Montag, 19. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Lonsurf
 
JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
06. Dezember 2017

Duale Antikörper-Blockade beim HER2-positiven Brustkrebs

In der Phase-III-Studie APHINITY hat sich die duale Antikörper-Blockade mit Trastuzumab und Pertuzumab jetzt in der adjuvanten Therapie des frühen HER2-positiven Mammakarzinoms bewährt: Bei nodalpositiven Patientinnen wurde die 3-Jahres-Rate des invasiven krankheitsfreien Überlebens (iDFS) um absolut fast 2% verbessert.
Positive Studiendaten zur dualen HER2-Blockade mit Trastuzumab (Herceptin®)+Pertuzumab (Perjeta®) liegen bereits zur Erstlinientherapie und zur neoadjuvanten Therapie des HER2-positiven Mammakarzinoms vor. „Mit der APHINITY-Studie konnte jetzt auch die Lücke in der adjuvanten Situation geschlossen werden“, informierte Prof. Dr. Andreas Schneeweiss, Heidelberg. Die globale Phase-III-Studie schloss 4.805 Patientinnen mit zentral bestätigtem HER2-positivem frühen Brustkrebs ein, die randomisiert zusätzlich zur Standardchemotherapie die Kombination der beiden Anti-HER2-Antikörper Pertuzumab und Trastuzumab oder im Kontroll-Arm nur Trastuzumab (+Placebo) erhielten (1). Die Anti-HER2-Therapie wurde in beiden Armen ein Jahr lang verabreicht.

Die Studie erreichte mit einer signifikanten Verbesserung des iDFS ihren primären Endpunkt: Die 3-Jahres-Rate des iDFS stieg von 93,2% im Kontroll-Arm auf 94,2% bei Pertuzumab-Addition (HR=0,81; p=0,0446). Schneeweiss bewertete den Unterschied von 0,9% im iDFS zugunsten der dualen HER2-Blockade allerdings als „klinisch nicht besonders bedeutsam“. Anders sieht es bei Patientinnen mit einem aufgrund ihres Nodalbefalls höheren Rezidiv-Risiko aus. Sie stellten rund zwei Drittel des Studienkollektivs und waren damit eine relevante Subgruppe. Hier wurde das Risiko für ein invasives Rezidiv durch Pertuzumab um relativ 23% gesenkt: Die 3-Jahres-Rate des iDFS betrug im Kontroll-Arm 90,2%, wurde dagegen bei dualer HER2-Blockade um absolut 1,8% auf 92,0% gesteigert (HR=0,77; p=0,0188). Auch Hormonrezeptor-negative Patientinnen profitierten mit einem Zugewinn von absolut 1,6% verstärkt von der zusätzlichen Pertuzumab-Gabe (91,2% vs. 92,8%; HR=0,76).

Die gesteigerte Effektivität in diesen beiden wichtigen Subgruppen ging nicht mit einer vermehrten Kardiotoxizität einher, betonte Schneeweiss. Auch die Lebensqualität wurde bei intensivierter Anti-HER2-Therapie nicht negativ beeinflusst. Damit untermauern die APHINITY-Ergebnisse die Bedeutung der dualen HER2-Blockade bei Frauen mit frühem HER2-positiven Brustkrebs und hohem Rezidiv-Risiko, resümierte der Gynäko-Onkologe.

Katharina Arnheim

Quelle: Symposium „Optimierte Therapie des Mammakarzinoms“, DGHO, 29.09.2017, Stuttgart; Veranstalter: Roche

Literatur:

(1) von Minckwitz G et al. N Engl J Med 2017; 377:122-31.


Anzeige:
Ibrance
Ibrance
 
Das könnte Sie auch interessieren
Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren mit kombinierten Bluttests
Bis+zu+40+Prozent+mehr+Leberkarzinome+entdecken+%E2%80%93+dank+Ultraschallverfahren+mit+kombinierten+Bluttests
© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

In Deutschland erkranken jährlich circa 9000 Menschen an Leberkrebs – und die Häufigkeit der Erkrankung nimmt deutlich zu. In den vergangenen 35 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen verdoppelt. Ein gängiges Verfahren zur Diagnose dieser Erkrankung ist die Ultraschalluntersuchung: Mithilfe der modernen Sonografie lässt sich gutartiges Gewebe sehr exakt von bösartigem unterscheiden. Wenn die...

Neue Krebs-Studien zur Immuntherapie am Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) für Patienten geöffnet

Das Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) am Krankenhaus Nordwest startet jetzt in Kooperation mit der Klinik für Onkologie und Hämatologie zwei neue Studien zur Wirksamkeit eines hoch innovativen immuntherapeutischen Ansatzes unter Verwendung von sogenannten Checkpoint-Hemmern: Diese sollen die Blockaden des Immunsystems gegen Krebszellen aufheben. An der ersten Studie in Phase II nehmen Patienten mit...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Duale Antikörper-Blockade beim HER2-positiven Brustkrebs"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.