Donnerstag, 28. Mai 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

16. Dezember 2019 mBC: Erhalt der Lebensqualität für Patientinnen bei der Therapiewahl am wichtigsten

Im Rahmen eines interaktiven Symposiums auf dem DGHO-Kongress wurde der Stellenwert von Lebensqualität und Patientenpräferenz bei Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom (mBC) erörtert. Für die Patientinnen hat der Erhalt der Lebensqualität die höchste Prioriät – noch vor den Überlebensparametern und den therapieassoziierten Nebenwirkungen, wie die Ergebnisse einer vorgestellten Studie zeigten.
Anzeige:
Fachinformation
In den letzten 10 Jahren häufen sich die Studien, die Vorteile im progressionsfreien und Gesamtüberleben (PFS und OS) beim mBC zeigen konnten. Prof. Dr. Peter Fasching, Erlangen, stellte 2 Studien zu CDK4/6-Inhibitoren in den Fokus: Die MONARCH-2- und die MONALEESA-7-Studie. In der MONARCH-2-Studie wurde bei Patientinnen mit Hormonrezeptor-positivem (HR+)/HER2-negativem Brustkrebs Abemaciclib + Fulvestrant mit Placebo + Fulvestrant verglichen. Das mediane PFS betrug unter Abemaciclib + Fulvestrant 16,9 vs. 9,3 Monate unter Placebo + Fulvestrant (HR=0,536; 95%-KI:0,445-0,645; p<0,0001). Das mediane OS war mit 46,7 Monaten ebenfalls signifikant verbessert im Vergleich zu 37,7 Monaten unter Placebo + Fulvestrant (HR=0,757; 95%-KI: 0,606-0,945; p=0,0137) (1). Dies entspricht einem OS-Benefit von 9,4 Monaten, wie Fasching betonte. Auch die Zeit bis zu einer Chemotherapie war im Verum-Arm signifikant verlängert: 50,2 vs. 22,1 Monate unter Placebo (HR=0,625; 95%-KI: 0,501-0,779; p<0,0001). In der MONALEESA-7-Studie wurden Patientinnen mit HR+/HER2-negativem fortgeschrittenen Mammakarzinom mit entweder Ribociclib + endokrine Therapie (ET) oder Placebo + ET behandelt. In dieser Studie konnte u.a. nachgewiesen werden, dass die Zeit bis zur Verschlechterung der Lebensqualität unter Ribociclib signifikant verlängert wurde im Vergleich zu Placebo: NR vs. 21,2 Monate (HR=0,70; p=0,004) (2). „Die Nebenwirkungen des CDK4/6-Inhibitors betreffen v.a. den Gastrointestinaltrakt und sind mit geeigneten Supportivmaßnahmen gut behandelbar“, so Fasching.

„Das frühere Dogma, dass eine maximal aggressive Therapie am besten hilft, gilt definitiv nicht mehr. Wir haben gesehen, dass unter den CDK4/6-Inhibitoren wesentlich bessere PFS-Raten als unter Chemotherapie zu erreichen sind“, resümierte Fasching. Die Kombination einer Hormontherapie mit einer CDK4/6-Inhibition ist einer Chemotherapie im Hinblick auf PFS, OS und Lebensqualität überlegen. Der Einsatz einer Chemotherapie wäre seines Erachtens nur noch in akut lebensbedrohlicher Situation und bei hohem Remissionsdruck gerechtfertigt.

Eine von der Firma Lilly in Auftrag gegebene Studie untersuchte gezielt, wie das OS und das PFS im Verhältnis zur Verträglichkeit der Therapie und zu deren Auswirkungen auf die Lebensqualität von Patientinnen bewertet wird. Laut Prof. Dr. Achim Wöckel, Würzburg, handelt es sich hierbei um eine qualitativ sehr hochwertige Studie. Die Ergebnisse zeigten, dass den Patientinnen besonders der Erhalt ihrer körperlichen Beweglichkeit und Mobilität, ebenso aber auch eine Verlängerung von PFS und OS wichtig ist. Typische Nebenwirkungen von Chemotherapien wie z.B. Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Fatigue oder Haarausfall, seien für die Patientinnen weniger wichtig als oftmals angenommen (3). Wie Wöckel erklärte, seien die Patientinnen bereit, einiges in Kauf zu nehmen im Hinblick auf eine möglichst effiziente Therapie. Wöckels Fazit bezüglich der Studie: „Im Kontext der Entscheidung für eine palliative Mammakarzinom-Therapie sind die Präferenzen der betreffenden Patientinnen, unabhängig von ihrer bisherigen Behandlungserfahrung, primär auf höhere bzw. stabile Lebensqualität und Therapieziele wie OS und PFS ausgerichtet. Die Patientinnen scheinen Nebenwirkungen bis zu einem gewissen Grad zu tolerieren, solange die Lebensqualität erhalten bleibt und OS-/PFS-Ziele erreicht werden.“

(sk)

Quelle: Symposium „Lebensqualität und Patientenpräferenz – Was ist wichtig für die Patientin mit einem metastasierten Mammakarzinom?“, DGHO, 12.10.2019, Berlin; Veranstalter: Lilly

Literatur:

(1) Sledge G et al. Ann Oncol 2019; 30(suppl_5): v851-v934.
(2) Harbeck N et al. Ann Oncol 2018; 29.
(3) Weidling E et al. Poster presented at BMC Kongress 2019, Berlin, 22./23.01.2019.


Das könnte Sie auch interessieren

Deutsche Krebshilfe fördert kooperatives interdisziplinäres Netzwerk für onkologische Sport- und Bewegungstherapie in der Region Frankfurt/Rhein-Main

Deutsche Krebshilfe fördert kooperatives interdisziplinäres Netzwerk für onkologische Sport- und Bewegungstherapie in der Region Frankfurt/Rhein-Main
© oneinchpunch / Fotolia.com

Körperliche Bewegung und Sport haben vielfältige positive Wirkungen, wenn sie begleitend zu einer Krebstherapie eingesetzt werden. Therapiebedingte Nebenwirkungen, das bei nahezu allen Patienten beobachteten Müdigkeits-Syndrom (Fatigue), sowie subjektive Belastungen der Therapie und der Erkrankung werden durch regelmäßige körperliche Bewegung wesentlich erleichtert. Dennoch gibt es derzeit noch keine flächendeckende Versorgungsstruktur für diese hoch...

Vom Telemedizin-Netzwerk bis zur Ersthelfer-App: Medizintrends mit Zukunft

Die Deutschen werden immer älter. Chronische Leiden wie Demenz oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen künftig das Gesundheitssystem auf die Probe. Medizinforscher und Gesundheitsexperten aller Branchen arbeiten längst unter Hochdruck an neuen Lösungen für die Gesundheitsversorgung von morgen. In die Karten spielen ihnen dabei die Digitalisierung und der Trend zur Vernetzung im Gesundheitswesen. Das zeigt auch der Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der...

Aktiv gegen Krebs: Welche Ernährung kann schützen?

Aktiv gegen Krebs: Welche Ernährung kann schützen?
© azurita - stock.adobe.com

Eine ausgewogene Ernährung, Normalgewicht sowie ein möglichst geringer Konsum alkoholischer Getränke senken das Risiko, an Krebs zu erkranken. Im Rahmen der 1. Nationalen Krebspräventionswoche informieren die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsforschungszentrum, DKFZ, die Bevölkerung über Risikofaktoren, die jeder selbst beeinflussen kann. Denn: Etwa 40 Prozent aller Krebsfälle, die jährlich neu diagnostiziert werden, wären nach Ansicht von...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"mBC: Erhalt der Lebensqualität für Patientinnen bei der Therapiewahl am wichtigsten"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden