Dienstag, 27. Juli 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Lenvima
Lenvima
 
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
28. November 2019

Erfolgreicher Kampf gegen Kinderlähmung

Von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurde die Meldung, dass das Kinderlähmungsvirus Typ 3 (Polio Virus Typ 3) weltweit ausgerottet werden konnte. Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin weist darauf hin, dass mit höheren Impfraten auch der verbleibende aktive Polio Virus Typ 1 zu überwinden wäre. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist es zum dritten Mal gelungen, ein Virus durch Impfung weltweit auszurotten: 1977 das Pocken-Virus, erst 2015 das Kinderlähmungsvirus Typ 2, und nun der Erfolg gegen das Kinderlähmungsvirus Typ 3, den die WHO am 24. Oktober 2019 vermelden konnte.
Anzeige:
Kyprolis
„Es hat sich erneut gezeigt, dass es möglich ist, ein Virus weltweit zu überwinden, wenn es nur bei Menschen vorkommt. Die Ausrottung des Kinderlähmungsvirus Typ 3 durch Schutzimpfungen ist ein Triumph der modernen Medizin, der uns ermuntern sollte, allen Kindern in Deutschland und weltweit diese Vorteile zugutekommen zu lassen“, erläutert Prof. Dr. Hans-Iko Huppertz, Generalsekretär der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ), die Bedeutung des aktuellen Impferfolgs.

Weiterhin aktiv: Kinderlähmungsvirus Typ 1

Aktuell zirkuliert noch das Kinderlähmungsvirus Typ 1, das weiterhin in Afghanistan und besonders in Pakistan auftritt und zu bleibenden Lähmungen oder Todesfällen bei Kindern führt. Da die bekannten drei Polio-Viren virologisch und immunologisch unterschiedlich sind, müssen sie  einzeln bekämpft werden. Durch stringente Impfbemühungen könnte, so der Experte, auch das Polio-Virus ausgerottet werden.

Um solche Impferfolge zu erreichen, muss die Weltgesundheitsorganisation die Möglichkeit haben, alle ihre Fähigkeiten im Bereich von Medizin, Logistik und Kommunikation einzusetzen. Huppertz hebt hervor: „Diese Nachricht ist für Deutschland bedeutsam, weil wir darauf hingewiesen werden, dass die Impfanstrengungen hierzulande keineswegs nachlassen dürfen, sondern eher verstärkt werden müssen: Ansonsten besteht die Möglichkeit, dass das Kinderlähmungsvirus Typ 1 auch bei uns wieder zirkuliert.“ Der Grund für diese Sorge: Die Impfraten, die man über viele Jahre bei 95% oder 94 % aller Kinder bei Einschulung vermutete, liegen offensichtlich deutlich niedriger, wie die letzten Untersuchungen von Krankenkassen-Daten gezeigt haben.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, dass alle Kinder im Alter von 2, 3 und 4 Monaten sowie mit 11-15 Monaten und erneut mit 9-16 Jahren gegen Kinderlähmung geimpft werden. Der in Deutschland seit vielen Jahren bewährte Impfstoff schützt gegen die Kinderlähmungsviren Typ 1, 2 und 3. Dadurch besteht außerhalb eines Endemiegebietes ein lebenslanger Impfschutz.

Quelle: Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e.V.


Anzeige:
Darzalex
Darzalex
 
Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Erfolgreicher Kampf gegen Kinderlähmung"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2021
  • SCD: Häufigere und längere VOC-bedingte Krankenhausaufenthalte nach Vorgeschichte von VOC-Hospitalisierungen – Ergebnisse einer Beobachtungsstudie
  • Real-World-Daten des ERNEST-Registers untermauern Überlebensvorteil unter Ruxolitinib bei primärer und sekundärer Myelofibrose
  • I-WISh-Studie: Ärzte sehen TPO-RAs als beste Option, um anhaltende Remissionen bei ITP-Patienten zu erzielen
  • Phase-III-Studie REACH2 bei steroidrefraktärer akuter GvHD: Hohes Ansprechen auf Ruxolitinib auch nach Crossover
  • SCD: Neues digitales Schmerztagebuch zur tagesaktuellen Erfassung von VOCs wird in Beobachtungsstudie geprüft
  • Französische Real-World-Studie: Eltrombopag meist frühzeitig nach ITP-Diagnose im Rahmen eines Off-label-Use eingesetzt
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Französische Real-World-Studie bestätigt klinische Studiendaten zur Wirksamkeit von Midostaurin
  • CML-Management weitgehend leitliniengerecht, aber verbesserungsfähig – Ergebnisse einer Querschnittsbefragung bei britischen Hämatologen
  • Britische Real-World-Studie: Kardiovaskuläres Risikomanagement bei MPN-Patienten in der Primärversorgung nicht optimal
  • Myelofibrose: Früher Einsatz von Ruxolitinib unabhängig vom Ausmaß der Knochenmarkfibrose