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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
14. März 2016

RANK-Ligand-Antikörper Denosumab bewährt sich in multimodaler Therapie bei frühem Mammakarzinom

Eine „dramatische Wirkung“ auf die Knochengesundheit bei Patientinnen mit Mammakarzinom bescheinigt Prof. Dr. Ingo Diel, Mannheim, Vorsitzender der Deutschen Osteoonkologischen Gesellschaft (DOG), dem humanen monoklonalen IgG2-Antikörper Denosumab (XGEVA®).

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Hormontherapien bei Mammakarzinomen führen durch die Östrogendepletion zu einem Knochenmasseverlust besonders bei postmenopausalen Patientinnen, führte Diel in das Thema ein. Daten der ABCSG-18-Studie, die im Juni 2015 auf dem ASCO in Chicago und aktuell auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) vorgestellt wurden, bestätigen den osteoprotektiven Effekt von Denosumab. Unter dem RANK-Ligand-Antikörper resultierte eine deutliche Senkung der Frakturhäufigkeit. Der monoklonale Antikörper muss bei Knochenmetastasen und soliden Tumoren alle 4 Wochen in einer Dosierung von 120 mg injiziert werden und ist in seiner Wirkung Bisphosphonaten hoch überlegen. Die Studienmedikation betrug 60 mg mit nur halbjährlicher Applikation; sie steht in dieser Dosierung unter dem Namen Prolia® auch für die Behandlung von Osteoporose in der Menopause und bei Prostatakarzinompatienten mit Knochenschwund zur Verfügung.

Im Rahmen der ABCSG-18-Studie wurden 3.425 postmenopausale Patientinnen mit primärem Mammakarzinom unter Aromataseinhibitor- oder Taxan-haltiger Therapie ausgewertet. Dabei betrug das hochgerechnete 6-Jahres-Frakturrisiko (primärer Endpunkt) in der Denosumab-Gruppe 10% gegenüber 20% in der Placebogruppe (HR=0,50; p<0,0001). Das Frakturrisiko hat sich somit nahezu halbiert. Beachtenswert war laut Diel eine Zunahme der Knochendichte (BMD) unter Denosumab-Therapie, die deutlich unabhängig vom ossären Status der Patientinnen war; Frauen mit initial normaler Knochendichte profitierten ebenso vom verringerten Frakturrisiko wie Patientinnen mit niedrigerer BMD.

Nach aktuellen Daten des SABCS wurde beim sekundären Endpunkt, dem krankheitsfreien Überleben, eine Verlängerung um 18% (HR=0,82; p=0,0510) erreicht, so Diel. Besonders bei Patientinnen mit größeren Östrogen- und Progesteronrezeptor-positiven Tumoren war ein ausgeprägter Effekt unter Denosumab zu beobachten. Eine frühe Entscheidung für eine ergänzende Antikörpertherapie mit Denosumab kann nach den vorläufigen Erkenntnissen aus den Studien zu Knochengesundheit und krankheitsfreiem Überleben nur empfohlen werden, resümierte Diel.

(ghk)

Quelle: 32. Münchener Fachpresse-Workshop mit Highlights vom ASH 2015 und SABCS 2015, 13.01.2016, München; Veranstalter: Pomme-med


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