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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

17. Oktober 2020 Verbessertes Ansprechen auf Cemiplimab beim fortgeschrittenen kutanen Plattenepithelkarzinom

Lange Zeit gab es für die systemische Therapie des fortgeschrittenen kutanen Plattenepithelkarzinoms (cSCC) nur spärliche Möglichkeiten. Mit der Zulassung der Checkpoint-Inhibitor-Therapie mit Cemiplimab (Libtayo®) vor gut einem Jahr hat sich diese Situation erheblich verbessert. Im Rahmen eines virtuellen Satelliten-Symposiums während des ADO-Kongresses erörterten Experten die aktuelle Situation und stellten neue Daten bezüglich des PD-1-Inhibitors vom diesjährigen ASCO vor.
Das cSCC ist nach dem Basalzellkarzinom der häufigste maligne Hauttumor. „Die Inzidenz ist steigend“, betonte Prof. Dr. Carola Berking, Erlangen. Neben der UV-Strahlen-Exposition gilt eine Immunsuppression als besonderer Risikofaktor. Prognostisch für die Ausbildung von Metastasen, führte Berking weiter aus, sei die initiale Tumordicke. Überschreitet diese den Schwellenwert von 6 mm, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Metastasierung erheblich an (1). Und damit sei gemäß der deutschen S3-Leitlinie die Definition eines High-risk-Tumors erfüllt, berichtete die Dermatologin. Dies gelte ebenso bei einem perineuralen Wachstum, einer Lokalisation an Unterlippe oder Ohr sowie bei einer Immunsuppression (2).

Therapeutisch stehen die Chirurgie und die Radiatio im Vordergrund, wobei letztere oftmals adjuvant einsetzbar ist. Ab einer lokal fortgeschrittenen Erkrankung, die nicht für eine kurative lokale Behandlung in Betracht kommt oder bei einer Fernmetastasierung ist i.d.R. eine systemische Therapie indiziert. Bisherige Therapien wie mit Cetuximab oder Chemotherapie, so Berking, hätten jedoch nur einen limitierten Erfolg.

Zunehmende Wirksamkeit bei Langzeitgabe

Der seit Juli 2019 von der EMA zugelassene PD-1-Inhibitor Cemiplimab konnte bereits in der zulassungsrelevanten Phase-II-Studie EMPOWER-CSCC-1 (3) überzeugende Resultate vorlegen, erläuterte Prof. Dr. Axel Hauschild, Kiel. Die Follow-up-Daten, die auf dem diesjährigen ASCO-Kongress vorgestellt wurden, demonstrieren jedoch eine ermutigende Langzeiteffektivität. Dabei konnte nicht nur eine nachhaltige Effizienz festgestellt werden, sondern die Wirkung steigerte sich noch mit zunehmender Dauer der Therapie, führte Hauschild aus. So konnte in der Kohorte 1 der Studie (Metastasen, Dosis: 3 mg/kg Q2W) der Anteil der Komplettremission (CR) von der ersten Bewertung (8 Wochen) mit 6,8%, nach einem Follow-up von einem Jahr auf 16,9% und nach 2 Jahren auf 20,3% gesteigert werden.

Weitere Resultate: etwa jeder zweite Patient unter Cemiplimab hatte eine objektive Tumorrückbildung erreicht (ORR: 46,1%), die Krankheitskontrollrate lag bei 72,5%. Die mediane Ansprechdauer ist weiterhin nicht erreicht, was den anhaltenden Erfolg der Cemiplimab-Therapie eindrucksvoll zeige, so Hauschild. „Wir gehen von einer 2-Jahres-Überlebensrate von 73,3% aus.“ Das mediane progressionsfreie Überleben betrug zum Auswertungszeitpunkt 18,4 Monate (4). Die häufigsten schweren Nebenwirkungen (≥ Grad 3) waren Hypertension (4,7%), Anämie und Cellulitis (je 4,1%).

Reimund Freye

Quelle: Satelliten-Symposium „Highlights der Immuntherapie – PD-1-Inhibition beim kutanen Plattenepithelkarzinom“, 10.09.2020, ADO virtual 2020; Veranstalter: Sanofi Genzyme

Literatur:

(1) Brantsch KD et al. Lancet Oncol 2008; 9(8):713-20.
(2) Leiter U et al. J Dtsch Dermatol Ges 2020; 18(4):400-13.
(3) Migden MR et al. N Engl J Med 2018;379(4): 341-51.
(4) Rischin D et al. J Clin Oncol 2020;38(Suppl): 367a (Poster).


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