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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
26. Mai 2016

mCRPC: Wirksamkeit und Verträglichkeit von Cabazitaxel in QoLiTime-Studie bestätigt

Die Chemotherapie ist unverzichtbarer Bestandteil der Behandlung von Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC). Aktuelle Daten aus dem klinischen Alltag (1) bestätigen Cabazitaxel bei diesen Patienten als wirksame Therapieoption nach Docetaxel-Versagen, ohne dass die Lebensqualität beeinträchtigt wird. Patienten mit einem PSA-Abfall ≥ 50% profitierten prognostisch besonders deutlich und erreichten eine signifikante Schmerzreduktion.
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Die aktuellen Ergebnisse der nicht-interventionellen Studie (NIS) QoLiTime (1), die auf der diesjährigen EAU-Jahrestagung mit einem „best-poster“-Preis ausgezeichnet wurde, unterstreichen den hohen Stellenwert der Behandlung mit Cabazitaxel, erläuterte der Studienleiter Prof. Peter Hammerer, Braunschweig. Die QoLiTime-Studie ist die bislang größte prospektive Untersuchung, in der neben der Wirksamkeit auch die Lebensqualität unter Behandlung mit Cabazitaxel untersucht wird.


Überlebensvorteil nicht zu Lasten der Lebensqualität

Im Rahmen der NIS wurden 527 Patienten mit mCRPC aus 158 Zentren mit Cabazitaxel behandelt. Das mediane Alter der Patienten betrug 72 Jahre und die Patienten waren mit mehr Komorbiditäten belastet, als dies unter Studienbedingungen der Fall ist, betonte Hammerer. Mehrheitlich hatten die Patienten aggressive Karzinome mit einem medianen Gleason Score von 8 (Range: 7-9).

Trotz der ungünstigeren Randbedingungen zeigte sich bei gut einem Drittel der Patienten (34,6%) ein PSA-Ansprechen – definiert als PSA-Abfall ≥ 50%. Diese PSA-Responder blieben im Median statistisch signifikant länger ohne erneuten Tumorprogress als jene mit einem PSA-Abfall < 50% (15,7 vs. 4,8 Monate; p<0,0001) und sie überlebten im Median fast 8 Monate länger (23,3 vs. 16,0 Monate; p=0,047). Die Lebensqualität der Patienten (EORTC QLQ-C30-Fragebogen) verschlechterte sich nicht – unabhängig vom PSA-Ansprechen. Vielmehr zeigte sich, dass ein PSA-Abfall ≥ 50% nach 4 Zyklen Cabazitaxel mit einem signifikanten Rückgang der Schmerzsymptomatik einherging (p=0,01) (1).


Resistenzen rechtzeitig erkennen

Auch molekulare Untersuchungen unterstreichen die Bedeutung der Chemotherapie für die Behandlung des mCRPC, erläuterte Prof. Bertrand Tombal, Brüssel, Belgien, auf dem Satellitensymposium der Firma Sanofi. Da das fortgeschrittene Prostatakarzinom eine klonal heterogene Erkrankung ist, weist etwa ein Drittel der Patienten eine primäre Resistenz gegen AR-gerichtete Substanzen auf (2, 3). Diese Patienten benötigten eine Chemotherapie, so Tombal. Für den klinischen Alltag empfiehlt er ein regelmäßiges Monitoring, um frühzeitig im Behandlungsverlauf eine Resistenz zu erkennen. Darüber hinaus weise z.B. ein nur kurzes Ansprechen auf die primäre Androgendeprivation (ADT) (4) auf eine endokrine Resistenz hin.

(bp)

Quelle: EAU 2016: Pressekonferenz zum Poster 768 (QoLiTime-Studien-Daten) sowie Satellitensymposium „New paradigms in the management of prostate cancer“, 11.+12.03.2016; Veranstalter: Sanofi

Literatur:

(1) Hammerer P et al. EAU-Jahrestagung 2016, München, 11.03.2016, Poster 768.
(2) Antonarakis ES et al. N Engl J Med 2014, 371: 1028-38.
(3) Antonarakis ES et al. JAMA Oncol 2015, 1: 582-91.
(4) Angelergues A et al. J Clin Oncol 2014, 32 (suppl4): #282.


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