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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
25. Januar 2021

NSCLC: Signifikant verlängertes Überleben durch Firstline-Therapie mit Cemiplimab

Trotz einer hohen Crossover-Rate konnte eine Erstlinienbehandlung mit dem Anti-PD-1-Antikörper Cemiplimab in der Phase-III-Studie EMPOWER-Lung 1 sowohl das progressionsfreie (PFS) als auch das Gesamtüberleben (OS) von Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC), deren Tumoren PD-L1 exprimierten, gegenüber Chemotherapie signifikant verlängern.
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In der Studie wurde der Immun-Checkpoint-Inhibitor (350 mg i.v. alle 3 Wochen) über bis zu 108 Wochen gegen eine Platin-basierte Chemotherapie-Doublette (4-6 Zyklen, vom Prüfarzt gewählt) untersucht (1). Eingeschlossen waren 710 therapienaive Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC, das den Marker PD-L1 exprimierte. Bei Krankheitsprogress konnte von der Chemotherapie auf den PD-1-Inhibitor gewechselt werden, was im Verlauf bei fast drei Viertel der Patienten der Fall war. Primäre Endpunkte waren das OS und das PFS.

In der Gesamtpopulation (n=710) – bei einer medianen Beobachtungsdauer von 13 Monaten – wurde ein medianes OS von 22,1 Monaten unter Cemiplimab vs. 14,3 Monaten unter Chemotherapie erreicht (HR=0,68; 95%-KI: 0,53-0,87; p=0,0022); das mediane PFS lag bei 6,2 Monaten vs. 5,6 Monaten (HR=0,59; 95%-KI: 0,49-0,72; p<0,0001). 36,5% der Patienten sprachen auf die Therapie mit Cemiplimab an (ORR), darunter 3% mit einer kompletten Remission (CR) und 33% mit einer partiellen Remission (PR); in der Vergleichsgruppe waren es 20,6% (CR 1%, PR 20%).

In einer präspezifizierten Analyse der Daten von Patienten mit bestätigter PD-L1-Expression ihres Tumors (n=563) war die mediane Beobachtungsdauer 11 Monate. Das mediane OS war in der Cemiplimab-Gruppe noch nicht erreicht, in der Chemotherapie-Gruppe betrug es 14,2 Monate (HR=0,57; 95%-KI: 0,42-0,77; p=0,0002). Das PFS erreichte 8,2 Monate unter Cemiplimab vs. 5,7 Monate unter Chemotherapie (HR=0,54; 95%-KI: 0,43-0,68; p<0,0001). Die ORR lag bei 39,2% (CR 2%, PR 37%) im experimentellen Arm gegenüber 20,4% (CR 1%; PR 10%) im Vergleichsarm. Dabei war die ORR bei Patienten mit einer PD-L1-Expression ≥ 90 mit 46% am höchsten und mit einer Tumorschrumpfung um mehr als 40% assoziiert. Eine solche Korrelation mit dem Ausmaß der PD-L1-Expression wurde unter der Chemotherapie nicht beobachtet. Unerwünschte Ereignisse von Grad ≥ 3 traten bei 37% (Cemiplimab) vs. 49% (Chemotherapie) auf. Neue Sicherheitssignale zeigten sich für den PD-1-Inhibitor nicht.

Fazit: Die Studie zeigt die Überlegenheit des PD-1-Inhibitors Cemiplimab gegenüber einer Platin-basierten Chemotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC.

Michael Koczorek

Quelle: Pressekonferenz „Checkpoint-Onkologie – Das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC): Inzidenz, Risikogruppen und Therapiemöglichkeiten“, 23.11.2020; Veranstalter: Sanofi

Literatur:

(1) Sezer A et al. ESMO 2020. Abstract LBA52.


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