impfzeit vorbei sei, könne es vorkommen, dass Patient:innen vertröstet werden müssten.

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„Ein Damoklesschwert über der Impfkampagne“

Die Verbandsvorsitzenden kritisieren, die Regelungen hingen seit Jahren „wie ein Damoklesschwert über der Impfkampagne. Das muss sich dringend ändern“.

Vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hieß es Mitte Dezember, es gebe beim Grippe-Impfstoff bundesweit betrachtet keine Mangelsituation. Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät unter anderem Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranken, Schwangeren, Bewohner:innen von Alten- und Pflegeheimen sowie medizinischem Personal zur Impfung gegen Grippe.

Quelle:

dpa