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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

15. Dezember 2020 Individualisierte Optionen beim HER2-positiven Mammakarzinom

Eine HER2-Überexpression geht mit einer aggressiveren Tumorbiologie einher. Dank der gegen HER2 gerichteten Behandlungsoptionen konnte die schlechtere Prognose im Vergleich zu HER2-negativen Tumoren aufgeholt werden. Im Rahmen des DGHO 2020 wurde über die kombinierte HER2-gerichtete Therapie diskutiert.
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Auch 25 Jahre nach der Entdeckung der klinischen Relevanz des HER2-Rezeptors werden noch immer große Fortschritte in der Behandlung des HER2-positiven Mammakarzinoms erzielt, wie Prof. Dr. Peter Fasching, Erlangen, zeigen konnte. Nahezu alle Anti-HER2-Behandlungen sind von der metastasierten auch in die frühe Phase übergegangen, sodass in späteren Linien neue Substanzen gebraucht werden. Zukünftige Aufgaben umfassen somit auch die Identifikation potenziell resistenter Tumoren vor Therapiebeginn sowie die Entwicklung „kluger“ Therapiealgorithmen, resümierte Fasching.

Die neueste Entwicklung in Bezug auf die HER2-gerichtete Erkrankung ist der Tyrosinkinase-Inhibitor Tucatinib, der hochselektiv den HER2-Rezeptor (und auch minimal EGFR) inhibiert. Prof. Dr. Nadia Harbeck, München, zeigte die klinischen Daten der 2:1-randomisierten, doppelblinden HER2CLIMB-Studie, die Placebo-kontrolliert die zusätzliche Gabe von Tucatinib zu Trastuzumab und Capecitabin bei insgesamt 612 intensiv vorbehandelten Patientinnen untersuchte. In der Primäranalyse zeigte sich bereits die Überlegenheit des experimentellen Arms in Bezug auf alle Wirksamkeitsendpunkte.

In die Studie wurden proaktiv Patientinnen mit Hirnmetastasen eingeschlossen, für alle Patientinnen wurde ein Hirn-MRT als Baseline-Untersuchung durchgeführt. Das mediane progressionsfreie Überleben (mPFS) der 291 eingeschlossenen Patientinnen mit Hirnmetastasen wurde durch die zusätzliche Gabe von Tucatinib von 4,2 auf 9,9 Monate verlängert (HR=0,32; 95%-KI: 0,22-0,48; p<0,0001). Der Vorteil durch die Tucatinib-Gabe übertrug sich auch auf das Gesamtüberleben (OS) mit einem Median von 18,1 vs. 12,0 Monaten (HR=0,58; 95%-KI: 0,40-0,85; p=0,005). Innerhalb der Gruppe der prognostisch sehr ungünstigen Patientinnen mit aktiven Hirnmetastasen bei Studieneinschluss (n=174) wurde ebenfalls eine Verlängerung des PFS (HR=0,36; 95%-KI: 0,22-0,57; p<0,0001) und des OS (HR=0,49; 95%-KI: 0,30-0,80; p=0,004) beobachtet. Die Ansprechrate betrug bei den Patientinnen mit aktiven, messbaren Hirnläsionen 47% vs. 20% (p=0,03).

Dr. rer. nat. Ine Schmale

Quelle: Symposium „Der Wirkmechanismus entscheidet – individualisierte Behandlungsoption beim HER2+ metastasierten Mammakarzinom“, DGHO, 11.10.2020; Veranstalter: Seagen


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