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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

Immunonkologische Kombinationstherapien beim NSCLC

In Europa gibt es derzeit noch keine immunonkologischen Kombinationstherapien in der Praxis. „Doch das wird sich bald ändern“, sagte PD Dr. Nils Reinmuth, Gauting, der überzeugende Studiendaten vorstellte.
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Heutiger Standard ist die Immuntherapie in der Erstlinie bei PD-L1-überexprimierenden Patienten und die zielgerichtete Therapie bei den entsprechenden Mutationen (ALK-, ROS-Aktivierung, EGFR-Mutation etc.). „Deshalb müssen wir eine personalisierte Medizin betreiben“, unterstrich Reinmuth. Die Mehrzahl der NSCLC-Patienten weist jedoch weder Mutationen noch eine PD-L1-Überexpression auf. Für sie sei die Chemotherapie nach wie vor Standard in der Erstlinie.

In der zweiten Therapielinie erhalten die meisten eine Immuntherapie, für die Nivolumab, Pembrolizumab und Atezolizumab unabhängig von der PD-L1-Expression zur Verfügung stehen. In der Regel sei eine Immuntherapie in der Secondline sehr gut durchzuführen, so Reinmuth.

Die Kombination einer Immuntherapie mit der Chemotherapie wird in 2018 ein Highlight werden, hob Reinmuth hervor. In den USA gibt es bereits auf Basis der Phase-II-Studie Keynote-021 (1) für Pembrolizumab in Kombination mit Pemetrexed/Carboplatin eine Zulassung in der Erstlinientherapie des NSCLC. In der Studie zeigte sich durch die Hinzunahme von Pembrolizumab eine klare Verbesserung des PFS. Gleichzeitig waren die Nebenwirkungen in der Kombination nicht wesentlich höher. Die Phase-III-Studie Keynote-189, die Pembrolizumab kombiniert mit Pemetrexed und Cis- oder Carboplatin in der Erstlinientherapie untersuchte, hat inzwischen ihren Endpunkt erreicht und zeigt ein signifikant verbessertes OS und PFS durch die Immuntherapie (Anm. d. Red.). In der IMpower 150-Studie (2) gibt es laut Reinmuth eine interessante Subgruppenanalyse, nach der auch Patienten von der Immuntherapie mit Atezolizumab profitierten, deren Tumor keinerlei PD-L1-Expression aufwies. In dieser Studie zeichnet sich auch ein Vorteil im Gesamtüberleben ab (HR=0,775; p=0,0262).

In einer Phase-Ib-Studie (3) wurde Carboplatin/Paclitaxel vs. Carboplatin/Pemetrexed vs. Carboplatin/nab-Paclitaxel jeweils in Kombination mit Atezolizumab untersucht. Aktuell wird in den Phase-III-Studien IMpower 130 und 131 die 3-Fach-Kombination Atezolizumab/nab-Paclitaxel/Carboplatin vs. nab-Paclitaxel/Carboplatin untersucht und in IMpower 132 Atezolizumab in Kombination mit Carboplatin oder Cisplatin+Pemetrexed vs. Carboplatin oder Cisplatin+Pemetrexed. Reinmuth wies darauf hin, dass die untersuchten Chemotherapien jeweils unterschiedliche Effekte auf das Immunsystem haben und deshalb unterschiedlich gut funktionieren könnten. Welches der beste Partner ist und ob die steroidfreie Therapie mit nab-Paclitaxel vorteilhaft für die Kombination mit Immuntherapie ist, müsse noch in weiteren Studien evaluiert werden.
Literatur:

(1) Borghaei H et al. ESMO 2017 LBA49. Ann Oncol 2017;28 (suppl_5).
(2) Reck M et al. ESMO Immuno-Oncology Congress 2017. LBA1_PR.
(3) Liu SV et al. J Clin Oncol 2017;35, no. 15_suppl 9092-9092.


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