Mittwoch, 12. Mai 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Imfinzi NSCLC
Imfinzi NSCLC
JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
23. Februar 2021

Frühes HR+/HER2- Mammakarzinom: Selektion für adjuvante Chemotherapie anhand endokriner Sensitivitätstestung?

Mit dem Recurrence-Score (RS) und einer präoperativen endokrinen Sensitivitätstestung können Patientinnen mit 0-3 befallenen axillären Lymphknoten (LK) individueller daraufhin selektiert werden, ob sie eine adjuvante Chemotherapie benötigen oder nicht. Darauf deuten die Ergebnisse der ADAPT-Studie der Westdeutschen Studiengruppe (WSG) hin, die im Dezember 2020 auf dem SABCS vorgestellt wurden.
Anzeige:
Tukysa
Tukysa
 
Die Fragestellung war, ob bzw. welchen Patientinnen mit frühem luminalen (HR+/HER2-) Mammakarzinom und einem intermediären Risikoprofil eine adjuvante Chemotherapie erspart werden kann, erläuterte Prof. Dr. Nadia Harbeck, München. Das Studienkonzept sah vor, bei Patientinnen mit 0-3 befallenen axillären LK, einem RS von 12-25 sowie einem Ki-67 ≥ 15% die endokrine Sensitivität des Mammakarzinoms anhand des Ansprechens auf eine kurze, etwa 3-wöchige prä­operative endokrine Therapie zu ermitteln. Sie war definiert als Ki-67-Abfall ≤ 10% (Ki-67post ≤ 10%).

Die so selektierten Patientinnen hatten unter alleiniger adjuvanter endokriner Therapie keine schlechtere Prognose als Patientinnen einer Vergleichskohorte mit einem RS 0-11, der für ein niedriges Risiko steht. Damit war der primäre Studienendpunkt – anhand des invasiven krankheitsfreien Überlebens (iDFS) die Nicht-Unterlegenheit im Vergleich mit den Niedrigrisiko-Patientinnen zu zeigen – erreicht: Nach 5 Jahren betrug das iDFS der Patientinnen mit RS 12-25 und Ki-67post ≤ 10% (ET-Responder) 92,6% vs. 93,9% in der Vergleichsgruppe (RS 0-11). Auch beim fernmetastasenfreien Überleben (dDFS: 95,6% vs. 96,3%) und dem Gesamt­überleben (OS: 97,3% vs. 98,0%) zeigten sich nach 5 Jahren keine klinisch relevanten Unterschiede. Die Nicht-Unterlegenheit beim dDFS bestätigte sich unabhängig vom Alter der Patientinnen (≤/> 50 Jahre) und unabhängig davon, ob bereits axillär befallene LK vorlagen oder nicht (pN0/pN1). Eine zusätzliche explorative Subgruppenauswertung weist allerdings darauf hin, dass die Patientinnen mit einem RS 12-25 und bereits 3 befallenen LK eine schlechtere Prognose hatten. Fazit: Laut ADAPT kann bei den folgenden Patientinnen mit frühem luminalen Mammakarzinom unabhängig vom Alter auf eine adjuvante Chemotherapie verzichtet werden: (1) RS 0-11 und maximal 3 axillär befallene LK, (2)‚ ET-Responder (Ki-67post ≤ 10%) mit RS 12-25 und maximal 2 befallenen axillären LK.

Birgit-Kristin Pohlmann

Quelle: Virtuelle Pressekonferenz „Chemotherapie bei Brustkrebs: weniger ist mehr“, 11.12.2020; Veranstalter: WSG


Das könnte Sie auch interessieren
Helfen und sich helfen lassen - neues Informationsblatt vom Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsfoschungszentrums
Helfen+und+sich+helfen+lassen+-+neues+Informationsblatt+vom+Krebsinformationsdienst+des+Deutschen+Krebsfoschungszentrums
Alexander Raths / Fotolia.com

Die Diagnose Krebs ist für die meisten Menschen ein Schock. Das gilt auch für Partner, Familienangehörige und Freunde von Krebspatienten. Neben der Sorge und dem Impuls, den anderen zu unterstützen, fühlen sich viele in dieser Situation zunächst unsicher und überfordert. Die Angst, im Miteinander etwas falsch zu machen, ist groß. Zur Unterstützung von Angehörigen und Freunden hat der...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Frühes HR+/HER2- Mammakarzinom: Selektion für adjuvante Chemotherapie anhand endokriner Sensitivitätstestung? "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.