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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

17. Oktober 2020 Neudiagnose Nierenzellkarzinom: Erste Daten aus der nicht-interventionellen, prospektiven Registerstudie VERSUS von d-uo

M. Johannsen, Facharztpraxis Johannsen & Laux Berlin und Vorstand d-uo, R. Eichenauer, Urologikum Hamburg und Vorstand d-uo, J. Klier, UPK Köln und Vorstand d-uo, F. König, ATURO Berlin und Vorstand d-uo, R. Schönfelder, Urologie Schönfelder & Straßer Hamburg und Vorstand d-uo, J. Schröder, ATURO Berlin und Servicegesellschaft d-uo, E. Hempel, SMG Forschungsgesellschaft mbH Berlin, C. Doehn, Urologikum Lübeck und Vorstand d-uo

Urologische Tumorerkrankungen machen in Deutschland etwa 33% bzw. 4% aller Krebserkrankungen bei Männern bzw. Frauen aus. Voraussetzung für die Erfassung und wissenschaftliche Auswertung der Versorgungsqualität urologischer Tumorerkrankungen ist deren standardisierte Dokumentation. Seit Mai 2018 dokumentieren Mitglieder von d-uo (Deutsche Uro-Onkologen e.V.) urologische Tumorerkrankungen im Rahmen der prospektiven Registerstudie VERSUS (VERSorgUngsStudie). Es handelt sich bei VERSUS um eine nicht-interventionelle, prospektive, multizentrische Registerstudie zur Dokumentation und deskriptiven statistischen Auswertung von Diagnostik, Behandlungsverlauf und Nachsorge uro-onkologischer Patienten. Eingeschlossen werden Patienten mit der Erstdiagnose einer urologischen Tumorerkrankung. In der vorliegenden Analyse wurde das Nierenzellkarzinom untersucht (1).

d-uo vergütet seinen Mitgliedern den Dokumentationsaufwand

d-uo hatte bereits Anfang 2017 die Idee, eine Dokumentationsplattform zu konzipieren, mit der den d-uo-Mitgliedern einerseits die Meldung an das Krebsregister ermöglicht wird, und andererseits Daten in die eigene d-uo-Datenbank überführt werden können – ohne doppelten Aufwand. Das Krebsregister vergütet die Erstmeldung einer uro-onkologischen Tumorerkrankung mit 18 €. Als einziger Anbieter vergütet d-uo seinen Mitgliedern den mit der zusätzlichen Meldung an d-uo verbunden Dokumentationsaufwand mit weiteren 18 €.

d-uo stellt seinen Mitgliedern Software und Support kostenlos zur Verfügung

Nach Fertigstellung des Studienprotokolls und Erteilung eines positiven Ethikvotums für die prospektive Regis­terstudie VERSUS wurden im Mai 2018 die ersten Patientendaten über die Dokumentationsplattform von d-uo eingegeben. d-uo stellt seinen Mitgliedern die Dokumentationsplattform kostenlos zur Verfügung. Ebenso kostenlos sind Wartung und Pflege der Software sowie eine Hotline. Bei allem ist sichergestellt, dass die Datenhoheit ausschließlich bei den Mitgliedern von d-uo liegt.

Neudiagnose Nierenzellkarzinom: Erste Ergebnisse aus der VERSUS-Studie

Zwischen Mai 2018 und Juni 2020 wurden 5.520 Patienten mit der Erstdiagnose einer urologischen Tumor­erkrankung im Rahmen der VERSUS-Studie dokumentiert (Tab. 1). Bei 437 Patienten (7,9%) lag ein Nierenzellkarzinom vor. In 143 Fällen (32,7%) wurde das Nierenzellkarzinom wegen einer Symptomatik detektiert. Ein sonstiges Screening führte bei 120 Patienten (27,5%) und eine Früh­erkennungsmaßnahme bei 40 Patienten (9,2%) zur Diagnose.
 
Tab. 1: VERSUS-Studie: Verteilung von 5.520 Patienten mit Erstdiagnose einer urologischen Tumorerkrankung (Diagnosezeitraum 5/2018-6/2020).
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Tab. 1: VERSUS-Studie: Verteilung von 5.520 Patienten mit Erstdiagnose einer urologischen Tumorerkrankung (Diagnosezeitraum 5/2018-6/2020).


Eine Tumorformel war bei 321 Patienten (73,5%) verfügbar. Ein Tumorstadium T1, T2, T3 und T4 lag bei 69,2%, 10,9%, 19,0% bzw. 0,9% vor. Ein primär lymphknoten- bzw. organmetastasiertes Nierenzellkarzinom hatten 3,4% bzw. 7,5% der Patienten. Die Stadieneinteilung I-IV nach der UICC folgt einer anderen Systematik (Tab. 2). Es zeigt sich, dass in unserer Analyse deutlich mehr Patienten mit einem Stadium I nach UICC bzw. deutlich weniger Patienten mit einem Stadium III oder IV nach UICC (jeweils im Vergleich zur Analyse des Robert Koch-Instituts (RKI) für das Jahr 2016 (2)) inkludiert waren (Tab. 2).
 
Tab. 2: VERSUS-Studie: Verteilung der UICC-Stadien bei 321 Patienten mit einem Nierenzellkarzinom (Diagnosezeitraum 5/2018-6/2020) im Vergleich zu Daten aus dem RKI (2016). *Mann/Frau
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Tab. 2: VERSUS-Studie: Verteilung der UICC-Stadien bei 321 Patienten mit einem Nierenzellkarzinom (Diagnosezeitraum 5/2018-6/2020) im Vergleich zu Daten aus dem RKI (2016).

Interessanterweise kann das RKI für mehr als 50% der Patienten mit einem Nierenzellkarzinom keine Information zur Tumorformel liefern.

In unserer Serie wurde eine operative Therapie an der Niere bei 292 Patienten vorgenommen. Bei 278 Patienten war der Eingriff eindeutig einer organerhaltenden Operation (161 Patienten, 58%) bzw. einer (radikalen) Nephrektomie (117 Patienten, 42%) zuzuordnen. Bei organerhaltender Operation zeigten 8 Patienten (5%) einen positiven Absetzungsrand.

Schlussfolgerungen

Die meisten Nierenzellkarzinome werden zufällig detektiert. In einem Drittel aller Fälle bestand allerdings eine Symptomatik, die zur Diagnose führte. In zwei Drittel aller Fälle handelte es sich um ein Stadium T1. Lymphknotenmetastasen traten bei den Patienten in einer Häufigkeit auf, wie gemäß Literaturdaten zu erwarten war. Patienten mit Fernmetastasen waren deutlich seltener, als nach Literaturdaten zu erwarten gewesen wäre. Die Teilresektion war insgesamt die häufigste operative Therapie.


Link für weiterführende Informationen: www.d-uo.de
 
PD Dr. med. M. Johannsen
PD Dr. med. M. Johannsen

Facharztpraxis Johannsen & Laux Berlin
Carl-Schurz-Straße 31
13597 Berlin

Tel.: 030/3334030
Fax: 030/3331783

Deutsche Uro-Onkologen e.V. (Geschäftsstelle)
c/o SMG Forschungsgesellschaft mbH
Claire-Waldoff-Str. 3, 10117 Berlin
Tel.: 030/284450-05, Fax: 030/284450-09
E-Mail: info@smgf.de, Internet: www.d-uo.de

Literatur:

(1) Johannsen M et al. Uro News 2020;24(1): 14-16.
(2) www.krebsdaten.de (Robert Koch Institut. Krebs in Deutschland für 2015/2016).


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