Montag, 30. November 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Medical Cloud CAR T
 
JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. April 2020 NSCLC: Afatinib auch bei seltenen EGFR-Mutationen wirksam

Auf die Situation beim onkogen alterierten NSCLC insbesondere mit seltenen EGFR-Mutationen gingen Prof. Dr. Thomas Wehler, Hamm, und Prof. Dr. Andreas Jung, München, als Therapeut bzw. diagnostischer Pathologe bei einem DKK-Symposium ein.
Anzeige:
Infothek Sekundäre Immundefekte
Neben den „common“ EGFR-Mutationen wie der Exon-19-Deletion (ca. 45-62%) und der Exon-21-Punktmutation L858R (ca. 33-40%) gibt es eine ganze Reihe von „uncommon“ Mutationen, die sehr selten sind (zusammen ca. 10-20%), aber unter Umständen auf Target-Therapien ansprechen können, erklärte Jung. Zur Gruppe 1 gehören z.B. die Exon-18 G719X-, die Exon-21 L861Q- und die Exon-20 S768I-Mutation, zur Gruppe 2 die T790M-Mutation und zur Gruppe 3 Exon-20-Duplikationen/Insertionen. Eine seltene EGFR-Mutation kann isoliert auftreten oder zusammen mit einer anderen häufigen EGFR-Mutation bzw. einer weiteren seltenen EGFR-Mutation. Dann handelt es sich um komplexe bzw. „compound“ Mutationen. Unter den seltenen EGFR-Mutationen sind Gruppe 1-Mutationen mit etwa 50% am häufigsten, wobei es sich in 26% der Fälle um die Punktmutation G719X im Exon 18 handelt, 9% macht die Punktmutation S768I im Exon 20 aus und 17% die Punktmutation L861Q im Exon 21 (Rest: Exon-20-Insertionen und andere).

In den Studien LUX-Lung 2, 3 und 6 haben sich auch seltene Mutationen als sensitiv gegenüber Afatinib gezeigt: 14 von 18 Patienten mit G719X-Mutation sprachen auf Afatinib an sowie 9 von 16 Patienten mit L861Q-Mutation und 8 von 8 Patienten mit S768I-Mutation. „Die Gesamtüberlebensdaten sind im Vergleich zur Chemo oder alternativen Therapieoptionen sicherlich sehr beeindruckend“, fand Wehler. Patienten mit seltenen EGFR-Mutationen der Gruppe 1 erreichten unter Afatinib ein medianes progressionsfreies Überleben von 10,7 Monaten und ein medianes Gesamtüberleben von 19,4 Monaten. Die Ansprechrate betrug 71%, die Krankheitskontrollrate lag bei 84%.

Afatinib wird in der S3-Leitlinie Lungenkarzinom und der Onkopedia-Leitlinie bevorzugt bei Patienten mit seltenen EGFR-Mutationen der Gruppe 1 (Punktmutationen und Duplikationen in den Exonen 18-21) empfohlen sowie bei den häufigeren EGFR-Mutationen für Patienten mit Del19-Mutation.

Einen Überblick zur Wirksamkeit von Afatinib bei mehr als 700 NSCLC-Patienten mit seltenen EGFR-Mutationen (> 100 verschiedene Mutationstypen inkl. „compound“ Mutationen), liefert eine Online-Datenbank unter www.uncommonEGFRmutations.com.

(um)

Quelle: Symposium „Therapeutisches Gesamtkonzept beim NSCLC individuell planen – aber wie?“, DKK, 21.02.2020, Berlin; Veranstalter: Boehringer Ingelheim


Anzeige:
Darzalex
 

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"NSCLC: Afatinib auch bei seltenen EGFR-Mutationen wirksam"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab