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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
23. Februar 2021

Neudiagnose Peniskarzinom: 32-Monats-Daten aus der nicht-interventionellen, prospektiven VERSUS-Studie von d-uo

C. Doehn, R. Eichenauer, J. Klier, F. König, R. Schönfelder, M. Johannsen, d-uo-Vorstand Geschäftsstelle Berlin, Lepsiusstr. 92, 12165 Berlin, J. Schröder, d-uo-Servicegesellschaft Berlin, E. Hempel, SMG Forschungsgesellschaft mbH Berlin
Urologische Tumorerkrankungen machen in Deutschland etwa 33% bzw. 4% aller Krebserkrankungen bei Männern bzw. Frauen aus. Voraussetzung für die Erfassung und wissenschaftliche Auswertung der Versorgungsqualität urologischer Tumorerkrankungen ist deren standardisierte Dokumentation. Seit Mai 2018 dokumentieren Mitglieder von d-uo (Deutsche Uro-Onkologen e.V.) urologische Tumorerkrankungen im Rahmen der prospektiven VERSUS-Studie (VERSorgUngsStudie). Es handelt sich bei VERSUS um eine nicht-interventionelle, prospektive, multizentrische Registerstudie zur Dokumentation und deskriptiven statistischen Auswertung von Diagnostik, Behandlungsverlauf und Nachsorge uro-onkologischer Patienten. Eingeschlossen werden Patienten mit der Erstdiagnose einer urologischen Tumorerkrankung. In der vorliegenden Analyse wurde das Peniskarzinom untersucht.
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d-uo vergütet seinen Mitgliedern den Dokumentationsaufwand

d-uo hatte bereits Anfang 2017 die Idee, eine Dokumentationsplattform zu konzipieren, mit der den Mitgliedern von d-uo einerseits die Meldung an das Krebsregister ermöglicht wird und andererseits Daten in die eigene Datenbank von d-uo überführt werden können – ohne doppelten Aufwand. Das Krebsregister vergütet die Erstmeldung einer uroonkologischen Tumorerkrankung mit 18 €. Als einziger Anbieter vergütet d-uo seinen Mitgliedern den mit der zusätzlichen Meldung an d-uo verbunden Dokumentationsaufwand mit weiteren 18 €.

d-uo stellt seinen Mitgliedern Software und Support kostenlos zur Verfügung

Nach Fertigstellung des Studien­protokolls und Erteilung eines positiven Ethikvotums für die prospektive VERSUS-Studie wurden im Mai 2018 die ersten Patientendaten über die Dokumentationsplattform von d-uo eingegeben. d-uo stellt seinen Mitgliedern die Dokumentationsplattform kostenlos zur Verfügung. Ebenso kostenlos sind Wartung und Pflege der Software sowie eine Hotline. Bei allem ist sichergestellt, dass die Datenhoheit ausschließlich bei den Mitgliedern von d-uo liegt (1).

 
Tab. 1: VERSUS-Studie: Verteilung von 7.469 Patienten mit Erstdiagnose einer urologischen Tumorerkrankung (Diagnosezeitraum 5/2018-12/2020).
Tab. 1: VERSUS-Studie: Verteilung von 7.469 Patienten mit Erstdiagnose einer urologischen Tumorerkrankung (Diagnosezeitraum 5/2018-12/2020).

Neudiagnose Peniskarzinom: 32-Monats-Daten aus der VERSUS-Studie

Zwischen Mai 2018 und Dezember 2020 wurden 7.469 Patienten mit der Erstdiagnose einer urologischen Tumor­erkrankung im Rahmen der VERSUS-Studie dokumentiert (Tab. 1). Bei 42 Patienten (0,6%) lag ein Peniskarzinom vor. In 38% der Fälle wurde das Peniskarzinom per Selbstuntersuchung detektiert. Bei 29% der Patienten bestand eine tumorassoziierte Symptomatik.

Eine Tumorformel war bei 78,6% der Patienten verfügbar. Die UICC-Stadien I und II waren am häufigsten vertreten (Tab. 2). Primär lymphknoten- oder ­organmetastasierte Peniskarzinome waren die Ausnahme. Zum Vergleich sind Ergebnisse von 2.091 Patinenten mit einem Peniskarzinom aus der SEER-Datenbank dargestellt (2). Hier liegen allerdings keine Ergebnisse für das UICC-Stadium 0 vor. Die UICC-Stadien I-IV sind einigermaßen gleich verteilt (Tab. 2).
 
Tab. 2: VERSUS-Studie: Verteilung der UICC-Stadien bei 42 Patienten mit einem Peniskarzinom (Diagnosezeitraum 5/2018-12/2020).
Tab. 2: VERSUS-Studie: Verteilung der UICC-Stadien bei 42 Patienten mit einem Peniskarzinom (Diagnosezeitraum 5/2018-12/2020).

Zusammenfassung

Die Daten des Robert-Koch-Instituts aus dem Jahr 2016 (neuere Daten sind nicht verfügbar) zeigen für das Peniskarzinom einen Anteil von 0,7% an allen Tumor­erkrankungen aus dem urologischen Gebiet (3). Die Ergebnisse aus der vorliegenden VERSUS-Studie sind mit 0,6% vergleichbar. Erstmals können wir Daten zur Tumordiagnose vorlegen. In gut einem Drittel der Fälle wurde der Tumor durch Selbstuntersuchung gefunden. Bei einem knappen Drittel der Patienten fiel der Tumor durch eine Symptomatik auf.

Die fortlaufende Dokumentation im Rahmen der VERSUS-Studie erlaubt einen realistischen Blick auf den Behandlungsalltag. Praxisrelevante Fragen zu Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Peniskarzinoms werden in absehbarer Zukunft beantwortbar sein.


Link für weiterführende Informationen: www.d-uo.de
 
Christian Doehn
Prof. Dr. med. Christian Doehn

Urologikum Lübeck
Am Kaufhof 2
23566 Lübeck

Tel.: 0451/66074
Fax: 0451/66075
E-Mail: doehn@urologikum-luebeck.de


 
Literatur:

(1) Johannsen M et al. Uro News 2020;24(1): 14-16.
(2) Yang J et al. Cancer Med 2019;8(18):7881-9.
(3) www.krebsdaten.de (Robert-Koch-Institut. Krebs in Deutschland für 2015/2016).


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