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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

17. Oktober 2020 Überlegenheit von Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression bestätigt

Die Studie KEYNOTE-024 hatte für Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) und einer hohen PD-L1-Expression unter Pembrolizumab (Keytruda®) mono einen deutlichen Überlebensvorteil gegenüber einer Chemotherapie gezeigt (1). Die nun vorgestellten 5-Jahres-Daten bestätigen den Überlebensbenefit auch im Langzeitverlauf. Das Gesamtüberleben (OS) war unter Pembrolizumab gegenüber der Chemotherapie nahezu verdoppelt (2).
Dr. Julie Brahmer, Baltimore, USA, präsentierte die aktuellen Ergebnisse der KEYNOTE-024-Studie. Diese bezogen sich auf eine mediane Nachbeobachtungszeit von 59,9 Monaten. Trotz einer Crossover-Rate von 66% – 83 Patienten der Chemotherapie-Gruppe waren in die Pembrolizumab-Gruppe gewechselt und 16 weitere erhielten eine nachfolgende PD-(L)1-Inhibition – war das 5-Jahres-OS unter dem Einfluss von Pembrolizumab im Vergleich zur Chemotherapie nahezu verdoppelt (26,3 vs. 13,4 Monate), entsprechend einer 5-Jahres-OS-Rate von 31,9% vs. 16,3% (HR=0,62) (2). Auch im Hinblick auf das PFS nach 3 Jahren zeigte sich ein deutlicher Vorteil zugunsten der Monotherapie mit dem Checkpoint-Inhibitor (7,7 vs. 5,5 Monate), entsprechend einer 3-Jahres-Rate des progressionsfreien Überlebens (PFS) von 22,8% vs. 4,1% (HR=0,50). Eine Überlegenheit zugunsten von Pembrolizumab gegenüber der Chemotherapie wurde auch für die objektive Ansprechrate (ORR) dokumentiert (46,1% vs. 31,1%), mit 4,5% vs. 0% kompletten (CR) und 41,6% vs. 31,1% partiellen Remissionen (PR). Das Ansprechen war zudem langanhaltend: Die mediane Dauer des Ansprechens unter Pembrolizumab betrug 29,1 Monate gegenüber 6,3 Monaten unter der Chemotherapie (2).

Im Rahmen der Studie erhielten 12 Patienten eine weitere Therapielinie mit Pembrolizumab. Laut Brahmer waren zum Zeitpunkt des Datenschnitts noch 8 dieser Patienten am Leben, 5 davon ohne Progression und 3 ohne nachfolgende Therapie. 33% hatten insgesamt auf die erneute Applikation von Pembrolizumab angesprochen, allesamt mit PR. Dies zeigt laut Brahmer, dass eine Reexposition mit Pembrolizumab durchführbar ist und mit einer erneuten Anti-Tumoraktivität einhergeht.

Die Inzidenz behandlungsassoziierter Nebenwirkungen aller Grade und ab Grad 3 war unter Pembrolizumab niedriger als unter der Chemotherapie. Neue Sicherheitssignale wurden im Langzeitverlauf nicht identifiziert.



Lesen Sie den ausführlichen Bericht online unter www.med4u.org/18035.

Dr. rer. nat. Claudia Schöllmann

Quelle: ESMO virtual 2020

Literatur:

(1) Reck M et al. N Engl J Med 2016;375:1823-33.
(2) Brahmer JR et al. ESMO virtual 2020, Abstract LBA51 und Vortrag im Rahmen der Session „Proffered Paper – NSCLC metastatic 2“


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