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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
26. März 2021

Mittels subkutaner IgG-Substitution können sekundäre Immundefekte nun auch zu Hause behandelt werden

Typisch für sekundäre Immundefekte sind immer wiederkehrende, schwer verlaufende Infekte teilweise auch mit ungewöhnlichen Erregern. Die Behandlung dieser sekundären Immundefizienz kann neuerdings auch von den Patienten selbst zu Hause durchgeführt werden und zwar dank der Möglichkeit der subkutanen, Hyaluronidase-unterstützten Immunglobulin (IgG)-Substitution, wie im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz erläutert wurde.
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Hämatologische/onkologische Patienten entwickeln häufig, meist bedingt durch die Grunderkrankung oder in Folge immunsuppressiv wirkender Therapien eine sekundäre Immundefizienz. Zu den Erkrankungen, die vermehrt mit diesem Mangel einhergehen können, zählte Prof. Dr. Hartmut Link, Kaiserslautern, die chronische lymphatische Leukämie (CLL), maligne Lymphome oder das Multiple Myelom (MM). In der langen Liste der Therapien finden sich die Kortikosteroide, Alkylanzien oder B-Zell-gerichtete Therapien wie Rituximab. In einer eigenen Studie untersuchte Link Diagnose und Behandlung sekundärer Immundefekte bei Patienten mit CLL und MM im klinischen Alltag in Deutschland. Im Ergebnis erhielten 23,5% der Patienten mit CLL und 14,4% mit MM eine Immunglobulin-Substitution. „Wird diese leitliniengemäß durchgeführt“, so Link, „dann verringert dies das Infektionsrisiko sig­nifikant.“

Den Effekt einer intravenösen IgG-Substitutionstherapie auf Gesundheit und Lebensqualität bei einem symptomatischen IgG-Mangel untersuchte Prof. Dr. Rudolf Weide, Koblenz. Diese Studie wurde mittels Interviews durchgeführt, ergänzt durch medizinische Behandlungsdaten und Einschätzungen der behandelnden Onkologen. Der symptomatische Mangel vor der ersten Behandlung bestand in einem mittleren IgG-Wert von 500 mg/dl. Dieser Wert verbesserte sich über die Zeit auf über 700 mg/dl und erreichte damit das untere Ende des Normalbereichs. Für die Patienten hatte dies zur Folge, dass Infektionen kontinuierlich abnahmen und sich die Lebensqualität verbesserte.

Das Immunglobulin-Präparat HyQvia® ist zugelassen zur Substitutionstherapie bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen zur Behandlung eines primären Immundefekts sowie zur Behandlung sekundärer Immundefekte. Durch die subkutane Anwendung können Patienten die Behandlung auch zu Hause selbst durchführen und damit u.a. Zeit sparen. Voraussetzung ist eine ausführliche Schulung zum Umgang mit der Infusionspumpe und der Nadelanlage und die Fähigkeit, Nebenwirkungen zu erkennen und darauf zu reagieren.

Martin Bischoff

Quelle: Pressekonferenz „Therapie-bedingter Antikörpermangel im Praxis­alltag: Aktuelle Entwicklungen (…)“, 20.01.2021; Veranstalter: Takeda


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