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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

15. November 2019 mPC: In der Sequenz Resistenzen umschiffen

Für die Therapie des metastasierten Prostatakarzinoms (mPC) steht mittlerweile eine ganze Reihe an wirksamen Präparaten zur Verfügung, sagte Prof. Dr. Christian Schwentner, Stuttgart. Doch handelt es sich beim mPC um eine vielgestaltige Tumorentität. Eine dauerhafte Therapie, die lediglich Androgenrezeptoren (AR) adressiert, ist oftmals nicht möglich. Daher müssen auch die Chancen einer Chemotherapie in der Sequenz genutzt werden.
Wohl gibt es mit der Androgendeprivation, den neueren AR-Antagonisten und den Androgensynthese-Inhibitoren wie Abirateron einige wirksame hormonspezifische Medikamente, die aber nicht in jeder Situation der Tumorgenese des PC greifen. Schwentner machte auf die Heterogenität der Tumorentwicklung aufmerksam. So können bei einem Patienten sowohl AR-abhängige als auch AR-unabhängige Tumorzellen vorhanden sein. Zudem sind Kreuzresistenzen zwischen den verschiedenen Substanzen, die AR adressieren, zu beachten. So etwa die Kreuzresistenz zwischen Abirateron und Enzalutamid. In diesem Fall sind Chemotherapien eine wirkungsvolle Alternative.

Als einen Beleg für den Wirkverlust einer AR-gerichteten Therapie führte Prof. Dr. Gunhild von Amsberg, Hamburg, eine retrospektive Analyse an. Diese betrachtete 345 Patienten mit mCRPC, die nach frühzeitigem Progress (< 12 Monate) unter einer AR-gerichteten Behandlung in der 2. Linie entweder mit Docetaxel, Cabazitaxel, Abirateron oder Enzalutamid behandelt wurden. Dabei wurde ein PSA-Abfall von mind. 50% sowohl nach 3 als auch nach 6 Monaten signifikant häufiger unter eine Taxan-Therapie beobachtet als unter einer AR-Therapie. Dies schlägt sich auch in einer signifikanten Reduktion der Gesamtsterbefälle nieder, die in der Taxan-Gruppe vs. AR-gerichteter Behandlung um 34% reduziert werden konnten (p=0,01) (1).

In der randomisierten Phase-III-Studie CABADOC gaben die Patienten an, so von Amsberg, dass „unter Cabazitaxel die Schmerzen kontrolliert sind und sich sogar besserten.“ Dies sei ein Argument, um Patienten, welche meist Vorbehalte gegen eine Chemotherapie haben, von einer solchen Behandlung zu überzeugen. „Bei Patienten mit einer fortgeschrittenen Erkrankung ist oftmals nicht die Frage, ob AR-gerichtete Therapie oder Chemotherapie, sondern es ist absehbar, dass sie beides benötigen werden.“ Auch aufgrund der Post-hoc-Daten scheine eine frühzeitige Gabe einer Chemotherapie in Form von Docetaxel und Cabazitaxel Vorteile für das Gesamtüberleben des Patienten zu bringen.

Reimund Freye

Quelle: Satelliten-Symposium „Metastasiertes Prostatakarzinom – wo stehen wir 2019“, DGU, 19.09.2019, Hamburg; Veranstalter: Sanofi Genzyme

Literatur:

1. Oh WK et al. Urol Oncol 2018;36(11):500.e1-500.e9


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