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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
15. März 2018

Myelom – Wo geht es hin?

Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt
In den letzten 20 Jahren haben sich die Diagnostik und Therapie des Multiplen Myeloms (MM) grundlegend geändert. Wichtigstes Ergebnis dieser Entwicklung ist die Verdoppelung der Überlebenszeit auf 6-8 Jahre. Langzeitremissionen von über 10 Jahren werden zunehmend beschrieben. Die modernen Verfahren der Schnitt-Bildgebung verbessern die Beurteilung von Knochen und Knochenmark vor der Therapie. Auch zur Remissionsbeurteilung werden zunehmend Kernspintomographie und PET-CT angewendet. Die Diagnostik der minimalen Resterkrankung (MRD) mittels Durchflusszytometrie und NGS ist innerhalb von Studien etabliert. Messung und Beurteilung der MRD erlauben die Einschätzung, wie stark die Behandlung angeschlagen hat und mit welchem Risiko ein Rezidiv auftritt. Die Korrelation von Tiefe der Remission (gemessen durch MRD) und Prognose ist gegeben. Internationale Metaanalysen sollen nun die Verwendung von MRD als früher Indikator für ein längeres progressionsfreies Überleben durch EMA und FDA prüfen. Dies soll zur Akzeptanz der Einsetzung als Studienendpunkt in klinischen Tests führen.

Die neuen Medikamente und deren Kombination untereinander sowie mit autoSCT ermöglichen tiefe Remissionen. Da die Substanzen unterschiedlichen Klassen angehören, haben sie das Potential, Resistenzen zu überwinden. Die Pipeline neuer Medikamente ist gut gefüllt. Erwartungsgemäß ist die Immuntherapie auch beim MM erfolgreich. Neue Antigene, die Beeinflussung des Immunsystems und innovative Antikörper-Konstrukte werden 2018 verbesserte Ergebnisse in der Primärtherapie ermöglichen und die Überlebenszeit weiter steigern. Aufregende Ergebnisse sind zur Therapie mit CAR-T-Zelltherapie präsentiert worden. Erfreulicherweise ist die Tolerabilität dieser Behandlungsform bei Myelom-Patienten relativ gut, zu beachten sind jedoch die hohen Therapiekosten. Trotz dieser faszinierenden Entwicklung ist die seit 25 Jahren etablierte Hochdosistherapie gefolgt von autoSCT weiterhin ein wichtiges Element in der Primärtherapie fitter MM-Patienten. Studien ermöglichen, neue Therapiestandards zu erarbeiten.

Bei den myeloproliferativen Neoplasien (MPN) sind molekularbiologisch basierte Klassifikationen entwickelt worden. Insbesondere JAK-Inhibitoren haben die Prognose der Myelofibrose verbessert. Die Prävention von Komplikationen wird zunehmend als ein Bestandteil der Therapie weiter entwickelt. Bei malignen hämatologischen Erkrankungen erleben wir beispielhafte Verbesserungen der Diagnostik, Therapie und des Überlebens. In dem hier vorliegenden Heft wird dies insbesondere anhand von MM und MPN in Form jeweils einer CME-Fortbildung aufgezeigt. Es ist ein Privileg, in dieser ereignisreichen Zeit in diese Entwicklung involviert zu sein.

Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre,
Ihr Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt

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