Journal Onkologie

Hämatologie | Beiträge ab Seite 75

Überblick

Hämatologie: Komplexes Fachgebiet der Inneren Medizin

Die Hämatologie (von altgriech. haima = Blut und logos = Lehre) ist das medizinische Fachgebiet, welches sich mit Erkrankungen des Blutes sowie der blutbildenden und lymphatischen Organe befasst. Als Teilgebiet der Inneren Medizin ist sie eng mit anderen Disziplinen wie der Onkologie, Immunologie, Transfusionsmedizin und Infektiologie vernetzt. Das Spektrum hämatologischer Erkrankungen reicht von häufigen benignen Störungen – etwa Eisenmangelanämie, Thalassämien oder Gerinnungsstörungen wie der von-Willebrand-Erkrankung – bis hin zu malignen Neoplasien wie akuten und chronischen Leukämien, malignen Lymphomen oder dem Multiplen Myelom. Während unkomplizierte Formen gutartiger Bluterkrankungen oft hausärztlich behandelt werden können, erfordern komplexe oder bösartige hämatologische Erkrankungen die Expertise spezialisierter Fachärzt:innen für Hämatologie und Onkologie [1].
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Hämatologie

ITP: Hohe Patientenzufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten

Der Thrombopoetinrezeptor-Agonist (TPO-RA) Eltrombopag (Revolade®*) wird eingesetzt für die Behandlung von Patienten im Alter von einem Jahr und älter mit primärer Immunthrombozytopenie (ITP), wenn diese 6 Monate oder länger nach Diagnosestellung andauert und die Patienten gegenüber anderen Therapien refraktär sind (z.B. Kortikosteroide, Immunglobuline) (1). Aktuellen Leitlinien zufolge sollten TPO-RAs wie Eltrombopag in der Zweitlinie eingesetzt werden, während der Erstlinieneinsatz von Steroiden im Gegensatz zu früheren Empfehlungen verkürzt werden sollte (2). Auf dem EHA-Kongress 2019 wurden Daten zur Patientenzufriedenheit bei der Behandlung der ITP mit TPO-RAs vorgestellt.
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Hämatologie

Daten zum Einsatz von Ruxolitinib bei Patienten mit Myelofibrose und Polycythaemia Vera

Langzeitsicherheitsdaten zum JAK-Inhibitor Ruxolitinib (Jakavi®*) bei Patienten mit Myelofibrose (MF) stellte Fiorenza Barraco, Pierre-Bénite, Frankreich, vor (1). Ziel der nicht-interventionellen post-authorization safety study (PASS) war es, Daten aus dem klinischen Alltag zur Langzeitsicherheit von Ruxolitinib bei 462 Patienten mit primärer oder sekundärer MF zu generieren. Zudem wurden interessante Daten der britischen Phase-II-Studie MAJIC PV bei Patienten mit Polycythaemia Vera (PV) präsentiert (2).
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Hämatologie

CML: Tiefere molekulare Remissionen durch Switch auf Zweitgenerations-TKI nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib

Für die Erstlinienbehandlung von Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) stehen neben dem Erstgenerations-Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) Imatinib auch Zweitgenerations-TKIs wie Nilotinib (Tasigna®*) zur Verfügung. Drei großen klinischen Studien zufolge sind Zweitgenerations-TKIs im Vergleich zu Imatinib besser wirksam und induzieren eine schnellere und tiefere molekulare Remission (1-3). Eine aktuelle russische Beobachtungsstudie konnte nun zeigen, dass auch Patienten, die unzureichend auf Imatinib angesprochen hatten, von einer Umstellung auf einen Zweitlinien-TKI wie Nilotinib hinsichtlich einer tieferen molekularen Remission profitieren.
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Hämatologie

PFS und Verträglichkeit unter Acalabrutinib-Monotherapie vs. IdR/BR bei r/r CLL verbessert

Der Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor Acalabrutinib konnte bei refraktärer/rezidivierter chronischer lymphatischer Leukämie (r/r CLL) als Monotherapie im Vergleich zu einer Kombinationstherapie nach Wahl des Behandlers (entweder Idelalisib + Rituximab (IdR) oder Bendamustin + Rituximab (BR)) das progressionsfreie Überleben (PFS) signifikant verlängern und erwies sich dabei als verträglicher, ergab eine Auswertung der Phase-III-Studie CL-309 (ASCEND).
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Hämatologie

CLL14-Studie: Zeitlich begrenzte, Chemotherapie-freie zielgerichtete Kombinationstherapie sicher und wirksam

Eine zeitlich begrenzte zielgerichtete Kombinationstherapie aus Venetoclax und Obinutuzumab kann bei älteren Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) und Komorbiditäten sicher angewendet werden und zeigte im Vergleich zu Chlorambucil + Obinutuzumab ein besseres Outcome hinsichtlich progressionsfreiem Überleben (PFS), Gesamtansprechrate (ORR), Rate an kompletten Remissionen (CR) und Rate an nicht nachweisbarer minimaler Rest-erkrankung (MRD-Negativität) – auch in allen relevanten Subgruppen wie z.B. IGHV-unmutiert oder TP53-mutiert (1).
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Medizin

Zentrale Aufgaben medizinischer Bildgebung bei der Therapie von Lymphdrüsenkrebs

Beurteilung, Therapieerfolg und Verlaufskontrolle – in der Behandlung eines malignen Lymphoms spielen bildgebende Verfahren der Radiologie und der Nuklearmedizin eine entscheidende Rolle. Lymphknoten sind Filter der Lymphe und damit wichtige Bausteine unseres Immunsystems. Anlässlich des Weltlymphomtags am 15. September informieren die renommierten Bildgebungsspezialisten der Radiologie München über die onkologische Erkrankung der Lymphknoten, von der in Deutschland jährlich etwa 11.000 neue Fälle verzeichnet werden, und darüber, welche Verfahren für eine qualitätsvolle und fundierte Diagnostik dabei zum Einsatz kommen. Denn auch wenn Lymphdrüsenkrebs mit einem Anteil von ca. 5% an allen Krebserkrankungen eher zu den selteneren Formen gehört, gibt es aufgrund seiner geringen Bekanntheit Aufklärungsbedarf – um Bewusstsein zu schaffen und dadurch die Chance auf eine Früherkennung und Heilung zu erhöhen.
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Hämatologie

Aggressive Lymphome: Neue Erkenntnisse zur Rekonstitution von Hämatopoese und Immunfunktion nach CAR-T-Zell-Therapie

Während akute Toxizitäten einer CAR-T-Zell-Therapie wie Zytokinsturm und Neurotoxizität gut beschrieben sind, gibt es nur wenige Erkenntnisse zu den Langzeittoxizitäten. Eine aktuelle Post-hoc-Analyse von Patienten mit rezidivierendem/refraktärem (r/r) diffus großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL), die im Rahmen der Studien ZUMA-1 und ZUMA-9 mit der CAR-T-Zell-Therapie Axicabtagen-Ciloleucel (axi-cel, Yescarta®) behandelt worden waren, brachte in dieser Hinsicht neue Erkenntnisse.
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Hämatologie

FL: Kombination Lenalidomid/Rituximab (R2) verlängert im Rezidiv Zeit bis zur nächsten Behandlung

Das follikuläre Lymphom (FL) ist das häufigste indolente Non-Hodgkin-Lymphom mit einer medianen Überlebenszeit von 18 Jahren. Während Rituximab-haltige Chemotherapieregime nach wie vor der Therapiestandard in der Erstlinie sind, gibt es neue Entwicklungen in der Rezidivsituation. Hier gewinnen chemotherapiefreie Kombinationen wie Lenalidomid + Rituximab (R2) immer mehr an Bedeutung
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Malignes Melanom

Resezierbares Stadium-III-Melanom: Hohe pCR-Rate durch neoadjuvante Therapie korreliert mit verbessertem RFS

Kürzlich haben Studien gezeigt, dass neoadjuvante Immuntherapie (IT)- und zielgerichtete Therapie (TT)-Regime hohe pathologische Komplettremissions (pCR)-Raten und ein beeindruckendes rezidivfreies Überleben (RFS) bei Melanom-Patienten im Stadium III erzielen können. Eine beim ASCO vorgestellte gepoolte Analyse von 6 klinischen Studien mit neoadjuvanten systemischen Therapien (Nivolumab, Nivolumab + Ipilimumab, Pembrolizumab, Dabrafenib + Trametinib) bestätigte den Zusammenhang zwischen pCR und RFS nun in einem größeren Datensatz von Melanom-Patienten.
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Malignes Melanom

Melanom: Langfristiger Überlebensvorteil durch Erstlinientherapie mit Dabrafenib und Trametinib

Patienten mit nicht resezierbarem oder metastasiertem Melanom (Stadium IIIc oder IV) mit BRAF-V600-Mutation profitieren sowohl hinsichtlich des Gesamtüberlebens (OS) als auch des progressionsfreien Überlebens (PFS) von der Kombination aus Dabrafenib (Tafinlar®) und Trametinib (Mekinist®). Dies belegen die gepoolten Daten aus den Studien COMBI-d und COMBI-v, die auf dem ASCO-Meeting 2019 vorgestellt wurden (1).
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Hämatologie

Management der CML 2019

Mit Einführung der Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKIs) hat die chronische myeloische Leukämie (CML) eine therapeutische Revolution erlebt. Mit Imatinib konnte die Prognose der CML-Patienten erheblich verbessert werden (1). Die initiale Anwendung von Zweitgenerationsinhibitoren erhöht die Rate tiefer molekularer Remissionen und reduziert die Inzidenz früher Akzelerationen und Blastenkrisen (2). Die Anwendung von Interferon-α während oder nach dem Einsatz der TKIs ist mit einer Immunantwort gegen die Leukämiezellen verbunden. Das kooperative Management der CML-Patienten ermöglicht den frühen Einsatz neuer Therapieoptionen bei Risikopatienten.
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Hämatologie

Zytogenetische und molekulare Verlaufskontrolle der CML

Mit der Einführung der zielgerichteten Therapie mit Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKIs) hat sich die chronische myeloische Leukämie (CML) von einem lebensbedrohlichen Blutkrebs zu einer chronischen, sehr gut behandelbaren Krankheit gewandelt. Eine regelmäßige Überwachung der Krankheitsaktivität mit standardisierten Labormethoden ist entscheidend, um eine dauerhaft erfolgreiche Behandlung sicherzustellen. In diesem Artikel sind die Kriterien zur Beurteilung des Ansprechens auf eine TKI-Therapie und die Empfehlungen zur Art und Häufigkeit der entsprechenden Kontrolluntersuchungen zusammengefasst. Weiterhin wird eine Übersicht zu den entsprechenden zyto- und molekulargenetischen Labormethoden gegeben und soll zu einem verbesserten Verständnis dieser Untersuchungen beitragen.
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