Samstag, 17. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Imfinzi NSCLC
Imfinzi NSCLC
JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
03. August 2017

„Wir jedenfalls reden mit den Leuten“

Lesermeinung
Lesermeinung zu Ausgabe 4/17 – Seite 309-313 – Fortbildung: Schlimok et al., „Warum eine gut strukturierte Krebsnachsorge entscheidend ist“
Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021
Sehr geehrte Damen und Herren,

„Survivorship“ und Nachsorge: ein Feld, das in der Tat zum Beackern taugt (…) Ich sehe durch keine Studie abgesichert und auch per se nicht absicherbar, wer was tun soll, wenn es um Arzt-Patientenkontakte nach Abschluss von Krebstherapien geht.

Unstrittig sollte sein, dass onkologische Interventionen (auch endokrine Therapien) in die Hände onkologisch verantwortlicher Ärzte gehören. Wissenschaftlicher Methodik zugänglich sind darüber hinaus Fragen, ob bestimmte Tumor-spezifische Interventionen an nicht mehr behandelten, mutmaßlich kurierten asymptomatischen Patienten die Prognose verbessern. Beispiele: Früherkennung von Lebermetastasen kolorektaler Karzinome (ja), aber auch Nutzen von Tumormarkerbestimmungen nach Ovarialkarzinom (mindestens strittig) mit der Berechtigung, genau diese auch den Krebsspezialisten zuzuordnen.

Die von Schlimok et al. beschriebene Orientierungslosigkeit onkologischer Patienten nach Klinikentlassung beobachte ich auch. Aber meine Analyse ist eine andere: Wenn in der Klinik keiner ausreichend mit den Patienten spricht, müssen wir darin die ökonomisch getriebene Minderleistung der Kliniker erkennen, benennen und Besserung einfordern. Für niedergelassene internistische Onkologen zeigen Patientenbefragungen und Qualitätssicherungsmaßnahmen: wir jedenfalls reden mit den Leuten.

Die wirkliche Zukunftsfrage der Onkologie ist eine ganz andere: wie sichern wir unsere Ressourcen als Spezialisten für die komplex neuerkrankten und interventionsbedürftigen Patienten, anstatt unsere Kompetenz zu blockieren mit Dingen, die andere mindestens nicht viel schlechter machen?

Schaffen wir es, uns rechtzeitig von den Patienten zu trennen, die von gut informierten Allgemeinversorgern übernommen werden können? Der Verdacht: Wir reflektieren unsere Eitelkeiten zu wenig, hängen zu sehr an den Erfolgsfällen, kalkulieren mit den gesunden Verdünnern, betreiben emotionales „upcoding“ und reden Gesunde kränker als nötig, flüstern ihnen nicht ohne Eigennutz Umsorgungsbedarf ein und glauben zum Schluss sogar noch selbst daran. (…)

Stattdessen: Ein gut strukturiertes onkologisches Überleitungsmanagement wäre der Ansatz mit Zukunft.

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. med. Mathias Bertram, Hamburg


Den Artikel finden Sie hier.

Das könnte Sie auch interessieren
Urologen starten Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017
Urologen+starten+Themenwoche+Hodenkrebs+vom+27.+bis+31.+M%C3%A4rz+2017
© Paolese / Fotolia.com

Deutschlands Urologen gehen neue Wege in der Öffentlichkeitsarbeit: Mit der Einführung der „Urologischen Themenwochen“ baut die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) ihr Engagement in der medizinischen Aufklärung der Bevölkerung erneut aus: Den Anfang macht die Urologische Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017. Mit zielgruppengerecht aufbereiteten Informationen wollen Urologinnen...

Sonnensünden kommen erst nach Jahrzehnten ans Tageslicht
Sonnens%C3%BCnden+kommen+erst+nach+Jahrzehnten+ans+Tageslicht
© Peter Atkins / Fotolia.com

Die moderne Krebsmedizin hat bei der Behandlung von Tumorerkrankungen in den letzten Jahren beachtliche Erfolge erzielt. Das gilt insbesondere auch für Hautkrebs, der durch ein Übermaß an UV-Strahlung ausgelöst wird. Die Hautkrebszahlen steigen. Auch das Dresdner Hauttumorzentrum am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) verzeichnet kontinuierlich mehr Hautkrebspatienten – darunter viele...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"„Wir jedenfalls reden mit den Leuten“"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.