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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

14. November 2020 HR+/HER2- BC mit PIK3CA-Mutation: Zulassung für Alpelisib in Kombination mit Fulvestrant

PIK3CA-Mutationen treten bei ca. 40% aller Patienten mit HR+/HER2- Brustkrebs (BC) im fortgeschrittenen Stadium auf und gelten als negativer prognostischer Faktor bei metastasierter Erkrankung. Nun konnte gezeigt werden, dass Alpelisib (Piqray®) + Fulvestrant das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) im Vergleich zu Fulvestrant allein signifikant verlängern konnte. Als erste Behandlungsoption, die gezielt an dieser Mutation ansetzt, hat Alpelisib in Kombination mit Fulvestrant daher jetzt die Zulassung zur Behandlung postmenopausaler Frauen und von Männern mit HR+/HER2- lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit einer PIK3CA-Mutation bei Fortschreiten der Erkrankung nach endokriner Therapie als Monotherapie erhalten.
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Alpelisib ist ein alpha-spezifischer PI3K-Inhibitor, Voraussetzung für eine Behandlung mit Alpelisib in Kombination mit Fulvestrant ist daher der Nachweis einer PIK3CA-Mutation. Ein PIK3CA-Mutationstest wird bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom und HR+/HER2- Tumor sowie, wenn eine Therapie mit Alpelisib in Betracht gezogen wird, empfohlen.
Ergebnisse der SOLAR-1-Studie
Die Zulassung von Alpelisib beruht auf den Ergebnissen der globalen, randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Phase-III-Studie SOLAR-1, in die 572 Probanden (Frauen n=571, Männer n=1) eingeschlossen und der PIK3CA-mutierten Kohorte (n=341) oder der PIK3CA nicht-mutierten Kohorte (n=231) zugeordnet wurden. Sie erhielten jeweils in Kombination mit Fulvestrant entweder 1x tägl. 300 mg Alpelisib oral oder 1x tägl. Placebo. Primärer Studienendpunkt war das PFS bei Patienten mit PIK3CA-Mutation, wichtigster sekundärer Endpunkt das Gesamtüberleben (OS) in dieser Kohorte. Weitere sekundäre Endpunkte waren neben PFS und OS bei Patienten ohne PIK3CA-Mutation u.a. die Gesamtansprechrate (ORR), klinische Nutzenrate (CBR), gesundheitsbezogene Lebensqualität, Wirksamkeit sowie Sicherheit und Verträglichkeit.

Nach einem medianen Follow-up von 20 Monaten betrug das PFS bei Patienten mit PIK3CA-Mutation 11,0 Monate unter Alpelisib + Fulvestrant und 5,7 Monate unter Fulvestrant allein (HR=0,65; 95%-KI: 0,50-0,85; p<0,001). Bei Patienten in der PIK3CA nicht-mutierten Kohorte war das PFS nicht verlängert; es betrug nach einem medianen Follow-up von 7,4 Monaten unter Alpelisib + Fulvestrant 7,4 Monate vs. 5,6 Monate unter Fulvestrant allein (HR=0,85; 95%-KI: 0,58-1,25). Die ORR betrug bei Patienten mit PIK3CA-Mutation unter Alpelisib + Fulvestrant 26,6% gegenüber 12,8% unter Fulvestrant allein. Bei Patienten mit PIK3CA-Mutation wurde eine CBR von 61,5% unter Alpelisib + Fulvestrant im Vergleich zu 45,3% unter Fulvestrant allein ermittelt. Ergebnisse zum OS bei Patienten mit bzw. ohne PIK3CA-Mutation stehen noch aus.

Analysen der PFS-Subgruppen zeigten zudem eine höhere Wirksamkeit der Kombinationstherapie bei Vorliegen von Metastasen in Lunge oder Leber (HR=0,62; 95%-KI: 0,44-0,89) sowie bei Patienten ohne Leber- und Lungenmetastasen (HR=0,69; 95%-KI: 0,47-1,01).

Die häufigsten Grad-3/4-Nebenwirkungen unter der Kombinationstherapie waren ein Anstieg des Plasmaglukosespiegels, wobei keiner der Patienten Diabetes entwickelte, Hautausschlag und Diarrhoe. Die Nebenwirkungen wiesen dabei meistens einen leichten bis mittleren Schweregrad auf und waren durch Dosisanpassungen und entsprechendes Therapiemanagement i.d.R. gut handhabbar.

(ah)

Quelle: Virtuelle Launch-Pressekonferenz „Alpelisib (Piqray®) bei HR+/HER2- fortgeschrittenem Brustkrebs: Zulassung der ersten gezielt an PIK3CA-Mutation ansetzenden Therapieoption“, 02.09.2020; Veranstalter: Novartis


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