Freitag, 26. April 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

04. November 2016 mCRPC: Abirateronacetat verlängert das Gesamtüberleben

In der auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) vorgestellten randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie COU-AA-302 wurde unter Abirateronacetat ein Gesamtüberlebensvorteil von Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) gezeigt.
Anzeige:
In Fällen, in denen herkömmliche Hormontherapien bei mild symptomatischer Tumorerkrankung versagen, stehen mCRPC-Patienten nun Next-Generation-Hormontherapien wie z.B. Abirateronacetat (Zytiga®) zur Verfügung. „Abirateronacetat hat in dieser Situation klare Überlebensvorteile gezeigt“, erklärte Prof. Dr. Axel Merseburger, Lübeck. Die multizentrische, doppelblinde Phase-III-Studie COU-AA-302 randomisierte Patienten mit progredientem, Chemotherapie-naivem mCRPC auf Abirateronacetat/Predniso(lo)n (n=546) oder Placebo/Predniso(lo)n (n=542) (1). Als ko-primäre Endpunkte dienten das radiologisch progressionsfreie Überleben (rPFS) und das Gesamtüberleben (OS). Nach 49,2 Monaten zeigte sich im Hinblick auf das mediane OS mit 34,7 Monaten eine signifikante Überlegenheit von Abirateronacetat gegenüber Placebo mit 30,3 Monaten (HR=0,81; 95%-KI: 0,70-0,93; p=0,0033). Darüber hinaus verdoppelte sich das rPFS im Abirateronacetat-Arm mit 16,5 Monaten gegenüber 8,2 Monaten im Placebo-Arm signifikant (HR=0,52; 95%-KI: 0,45-0,61; p<0,0001). Merseburger beschrieb die Daten als „sensationell“. Die signifikante Überlegenheit von Abirateronacetat gegenüber Placebo zeigte sich auch in allen sekundären Endpunkten der Studie: Zeit bis zum Beginn einer Opiat- oder Chemotherapie, Zeit bis zur ECOG-PS-Verschlechterung und bis zur PSA-Progression. Hinsichtlich der Verträglichkeit fügte Merseburger hinzu, dass eine gute Langzeitverträglichkeit beobachtet werden konnte. Zudem sei das kardiovaskuläre Sicherheitsprofil auch bei Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren akzeptabel, betonte PD Dr. Henrik Suttmann, Hamburg. Eine Post-hoc-Analyse der COU-AA-302-Studie einer „günstigen“ und „ungünstigen“ Prognosegruppe (2) ergab, dass grundsätzlich alle Patienten von der Abirateronacetat-Therapie profitieren. Allerdings ist ein früher Therapiestart von Vorteil, erklärte Suttmann.

Die Expression des Androgenrezeptors (AR)-V7 ist ein Hinweis auf eine Resistenz gegenüber Abirateronacetat und Enzalutamid und könnte somit als potenzieller Biomarker die Therapieentscheidung erleichtern (3). „Ein Wechsel des Wirkmechanismus auf eine Chemotherapie kann sinnvoll sein, aber es gibt auch Patienten, die trotz AR-V7-Expression auf Abirateronacetat und Enzalutamid ansprechen“, sagte Merseburger. Zusammenfassend zeigt Abirateronacetat sowohl in klinischen Studien als auch im Behandlungsalltag eine gute Verträglichkeit und Lebensqualität. Die Patientenzufriedenheit und die Machbarkeit der Therapie ist sicherlich als gut zu beurteilen, schloss Suttmann. Derzeit läuft eine erste prospektive, randomisierte, offene Phase-II-Studie zum sequenziellen Einsatz der Next-Generation-Hormontherapien (https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT02125357). Erste Ergebnisse werden Anfang 2017 erwartet.

(ma)

Quelle: Fachpressekonferenz „Praxis und Theorie: Erstlinientherapie des mCRPC mit Zytiga®“, DGU-Kongress, 29.09.2016, Leipzig; Veranstalter: Janssen-Cilag

Literatur:

(1) Ryan CJ et al. Lancet Oncol 2015.
(2) Miller K et al. EAU 2016; Abstract 775.
(3) Azoitei A et al. J Steroid Biochem Mol Biol 2016.


Das könnte Sie auch interessieren

Was Krebspatienten in der kalten Jahreszeit beachten sollten

Was Krebspatienten in der kalten Jahreszeit beachten sollten
© Jenny Sturm / fotolia.com

Außen kalt, innen überheizt, dazu Glatteis, Schnee und trübes Licht – der Winter ist für Krebspatienten keine leichte Zeit. Aufgrund der geschwächten Immunabwehr und den damit einhergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind besondere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Im Monatsthema Dezember gibt das ONKO-Internetportal hilfreiche Tipps, wie Krebspatienten gut und sicher durch die kalten Monate kommen.

Dem hellen Hautkrebs keine Chance

Mit Einführung des gesetzlichen Hautkrebs-Screenings Mitte 2008 sind die Zahlen der diagnostizierten Fälle sprunghaft angestiegen: Pro Jahr wird hierzulande bei inzwischen rund 18.000 Menschen schwarzer und bei mehr als 140.000 Menschen heller Hautkrebs neu festgestellt. Nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft ist die Erkrankung "Hautkrebs"zwar für mehr als die Hälfte der Befragten ein besorgniserregendes Thema, doch...

Individualisierte Schmerztherapie

Individualisierte Schmerztherapie
© Dan Race / Fotolia.com

Schmerz ist eine komplexe Empfindung. Der menschliche Körper besitzt ein weitverzweigtes Netzwerk aus Schmerzrezeptoren und Schmerzleitungen.  Schmerzen können bei Krebserkrankungen durch das Wachstum eines Tumors oder auch durch unerwünschte Begleiterscheinungen von Therapien verursacht werden.  Um das Schmerzerleben adäquat behandeln zu können, ist es notwendig, eine individuelle Schmerztherapie durchzuführen. Die Mitarbeit der Betroffenen ist dabei...

Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren mit kombinierten Bluttests

Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren mit kombinierten Bluttests
© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

In Deutschland erkranken jährlich circa 9000 Menschen an Leberkrebs – und die Häufigkeit der Erkrankung nimmt deutlich zu. In den vergangenen 35 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen verdoppelt. Ein gängiges Verfahren zur Diagnose dieser Erkrankung ist die Ultraschalluntersuchung: Mithilfe der modernen Sonografie lässt sich gutartiges Gewebe sehr exakt von bösartigem unterscheiden. Wenn die Ultraschalldiagnostik mit speziellen Bluttests kombiniert wird,...

11. Krebsaktionstag: Austausch zu Alltagsfragen

11. Krebsaktionstag: Austausch zu Alltagsfragen
Universitätsklinikum Ulm

Senkt Sport das Rückfallrisiko bei Krebs? Welcher Badeanzug steht mir nach der Brustamputation? Wie ernähre ich mich so, dass ich fit bleibe? Um diese und weitere Fragen dreht sich der 11. Krebsaktionstag der Medizinisch-Onkologischen Tagesklinik (MOT) der Klinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Ulm. Krebspatient*innen, Angehörige und Interessierte sind am Freitag, den 14.09.2018 herzlich eingeladen, sich von 10.00 bis 16.30 Uhr bei kostenfreien Vorträgen...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"mCRPC: Abirateronacetat verlängert das Gesamtüberleben"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.