Montag, 30. November 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Vargatef
Vargatef
JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. Juli 2020
Seite 1/2
PSMA-radioguided surgery beim lokalisierten lymphonodalen Prostatakarzinom-Rezidiv

C. Pickl, S. Denzinger, M. Burger, R. Mayr, Klinik für Urologie der Universität Regensburg, Caritas-Krankenhaus St. Josef, Regensburg.

Mit etwa 58.800 Neuerkrankungen jährlich in Deutschland stellt das Prostatakarzinom die häufigste Krebserkrankung des Mannes dar (1). Nach einer kurativen Therapie des Prostatakarzinoms (radikale Prostatektomie (RPE), perkutane Radiatio oder Brachytherapie) kommt es im Verlauf bei bis zu 50% der betroffenen Patienten zu einem Wiederauftreten der Grunderkrankung (2). Die frühzeitige Erkennung und präzise Lokalisation eines Tumorrezidivs können die weitere Therapieplanung entscheidend beeinflussen. In den letzten Jahren hat sich die PSMA (Prostataspezifisches Membran-Antigen)-Positronenemissionstomographie (PET)/Computertomographie (CT) zur Detektion kleinster Tumorrezidive, auch bei PSA (Prostataspezifisches Antigen)-Werten < 0,5 ng/ml, etabliert.
Anzeige:
Infothek Sekundäre Immundefekte
Trotz der frühzeitigen und präzisen Detektion mittels PSMA-PET/CT stellt die operative Ortung und Resektion kleinster Lymphknotenmetastasen jedoch oftmals eine große Herausforderung dar. Zum einen ist die Gewebepräparation aufgrund fibrotischer Veränderungen durch vorangegangene Operationen und Bestrahlung erschwert, zum anderen sind die Weichteilmetastasen oft atypisch (z.B. pararektal, Abb. 1A/B) gelegen.
 
An der Technischen Universität in München wurde die PSMA-gestützte Lymphknotenexstirpation etabliert und eine konsekutive Patientenserie mit 121 Patienten veröffentlicht (3-5).
 
Abb. 1 A-B: 59-jähriger Patient mit einem biochemischen Rezidiv nach robotisch-assistierter radikaler Prostatektomie (pT2c, pN0 (0/21), L0, V0, R0, Gleason-Score 7b): Das axiale CT zeigt einen kleinen ca. 4 mm messenden Lymphknoten pararektal links (A, roter Pfeil), während die axiale fusionierte PSMA-PET/CT an derselben Stelle eine intensive fokale Anreicherung zeigt und somit hochgradig metastasensuspekt ist.
Lupe
Das axiale CT eines biochemischen Rezidiv

 
Anhand der PSMA-PET/CT werden geeignete Patienten für die PSMA-gestützte Lymphknotenexstirpation identifiziert. Prinzipiell handelt es sich bei dieser Therapieform um einen individuellen Heilversuch, sodass der Patient dementsprechend informiert und aufgeklärt werden muss. Am Tag vor der Operation erfolgt die Markierung mittels intravenöser Injektion eines schwach radioaktiv markierten 99mTc-PSMA-Liganden (6). Nach Applikation des radioaktiv markierten PSMA-Liganden wird eine Single-Photon-Emissionstomographie-CT (SPECT) durchgeführt, um die Radionuklidaufnahme des Tumorrezidivs zu überprüfen. Dieses kann am Folgetag bildmorphologisch und mittels mobiler Gammasonde verifiziert, aufgesucht und schließlich reseziert werden (3, 6). Die entnommenen Lymphknoten werden ex vivo mit der Gammasonde überprüft (Abb. 2A/B), sodass eine erfolgreiche Metastasenresektion bestätigt werden kann. Neben der gezielten sondengestützten Lymphadenektomie werden auch die umgebenden pelvinen Lymphknoten entnommen, extrakorporal mit der Gammasonde überprüft und zur histologischen Aufarbeitung verschickt (Abb. 2C).
 
Vorherige Seite

Anzeige:
Zynteglos
Zynteglos

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"PSMA-radioguided surgery beim lokalisierten lymphonodalen Prostatakarzinom-Rezidiv"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab