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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. Mai 2019 nmCRPC: Verträgliche Therapieoption zur Zulassung eingereicht

Im frühen Stadium verursacht das Prostatakarzinom i.d.R. keine Symptome. Das Hinauszögern der Metastasierung durch eine gut verträgliche Therapieoption ist daher oberstes Therapieziel, wie im Rahmen der Jahrestagung der European Association of Urology (EAU) betont wurde. Darolutamid, ein zur Zulassung eingereichter nicht-steroidaler Androgenrezeptor-Antagonist, stellt eine vielversprechende Therapieoption bei Patienten mit nicht-metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (nmCRPC) dar.
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Fachinformation
Die Androgendeprivationstherapie (ADT) ist der Therapiestandard für Prostatakarzinom-Patienten bei Rezidiv nach Primärtherapie. Viele der Patienten erfahren trotz ADT einen Krankheitsprogress, der sich i.d.R. initial mit einem Anstieg des PSA-Werts ankündigt, erklärte Prof. Dr. Kurt Miller, Berlin. Bei Patienten mit nmCRPC ist das Therapieziel die Verzögerung der Entwicklung von Metastasen. Die Androgenrezeptor-gerichtete Therapie mit Apalutamid oder Enzalutamid wurde für die Therapie von nmCRPC-Patienten mit hohem Risiko, Metastasen zu entwickeln, zugelassen (1, 2). Beide Therapieoptionen gehen häufig bzw. sehr häufig mit Nebenwirkungen wie Ermüdung oder Stürzen einher, was die Lebensqualität der asymptomatischen Patienten verringert. Daher werden effektive, aber gut verträgliche Medikationen für diese Patienten weiterhin benötigt.


Vielversprechende neue Therapieoption mit Darolutamid

Aufgrund seiner andersartigen Molekülstruktur werden mit Darolutamid weniger Nebenwirkungen im Vergleich zu anderen Medikamenten dieser Substanzklasse erwartet. Bayer hat bei der Europäischen Kommission (EMA) einen Zulassungsantrag für Darolutamid zur Behandlung von Patienten mit nmCRPC eingereicht.

Der Antrag stützt sich auf Daten der Zulassungsstudie ARAMIS (3). In der randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie wurde Darolutamid in Kombination mit ADT gegen Placebo bei 1.509 Männern mit nmCRPC geprüft. Primärer Endpunkt war das metastasenfreie Überleben (MFS). Mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 17,9 Monaten führte Darolutamid gegenüber Placebo zu einer signifikanten Verlängerung des MFS von 18,4 Monaten auf 40,4 Monate (HR=0,41; p<0,001). Das Risiko für Fernmetastasen und Tod verringerte sich in allen Subgruppen einschließlich der Patienten mit einer PSA-Verdopplungszeit ≤ oder ≥ 6 Monate. In einer Interimsanalyse zum Gesamtüberleben war Darolutamid mit einer Risikoreduktion um 45% assoziiert (HR=0,71; p=0,045), das progressionsfreie Überleben wurde signifikant verlängert (medianes PFS: 36,8 vs. 14,8 Monate; HR=0,38; p<0,001) wie auch die Zeit bis zur Schmerzprogression (median 40,3 vs. 25,4 Monate; HR=0,65; p<0,001). Die Lebensqualität blieb unter Darolutamid erhalten. Zudem wurde ein vorteilhaftes Sicherheitsprofil ohne relevante Zunahme von Stürzen, Frakturen, kognitiven Störungen, Epilepsie oder Hypertonie berichtet. Die Rate von Studienabbrüchen bewegte sich auf dem Niveau der Placebo-Gruppe (8,9% vs. 8,7%), sodass Darolutamid beim nmCRPC eine vielversprechende Therapieoption darstellt.


Erhalt der Lebensqualität als Therapieziel

Ernst-Günther Carl vom Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. wies auf das für den Patienten wichtigste Therapieziel hin: der möglichst lange Erhalt der Lebensqualität. Gerade für den asymptomatischen frühen Prostatakarzinom-Patienten werde eine Therapie gebraucht, die die kostbare Lebenszeit nicht durch Nebenwirkungen einschränke. Auch Interaktionen zwischen den mit steigendem Alter vermehrt einzunehmenden Komedikationen sollten vermieden werden. Unter den derzeit zugelassenen Therapieoptionen werden Stürze, Frakturen, juckende Hautausschläge, kognitive Störungen und Bluthochdruck beobachtet, die die Lebensqualität der Patienten zum Teil massiv beeinträchtigen. Carl begrüßt daher die Entwicklung von Darolutamid als potenziell nebenwirkungsärmere Therapieoption.

Dr. rer. nat. Ine Schmale

Quelle: Media Event „Driving Innovation in Prostate Cancer“, EAU-Kongress, 18.03.2019, Barcelona; Veranstalter: Bayer

Literatur:

(1) Fachinformation Xtandi®, Stand Januar 2019.
(2) Fachinformation Erleada®, Stand März 2019.
(3) Fizazi K et al. N Engl J Med 2019; 380:1235-46


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