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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
25. Januar 2021

mCRPC: Bereits bei der Auswahl der Erstlinie an die Folgetherapie denken

Die Behandlungsoptionen des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms sind in den letzten Jahren immer vielfältiger geworden. Wie Prof. Dr. Thomas Steuber, Hamburg, erklärte, müsse die Frage der geeigneten Reihenfolge von Substanzen in der Sequenztherapie des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC) bereits bei der Auswahl der Erstlinientherapie bedacht werden. Um die optimale Sequenztherapie zu bestimmen, gebe es in klinischen Studien den relativ neuen Endpunkt progressionsfreies Überleben 2 (PFS2), der die Zeit zwischen Randomisierung und Fortschreiten der Erkrankung oder Tod unter der ersten Folgetherapie beschreibt.
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Das PFS2 wurde für Apalutamid (Erleada®) beim CRPC mit hohem Risiko für die Entwicklung von Metastasen (M0CRPC) und beim metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinom (mHSPC) als explorativer Endpunkt in den Studien SPARTAN und TITAN untersucht (1, 2). Beim M0CRPC In der Studie SPARTAN verlängerte sich das PFS2 unter Apalutamid + Androgendeprivationstherapie (ADT) vs. Placebo + ADT signifikant von 41,2 auf 55,6 Monate (HR=0,55; 95%-KI: 0,46-0,66; p<0,0001) (1). 50% der Patienten aus der Apalutamid-Gruppe und 64% der Patienten aus der Placebo-Gruppe hatten Abirateron + Prednison/Prednisolon (P) als Folgetherapie erhalten. Beim mHSPC zeigte sich der Vorteil von Apalutamid vs. Placebo (Median jeweils noch nicht erreicht) mit einer Hazard Ratio (HR) von 0,66 (95%-KI: 0,50-0,87; p=0,0026) (2).

Welche der bevorzugten antihormonellen Therapie – Abirateron/P oder Enzalutamid (3) – in der Erstlinientherapie des nicht oder mild symptomatischen mCRPC eingesetzt werde, wirke sich auch auf die Folgetherapie aus, betonte Steuber. Neben Metaanalysen retrospektiver Studien gibt es mittlerweile auch eine prospektive Studie, die auf Vorteile der Sequenz Abirateron/P gefolgt von Enzalutamid gegenüber der umgekehrten Reihenfolge hinweisen (4, 5). In den Metaanalysen zeigte sich ein signifikant längeres PFS2 bei Therapiebeginn mit Abirateron/P mit einer HR von 0,62 (95%-KI: 0,49-0,78; p<0,001) bzw. 0,57 (95%-KI: 0,35-0,92; p=0,02) (4, 6). In der prospektiven Phase-II-Studie war die Zeit bis zum 2. PSA-Progress (kombiniertes PSA-PFS) bei Therapiebeginn signifikant länger, wenn zuerst Abirateron/P statt Enzalutamid eingesetzt wurde (15,2 vs. 19,3 Monate; HR=0,66; 95%-KI: 0,45-0,97; p=0,036) (5). Die Zeit bis zum 2. Progress war mit dieser Sequenz ebenfalls signifikant länger (15,0 vs. 10,3 Monate; p=0,029).

Andrea Warpakowski

Quelle: Fachpressekonferenz online anlässlich ASCO und ESMO 2020 „Erleada® und Zytiga® in der Sequenztherapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms“, 28.10.2020; Veranstalter: Janssen

Literatur:

(1) Small EJ et al. J Clin Oncol 2020;38(15_suppl; abstr. 5516) & Poster.
(2) Chi K et al. N Engl J Med 2019;381:13-24.
(3) S3-Leitlinie Prostatakarzinom, Version 5.1 – Mai 2019. www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/prostatakarzinom
(4) Mori K et al. Prostate Cancer Prostatic Dis 2020; doi: 10.1038/s41391-020-0222-6.
(5) Khalaf D et al. Lancet Oncol 2019;20(12):1730-1739.
(6) Chung DY et al. Cancers (Basel) 2019;12(1):E8.


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