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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. März 2020 Pankreaskarzinom: Keimbahn und Tumor bewerten

Das mediane Überleben von Pankreaskarzinom-Patienten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten kaum verbessert und liegt in verschiedenen westlichen Industrienationen trotz der Gabe von zytostatischen Standardtherapien nur bei rund 10 Monaten (1), erklärte Prof. Dr. Thomas Seufferlein, Ulm. Nun ruht die Hoffnung auf molekular basierten zielgerichteten Therapien, beispielsweise PARP-Inhibitoren bei Patienten mit BRCA-Mutationen in der Keimbahn (gBRCAm) – und möglicherweise auch im Tumor.
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Wie Prof. Dr. Hana Algül, München, berichtete, untersuchte die POLO-Studie, ob eine Erhaltungstherapie mit dem PARP-Inhibitor Olaparib (Lynparza®) bei Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom und einer Keimbahnmutation im BRCA1- oder BRCA2-Gen nach Platin-haltiger Chemoinduktionstherapie das progressionsfreie Überleben (PFS) ohne wesentliche Beeinträchtigung der Lebensqualität verlängern kann. Schätzungsweise 4-7% der Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom weisen eine solche Keimbahnmutation auf. 154 Patienten mit metastasiertem, gBRCAm-Pankreaskarzinom ohne Progress nach Platin-haltiger Chemotherapie wurden 3:2 randomisiert zu entweder Olaparib (300 mg bid; n=92) oder Placebo (n=62). Die Behandlung begann 4-8 Wochen nach der letzten Chemotherapie. Die Patienten waren im Mittel 57 Jahre alt; zwei Drittel trugen BRCA1- und der Rest BRCA2-Mutationen.

In einer Zwischenanalyse (Datenschnitt 15. Januar 2019) führte Olaparib zu einer statistisch signifikanten und klinisch relevanten Verlängerung des PFS gegenüber Placebo (median 7,4 vs. 3,8 Monate; HR=0,53; p=0,0038). Damit wurde das Progressionsrisiko unter Olaparib um 47% vermindert (2). In jüngster Zeit deutet sich an, dass neben den Patienten mit einer BRCA-Keimbahnmutation auch Patienten mit einer somatischen „BRCAness-Signatur“ im Tumor, die 15-30% der Patienten betrifft, von einer PARP-Inhibition profitieren können. Belastbare Studiendaten dazu liegen aber noch nicht vor. Die Pathologin Prof. Dr. Evelin Schröck, Dresden, hält aber bereits heute eine „gemeinsame Bewertung von Keimbahn und Tumor“ für sehr hilfreich. Sie sprach sich dafür aus, schon heute alle Patienten mit Pankreaskarzinom auf BRCA-Mutationen zu testen, denn die Familienanamnese sei für die Auswahl der Patienten nicht immer hilfreich.

Dr. rer. nat. Claudia Schöllmann

Quelle: Symposium „Jetzt wird’s persönlich/PARP-Inhibition beim Pankreaskarzinom“, DKK, 19.02.2020, Berlin; Veranstalter: AstraZeneca

Literatur:

(1) Arnold M et al. Lancet Oncol 2019;20(11): 1493-1505.
(2) Kindler HL et al. J Clin Oncol 37;2019 (suppl; abstr LBA4).


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