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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
03. August 2017

HER2+ Mammakarzinom: Weniger Rezidive mit Pertuzumab

Bei Frauen mit frühem HER2-positiven Mammakarzinom konnte die – bislang nicht zugelassene – adjuvante Behandlung mit Pertuzumab und Trastuzumab plus Chemotherapie das Rezidivrisiko gegenüber dem aktuellen Standard signifikant reduzieren.
Die Hinzunahme von Trastuzumab (Herceptin®) zur Chemotherapie in der Adjuvanz hat beim frühen HER2-positiven Mammakarzinom das mediane krankheitsfreie Überleben (DFS) nach 3 Jahren laut Prof. Dr. Christian Jackisch, Offenbach, zwar bereits entscheidend verbessert – es liegt bei knapp 90%. Doch innerhalb von 10 Jahren würden weiterhin rund 25% der Frauen ein Rezidiv erleiden – bei nodal-positiver Erkrankung seien es sogar mehr als 30%, warnte er.

In der Phase-III-Studie APHINITY wurden daher 4.805 Therapie-naive Frauen mit frühem HER2-positiven Mammakarzinom nach der Operation, adjuvant, mit Trastuzumab und Chemotherapie plus randomisiert Pertuzumab (Perjeta®) oder Placebo behandelt (1). Gemäß einer ersten Interimsanalyse nach einem Follow-up von 45,5 Monaten, die beim ASCO Annual Meeting vorgestellt wurde, reduzierte die zusätzliche Behandlung mit Pertuzumab das Rezidivrisiko signifikant um 19% (HR=0,81; p=0,045). Das Überleben ohne invasive Erkrankung (iDFS) nach 3 Jahren lag bei 94,1% vs. 93,2%.

Am deutlichsten zeigten sich die Vorteile gemäß Prof. Dr. Christoph Thomssen, Halle/Saale, bei besonders hohem Rezidivrisiko: So reduzierte die zusätzliche Behandlung mit Pertuzumab das Rezidivrisiko bei Frauen mit nodal-positiver Erkrankung um 23% (HR=0,77; p=0,019) und bei Frauen mit negativem Hormonrezeptor-Status um 24% (HR=0,76; p=0,085). Er würde daher die duale HER2-Blockade, die bislang nur in Kombination mit einer Chemotherapie für die Neoadjuvanz zugelassen ist – in der Adjuvanz bei Frauen mit frühem HER2-positivem Mammakarzinom und hohem Rezidivrisiko in Erwägung ziehen, so Jackisch (2).

Prof. Dr. Andreas Schneeweiss, Heidelberg, wies darauf hin, dass bio-similare Antikörper, die demnächst beispielsweise für die Trastuzumab-Behandlung erwartet werden, dem Original zwar ähneln, aber nicht gleichen. Die Herstellungsprozesse sind sehr unterschiedlich, zudem erfolgt die Zulassung basierend auf Äquivalenzstudien mit Surrogat-Markern, jedoch nicht auf großen klinischen Studienprogrammen. Schneeweiss betonte, die Therapieentscheidung müsse beim Arzt liegen und sollte primär auf medizinischen Gründen basieren. Wie er ergänzte, müssen bei der Verschreibung und der Dokumentation die Handels- und nicht die Wirkstoffnamen verwendet werden.

Petra Eiden (pe)

Quelle: Lunch-Symposium „Mammakarzinom: Behandlung im Wandel der Zeit“ im Rahmen der 37. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), 30.06.2017, Berlin (Veranstalter: Roche Pharma AG)

Literatur:

(1) Von Minckwitz G et al. ASCO Annual Meeting 2017: Abstract LBA500.
(2) Fachinformation Perjeta®, Stand: September 2015.


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