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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
23. Februar 2021

HER2+ BC: Gute und langanhaltende Wirksamkeit von Trastuzumab Deruxtecan

Das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Trastuzumab Deruxtecan (T-DXd) kann die Therapiesequenz beim HER2-positiven (HER2+) Brustkrebs (BC) verändern. Den aktualisierten Daten der DESTINY-Breast01-Studie zu Folge, die auf dem SABCS 2020 präsentiert wurden, erreichten stark vorbehandelte Patientinnen mit metastasiertem HER2+ BC ein medianes progressionsfreies Überleben (mPFS) von 19,4 Monaten, und damit deutlich länger, als mit bisher verfügbaren Drittlinienoptionen erzielt wird (1).
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T-DXd ist hoch aktiv, auch bei Patientinnen mit Hirnmetastasen und hat außerdem das Potenzial, das Überleben von Patientinnen mit niedriger HER2-­Expression zu verbessern. Eine Besonderheit von T-DXd ist der „Bystander-Effekt“, der sich bei der intratumoralen Heterogenität als vorteilhaft erweisen könnte.

Etwa 10% der Patientinnen mit Brustkrebs haben zum Zeitpunkt der Dia­gnose eine metastasierte Erkrankung und viele Frauen, die initial in früheren Stadien diagnostiziert wurden, entwickeln später Metastasen (2, 3). Das Überleben von Patientinnen mit fortgeschrittenem HER2+ BC konnte in den letzten Jahren dank effektiver Anti-HER2-Therapien signifikant verlängert werden, sagte Prof. Dr. Pierfranco Conte, Padua, Italien. Da diese Therapien zunehmend auch im adjuvanten Setting eingesetzt werden, ist der Bedarf an neuen, gegen HER2 gerichteten Therapien hoch. Etwa 15% der Brustkrebs-Patientinnen haben einen HER2+ Tumor, weitere 45-55% sind „HER2-low“ (IHC 1+ oder 2+ ISH not amplified) (4, 5), die Conte zufolge von einer noch spezifischeren Anti-HER2-Therapie profitieren könnten. Das neue Antikörper-Wirkstoff-Konjugat T-DXd, das in den USA bereits in der 3. Therapielinie bei HER2+ BC zugelassen ist, könnte diese Erwartungen erfüllen. Laut Update der DESTINY-Breast01-Studie erreichten Patientinnen, die mit mind. 2 Anti-HER2-Therapien vorbehandelt waren, mit T-DXd ein mPFS von 19,4 Monaten. Das ist deutlich mehr als mit bisher verfügbaren Drittlinienoptionen wie z.B. Lapatinib + Capecitabin, Trastuzumab + Chemotherapie, Trastuzumab + ­Lapatinib beim HER2+ BC erreicht wird. T-DXd scheint auch bei Patientinnen mit „HER2-low“ Brustkrebs effektiv zu sein. Zu dieser Gruppe zählen etwa 60% aller Brustkrebs-Patientinnen, betonte Conte. In einer Phase-1b-Studie erzielten Patientinnen mit fortgeschrittenem/metastasiertem BC mit niedriger HER2-Expression, die gegen Standardtherapien refraktär waren, mit T-DXd eine Krankheitskontrollrate (DCR) von 87% bei einer Ansprechdauer von 10,4 Monaten (6).

In einer vorherigen Auswertung der Studie nach 11,1 Monaten Follow-up lag die objektive Ansprechrate bei 60,9% bei einer medianen Anbsprechdauer von 14,8 und einem PFS von 16,4 Monaten. Prof. Dr. Fabrice André, Villejuif, Frankreich, wies ausdrücklich darauf hin, dass fast alle Patienten eine Tumorregression hatten und 12 der intensiv vorbehandelten und progredienten Patientinnen sogar eine komplette Remission erzielten. 74% der Patientinnen waren nach ­18 Monaten noch am Leben.

Insgesamt kam es bei 52,7% der Patientinnen zu einem therapiebezogenen unerwünschten Ereignis von Grad 3 oder höher. Fast alle Fälle von interstitieller Lungenerkrankung (ILD) oder Pneumonitis traten innerhalb der ersten 12 Monate der Behandlung auf und legen nahe, dass es in Bezug auf die Entwicklung einer ILD und Pneumonitis keine Hinweise auf eine kumulative Toxizität bei längerer Anwendungsdauer gibt.

Dr. rer. nat. Anita Schweiger

Quelle: Virtuelle Pressekonferenz „Improving Outcomes in HER2 Positive Breast Cancer Treatment“, SABCS 2020,10.12.2020; Veranstalter: Daiichi Sankyo und AstraZeneca

Literatur:

(1) Modi S et al. SABCS 2020, PD3-06.
(2) O´Shaughnessy. J Oncologist 2005;10:20-29.
(3) Tarantino P et al. J Clin Oncol 2020:10;38(17): 1951-62.
(4) Tarantino P et al. ESMO Breast Cancer 2020, P51P.
(5) Modi S et al. J Clin Oncol 2020;38(17):1887-96.


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