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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
26. März 2021

Versorgung von Patienten mit urogenitalen Krebserkrankungen durch SARS-CoV-2-Pandemie verschlechtert

Die COVID-19-Pandemie hat enorme Auswirkungen auf das Gesundheitssystem. Auf dem ASCO-GU wurde eine Querschnittserhebung von 86 Patienten vorgestellt, der zufolge sich die Versorgungssituation von Patienten mit malignen urogenitalen Erkrankungen während der Pandemie verschlechtert hat (1).
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72,1% der Studienteilnehmer litten an einem Prostatakarzinom, 19,8% an einem Nierenkarzinom und 12,8% waren an einem Harnblasenkarzinom erkrankt. Eine Untergruppe (n=5) wies mehr als einen Primärtumor auf. Die mittlere Zeit seit der Diagnose betrug 6,47 Jahre. Bei 73% der Patienten war die Erkrankung metastasiert, vorbehandelt waren 62% mit einer Operation, 71% mit Bestrahlung und 68% mit sys­temischer Therapie. 68,6% der Patienten befanden sich zum Befragungszeitpunkt noch unter Therapie.

78,9% waren > 65 Jahre alt, 88,2% waren Kaukasier. Die Mehrheit der Teilnehmer hatte ein höheres Bildungsniveau (74,4%), war verheiratet (82,6%), besaß ein eigenes Haus (91,9%) und berichtete über ein jährliches Haushaltseinkommen von > $100.000 (56,0%). Von den Befragten berichteten 7% über den Verlust/die Änderung der Krankenversicherung und 30% über eine Verringerung des Haushaltseinkommens. Von den Patienten mit verringertem Haushaltseinkommen sank bei 23% das Einkommen auf < 50%.

In der Studie gaben 28% der Patienten an, dass die Pandemie Auswirkungen auf ihre Krebsbehandlung hatte. Insgesamt 7% klagten über eine Verringerung der Häufigkeit von Laboruntersuchungen, 11% über eine Verzögerung bis zum Erhalt einer Computertomografie, 5% über Verzögerungen bei der Behandlung und 96% über die Nutzung von Telemedizin  (Video oder Telefon) anstelle eines Arztbesuches.

Mehr als die Hälfte (59%) hatte Angst vor einem Krankenhausaufenthalt, 23% befürchteten Verzögerungen bei der medizinischen Versorgung und 16% gaben an, sich über das Fehlen notwendiger Medikamente Sorgen zu machen.

Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass die negativen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Patienten mit malignen Erkrankungen des Urogenitaltrakts erheblich sind. Laufende Forschungsarbeiten evaluieren die Auswirkungen über soziodemografische Gruppen hinweg und untersuchen klinische Ergebnisse, die mit Verzögerungen bei der Versorgung und der Nichtbefolgung von Medikationen in Verbindung stehen.

(übers. v. sm)

Quelle: ASCO-GU 2021

Literatur:

(1) Borno H et al. J Clin Oncol 39, 2021 (suppl 6; abstr 38). www.med4u.org/19139


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