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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
15. März 2018

HER2-positives Mammakarzinom: Antikörper-Therapie mit Trastuzumab effektiv weiterentwickelt

Mit Trastuzumab (Herceptin®) ist seit Jahren eine erfolgreiche Therapie des HER2-positiven Mammakarzinoms möglich. Jetzt drängen Biosimilars des Anti-HER2-Antikörpers auf den Markt. Hersteller Roche hat auf diese Wettbewerbssituation frühzeitig reagiert.
„Die Entwicklung von Trastuzumab hat dazu geführt, dass das HER2-positive Mammakarzinom heute bei ca. 80% der Patientinnen heilbar ist“, erklärte Prof. Dr. Andreas Schneeweiss, Heidelberg. Selbst in der metastasierten Situation sei heute ein Überleben von 4-5 Jahren möglich. Metaanalysen zeigen den Stellenwert des Anti-HER2-Antikörpers in der postoperativen Behandlung des frühen HER2-positiven Mammakarzinoms: Trastuzumab senkt das Rezidivrisiko um 31% und das Mortalitätsrisiko um 22% (1). Nach Ablauf des Patents produzieren verschiedene Hersteller nun biosimilare Anti-HER2-Antikörper. Schneeweiss wies darauf hin, dass diese Biosimilars dem Original nur ähnlich, aber nicht mit ihm identisch seien. Zudem basiere die Zulassung biosimilarer Produkte auf nur einer Äquivalenzstudie hinsichtlich eines Surrogatmarkers in nur einer sensitiven Population. Die Zulassung in allen weiteren Indikationen des Originals erfolgt dann durch Extrapolation.

Roche als Hersteller des Originalprodukts hat mit einigen Modifikationen reagiert, mit denen die Antikörper-Therapie patientenfreundlicher, verträglicher und effektiver wird. So kann Trastuzumab nun auch subkutan appliziert werden – bei gleicher Pharmakokinetik und Wirksamkeit (2). Einen weiteren Fortschritt stellt die „Munitionierung“ des Antikörpers mit dem Zytotoxin DM-1 (T-DM1) dar. Dabei bindet Trastuzumab Emtansin an den HER2-Rezeptor und wird in die Tumorzelle aufgenommen – erst in der Zielzelle wird dann das Zytotoxin freigesetzt. Die EMILIA-Studie zeigte einen Überlebensvorteil von 5 Monaten für T-DM1 gegenüber Capecitabin/Lapatinib beim fortgeschrittenen HER2-positiven Mammakarzinom. Auch die duale Antikörper-Therapie (Trastuzumab+Pertuzumab), die in einem Infusionsbeutel erfolgen kann, verlängert in der palliativen Situation das Überleben. In der kurativen Situation erhöht die duale Therapie die Rate an pathologischen Komplettremissionen und das invasive krankheitsfreie Überleben insbesondere bei nodal-positiven und Hormonrezeptor-negativen Patientinnen (3).

Michael Koczorek

Quelle: Symposium „Antikörper-Therapie des HER2-positiven Mammakarzinoms – von der Entwicklung bis zur therapeutischen Anwendung“, NZW (Norddeutscher Zytostatika Workshop) 26.01.2018, Hamburg; Veranstalter: Roche

Literatur:

(1) Yin W et al. PLoS One 2011;6: e21030.
(2) Ismael G et al. Lancet Oncol 2012;13: 869-78.
(3) von Minckwitz G et al. N Engl J Med 2017; 377:122-31.


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