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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
26. April 2021
Seite 1/4

HR+ Brustkrebs: Patientinnen profitieren nach Abschluss der endokrinen Therapie von der Überwachung zirkulierender Tumorzellen

K. Pachmann, Medizinisches Labor Pachmann – SIMFO GmbH, Bayreuth, A. Wesche, Lifesciences-PR, Kalbe.
In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die Tamoxifen-Therapie trotz folgenschwerer Nebenwirkungen für Patientinnen mit Hormonrezeptor-positivem (HR+) Mammakarzinom von Vorteil ist. Nach Abschluss der 5-jährigen Therapie stellt sich die Frage, ob die belastende Behandlung weitere 5 Jahre fortgesetzt werden soll, um die rezidivfreie Zeit verlängern zu können. Für die individuelle Frau bleibt dabei jedoch unklar, ob sie von einer erweiterten endokrinen Therapie profitieren wird: Sowohl Patientinnen als auch Leistungserbringer beklagen zu Recht, dass weder eine regelmäßige Bestimmung von Tumormarkern noch eine Bildgebung zur Früherkennung eines Rückfalls während der Nachsorge empfohlen wird. Um rechtzeitig einen Einblick in die Metastasen- oder Rezidivbildung zu erhalten, ist die Überwachung zirkulierender Tumorzellen mit der maintrac®-Methode besonders geeignet, um diese diagnostische Lücke zu schließen.
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Molekulare Präzisionsonkologie nicht immer wegweisend

Um eine Metastasierung zu verhindern, wurde bis vor einigen Jahren fast allen Brustkrebs-Patientinnen mit diagnostiziertem Primärtumor eine adjuvante Chemotherapie verabreicht (1). Bekanntermaßen führt diese bei Patientinnen, deren Tumor Östrogenrezeptor (ER)-positiv ist und eine geringe Proliferationsrate aufweist, zu einer Überbehandlung (2), denn Chemotherapeutika wie Anthrazykline und Taxane richten sich hauptsächlich gegen stark proliferierende Zellen. Heute werden zur Entscheidungshilfe, ob eine adjuvante Chemotherapie indiziert ist, Mutationsanalysen aus Genen des Primärtumors im Rahmen der Präzisionsonkologie herangezogen (3, 4). Allerdings konnte bisher kein Nutzen oder Schaden einer adjuvanten Chemotherapie nachgewiesen werden, die aufgrund Biomarker-basierter Strategien eingeleitet wurde. Das stellte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) für Patientinnen mit einem primären Mammakarzinom fest (5). Die Entscheidung liegt bei der Patientin selbst – mit der Folge, dass sie möglicherweise jahrelang zweifelt, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.

Den größten Behandlungserfolg für Patientinnen mit einem frühen, ER-positiven Mammakarzinom erreicht die endokrine Therapie. Tamoxifen oder Aromatasehemmer haben dabei den stärk­sten Einfluss auf das rezidivfreie Überleben (RFS) und das Gesamtüberleben (OS) (6). Die Schattenseiten aber zeigen sich in Form schwerwiegender Nebenwirkungen wie Thromboembolien oder das Risiko für ein Endometriumkarzinom bei einer Tamoxifen-Therapie, bzw. Arthralgien, Myalgien und einem erhöhten Osteoporose-Risiko durch Aromatasehemmer.

Wer profitiert von der erweiterten endokrinen Therapie?

Nach Ablauf der 5-jährigen Therapie, während der die Patientinnen einem hohen Leidensdruck ausgesetzt waren, ist es oft schwer, sie für eine Fortsetzung der Therapie zu überzeugen. Bisher gibt es keine Erkenntnisse darüber, welche Frauen ein Rezidiv oder Metastasen entwickeln und welche nicht. Die Tumorgröße und der Nodalstatus sind dafür nicht unbedingt ausschlaggebend. Für die einzelne Patientin bleibt es daher unklar, ob sie von einer erweiterten endokrinen Therapie profitiert.

Eine einfache und nicht-invasive Methode, um am Ende der Therapie den rezidivfreien Zeitraum zu überwachen, bietet das maintrac®-Verfahren. Es beruht auf der seriellen Überwachung der Dynamik zirkulierender Tumorzellen aus einer Blutprobe (Liquid Biopsy). Zirkulierende Tumorzellen (CETCs: circulating epithelial tumor cells) sind Indikatoren für die Tumorlast von Krebspatienten und können deshalb auch als Biomarker für jedes Karzinom verstanden werden. Im Entstehungsprozess von Tumoren – auch schon aus den frühen Tumorzellkolonien – lösen sich Zellen vom Primärtumor und wandern über Lymph- oder Blutgefäße ab (7). Diese makroskopisch nicht nachweisbaren Krebszellen können zur Entwicklung von Metastasen beitragen (8). Zirkulierende Tumorzellen, die aus einem Karzinom stammen, sind epithelialen Ursprungs, weshalb sie auf ihrer Oberfläche EpCAM-Moleküle (epithelial cell adhesion molecules) präsentieren. Dadurch sind sie spezifisch im Blut nachweisbar, wo sie bis zu 20 Jahre überleben können. Im Gegensatz dazu werden gutartige Epithelzellen, die durch verschiedene Ereignisse wie Verletzungen, Verbrennungen, entzündliche Erkrankungen und chirurgische Eingriffe in den Blutkreislauf gelangen können (9, 10), normalerweise schnell abgebaut.
 
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