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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. Juni 2019 mCRPC: Behandlungsalltag bestätigt Nutzen von Abirateron in der Erst- und Zweitlinientherapie

Die Kombination Abirateron + Prednisolon in der Erstlinientherapie des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC) hat positive Auswirkungen auf die Folgebehandlung. Neben einem signifikant besseren Ansprechen in der Zweitlinie nach Abirateron + Prednisolon weist das Regime zudem ein gutes Wirksamkeits- und Nebenwirkungsprofil auf.
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Signifikant besseres Ansprechen in der Zweitlinie

In mehreren Studien wurde laut PD Dr. Martin Bögemann, Münster, dokumentiert, dass  Patienten mit einem mCRPC auf lange Sicht profitieren, wenn sie zunächst mit Abirateron (Zytiga®) + Prednisolon (Abirateron/P) und erst in der Folgesequenz mit Enzalutamid behandelt werden. Eine Phase-II-Studie bei Chemotherapie-naiven Männern mit mCRPC bekräftigt dies, wie Bögemann bei einem Fachpressegespräch in Düsseldorf darlegte. Bei der Therapiesequenz von zunächst Abirateron gefolgt von Enzalutamid zeigte sich ein signifikant besseres PSA50-Ansprechen in der zweiten Therapielinie als beim umgekehrten Vorgehen, also bei einer primären Therapie mit Enzalutamid, gefolgt von Abirateron (31% vs. 4%; p<0,001). Außerdem war das PSA-progressionsfreie Überleben (PSA-PFS) in der zweiten Therapielinie signifikant länger, wenn die Behandlung mit Abirateron/P begonnen wurde (median 2,7 vs. 1,3 Monate; p<0,001).
 

Behandlungsalltag bestätigt Zulassungsstudie

Es liegen inzwischen auch Daten aus dem Behandlungsalltag vor, die den Stellenwert von Abirateron/P beim mCRPC untermauern. So erzielte die Behandlung Chemotherapie-naiver Patienten mit nicht oder nur mild symptomatischem mCRPC in einer retrospektiven Beobachtungsstudie ein medianes PFS von 10,8 Monaten. Die Zeit bis zum Therapieversagen betrug 10 Monate. „Damit bestätigen die Daten das Ergebnis der Zulassungsstudie, obwohl die Patienten deutlich älter und auch insgesamt kränker waren“, so Bögemann. Denn die Patienten in der Real-world-Studie waren im Median 75 Jahre alt, 54% waren älter als 75 Jahre. In der Zulassungsstudie lag das mediane Alter hingegen bei 71 Jahren und nur 34% der Studienteilnehmer waren älter als 75 Jahre. In der Beobachtungsstudie war zudem der Anteil der Männer mit relevanter Komorbidität deutlich höher als in der Zulassungsstudie. Es waren insbesondere mehr Männer mit einer kardiovaskulären Erkrankung, einem Diabetes und/oder einer Niereninsuffizienz eingeschlossen.
 

Gute Verträglichkeit

Unabhängig von der Effektivität bestätigte sich im Behandlungsalltag laut Bögemann auch die gute Verträglichkeit von Abirateron/P: Nebenwirkungen traten bei 8,1% der Teilnehmer auf, führten aber nur bei 3,5% zum Therapieabbruch.

Christine Vetter

Quelle: Fachpressekonferenz „Aktuelle Entwicklungen in der Therapie des metastasierten Prostatakarzinoms mit Zytiga®“, ASCO-GU, 09.05.2019, Düsseldorf; Veranstalter: Janssen


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