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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

06. Dezember 2016 mCRC: Lebenszeitverlängerung durch TAS-102

„Die Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms (mCRC) entwickelt sich kontinuierlich weiter“, sagte Prof. Dr. Hans-Joachim Schmoll, Halle. Intensiv vorbehandelte mCRC-Patienten profitieren seit Kurzem auch von Trifluridin/Tipiracil (TAS-102, Lonsurf®), einem oralen Zytostatikum, das den Daten der Phase-III-Studie RECOURSE zufolge das Gesamtüberleben (OS) um 1,8 Monate verlängert und das Sterberisiko im Vergleich zu Placebo um 32% senkt.
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In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie RECOURSE wurden 534 Patienten mit TAS-102 (35 mg/m2, 2x tägl. an 5 aufeinander folgenden Tagen, gefolgt von einer Behandlungspause von 2 Tagen für 2 Wochen) + Best supportive care (BSC) und 266 Patienten mit Placebo + BSC behandelt (1), erläuterte Prof. Dr. Meinolf Karthaus, München. Die Behandlung wurde bis zum Progress, bis zu einer nicht-tolerierbaren Toxizität oder bis zu einem Abbruch auf Wunsch des Patienten fortgeführt. Der primäre Studienendpunkt war das OS basierend auf dem „intent-to-treat“ (ITT) und die sekundären Endpunkte waren das progressionsfreie Überleben (PFS), das Ansprechen und die Sicherheit.

Das mediane OS in der TAS-102-Gruppe verlängerte sich mit 7,1 Monaten vs. 5,3 Monate in der Placebo-Gruppe signifikant (HR=0,68; 95%-KI: 0,58-0,81; p<0,001) (1). „Dieser Überlebensvorteil zeigte sich konsistent über alle Patienten-Subgruppen hinweg“, berichtete Karthaus. Das PFS lag bei 2,0 Monaten unter der TAS-102-Behandlung (95%-KI: 0,41-0,57) und bei 1,7 Monaten unter Placebo (95%-KI: 1,7-1,8) (1). Auch der PFS-Vorteil unter TAS-102 konnte konsistent über alle Subgruppen hinweg beobachtet werden.

„Die Gesamtrate an Nebenwirkungen unter TAS-102 unterscheidet sich kaum von Placebo und war gut überschaubar“, sagte Karthaus. „Die Hauptunterschiede sieht man auf der hämatologischen Seite: TAS-102 kann Neutropenien, Leukopenien und Anämien hervorrufen, wobei die Rate an schweren Veränderungen moderat ist“, erklärte Karthaus. Subgruppenanalysen zeigten, dass auch ältere Patienten von einer TAS-102-Therapie profitieren: Bei Patienten, die älter als 65 Jahre waren, wurde eine Krankheitskontrollrate (DCR) von 48,7% mit TAS-102 erreicht (15,5% unter Placebo). Die Effektivität und Sicherheit von TAS-102 ist ebenso bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion gegeben. Bei moderat eingeschränkter Nierenfunktion nimmt die Effektivität ab und die Toxizität zu.

„TAS-102 ist ein Schritt im Rahmen des „continuum of care“, um das Überleben zu verlängern. Seine gute Verträglichkeit im klinischen Alltag ist genau das, was dieses Medikament neben seiner Effektivität auszeichnet“, schloss Prof. Dr. Volker Heinemann, München.

(ma)

Quelle: Symposium „Neue Therapieoptionen für Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom“, DGHO-Kongress, 14.10.2016, Leipzig, Veranstalter: Servier

Literatur:

(1) Mayer RJ et al. N Engl J Med 2015;372:1909-19.


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