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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. Mai 2020 nmCRPC: Darolutamid kann metastasenfreies Überleben verlängern bei gleichzeitigem Erhalt der Lebensqualität

Vor kurzem wurde in der Europäischen Union der orale Androgenrezeptor-Antagonist Darolutamid (Nubeqa®) zur Behandlung von Männern mit nicht-metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (nmCRPC), die ein hohes Risiko für die Entwicklung von Metastasen aufweisen, zugelassen. In der Prostatakarzinom-Leitlinie der European Association of Urology (EAU) wird Darolutamid bereits aufgrund der guten Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit in der Zulassungsstudie ARAMIS empfohlen (1, 2). Wegen seiner geringen Arzneimittelinteraktivität und fehlenden Überwindung der Blut-Hirn-Schranke kann Darolutamid mit vielen anderen Medikamentengruppen eingenommen werden, wobei die Lebensqualität dieser meist asymptomatischen nmCRPC-Patienten erhalten bleibt. „Ein unter Therapie zunächst gesunkener PSA-Wert, der wieder ansteigt, steht für im Körper verbliebene Krebszellen. Beim nmCRPC, das 2-8% aller Prostatakarzinome ausmacht, gilt es, eine Metastasierung oder die Zeit bis dahin hinauszuzögern. Diesem Patientenkollektiv geht es meist gut, und diese Lebensqualität muss erhalten werden“, erklärte Prof. Dr. Andres Schrader, Münster, im Rahmen eines Webcasts.
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Sobald Metastasen vorliegen, verschlechtert sich die Prognose
„Wir gehen beim nmCRPC von einem Sterberisiko von 16% nach einem Jahr aus, während es im metastasierten Setting bei 56% liegt“, sagte Schrader. Das Kollektiv der nmCRPC-Patienten sei sehr heterogen, sowohl, was das Alter angehe als auch die Zeit seit der Diagnose (zwischen 3 und 9 Jahren). Auch der Basis-PSA-Wert könne sehr unterschiedlich sein, ebenso der Anstieg bei einigen langsam, bei anderen schnell erfolgen, so Schrader. Eine lange PSA-Verdopplungszeit (> 8 Monate) bedeutet in diesem Stadium ein geringes Metastasenrisiko. „Ein absoluter hoher PSA-Wert mit schneller Anstiegsgeschwindigkeit ist vergesellschaftet mit einem hohen Metastasierungsrisiko“, erklärte Schrader.

Prof. Dr. Tilman Todenhöfer, Nürtingen, stellte die ARAMIS-Studie vor, in der 1.509 Patienten 2:1 randomisiert zusätzlich zur Androgendeprivationstherapie (ADT) entweder 2x täglich 600 mg Darolutamid oder Placebo erhielten (2). Stratifiziert wurden die Patienten nach der PSA-Verdopplungszeit (≤ 6 vs. > 6 Monate) und der Einnahme einer osteo-protektiven Medikation. Der primäre Endpunkt Wirksamkeit zeigte für ADT + Darolutamid eine signifikante Verlängerung des metastasenfreien Überlebens (MFS) mit 40,4 Monaten vs. 18,4 Monate bei alleiniger ADT (p<0,001). Außerdem waren die Zeitdauer bis zur Schmerzprogression unter Darolutamid  (40,3 vs. 25,4 Monate) und das progressionsfreie Überleben (36,8 vs. 14,8 Monate) sowie die Zeitdauer bis zur PSA-Progression (33,2 vs. 7,3 Monate) verlängert. Auch für die Gesamtüberlebensrate wurde nach einem positiven Trend in einer weiteren, finalen Analyse statistische Signifikanz gezeigt. „Patienten mit PSA-Anstieg unter ADT sind eine Hochrisiko-Gruppe, für die es bis vor einem Jahr keine zugelassenen Substanzen gab“, so Todenhöfer. Dann kamen mit Enzalutamid und Apalutamid zwei neuartige Androgenrezeptor-Antagonisten. „Das nun zugelassene Darolutamid ist auch ein Adrogenrezeptor-Antagonist, hat aber eine andere Struktur mit deutlich anderen pharmakodynamischen und kinetischen Eigenschaften.“ So habe sich präklinisch gezeigt, dass die Affinität zum Androgenrezeptor höher und das Potenzial der Substanz, die Aktivierung des Androgenrezeptors zu hemmen, stärker ausgeprägt sei.

Auch bezüglich der Überwindung der Blut-Hirn-Schranke, was zu Nebenwirkungen wie Fallneigung mit Knochenbrüchen und Fatigue führe, sei Darolutamid anders: „Die Tendenz für eine ZNS-Passage ist deutlich niedriger.“ Solche Nebenwirkungen beeinträchtigen die Lebensqualität von Prostatakarzinom-Patienten erheblich. „Darolutamid beeinflusst den zerebralen Blutfluss nicht, so bleibt die Perfusion wichtiger kognitiver Hirnareale unverändert, zudem ist das Interaktionspotenzial mit anderen Medikamenten geringer“, schloss Todenhöfer.


Mehr unter: www.med4u.org/16948

(ab)

Quelle: Webkonferenz „Neue Therapieoption beim nmCRPC: Mit Darolutamid Metastasierung hinauszögern und Lebensqualität erhalten“, 02.04.2020; Veranstalter: Bayer


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