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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

22. Februar 2019 d-uo: Onkologie-Vereinbarung: Neue Ziffer für die orale zytostatische Tumortherapie

M. Johannsen, R. Eichenauer, R. Schönfelder, J. Klier, F. König, C. Doehn, d-uo-Vorstand (Geschäftsstelle Berlin), J. Schröder, d-uo-Servicegesellschaft (Berlin), E. Hempel, SMG Forschungsgesellschaft mbH (Berlin).

Die 2009 geschlossene Onkologie-Vereinbarung hat die Förderung der qualifizierten ambulanten Behandlung krebskranker Patienten in der vertragsärztlichen Versorgung zum Ziel. Die in der Vereinbarung getroffenen Regelungen sollten die erhöhten zeitlichen, finanziellen und personellen Belastungen der teilnehmenden onkologisch qualifizierten Ärzte berücksichtigen. Davon ausgenommen waren bislang jedoch die bereits seit über einem Jahrzehnt auch in der Uro-Onkologie eingesetzten oralen Tumortherapien. Mit Beschluss vom 13.12.2018 wird die Onkologie-Vereinbarung nun endlich angepasst und ab Jahresbeginn 2019 um die oralen zytostatischen Tumortherapien erweitert.
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Fachinformation
Neue Kostenpauschale für orale Chemotherapie

Voraussetzung für die Teilnahme des Arztes an der Onkologie-Vereinbarung ist eine Genehmigung der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) nebst den bisher geforderten Nachweisen über Qualifikationen und Anforderungen. Neu ist ferner, dass in den onkologischen Kooperationsgemeinschaften ein Arzt mit der Zusatzweiterbildung Palliativmedizin vertreten sein muss. Dieser muss der zuständigen KV vor Beginn des 2. Quartals 2019 mitgeteilt werden. Für die Abrechnung der neuen Behandlungspauschale 86520 ist es erforderlich, dass – wie auch bisher üblich – die verwendeten Medikamente angegeben werden. Die Bewertung der neuen Kostenpauschale 86520 beträgt 50% der Kostenpauschale 86516 (intravenöse Chemotherapie). Sie wird KV-spezifisch festgelegt. Die Ziffer 86520 umfasst die orale zytostatische Therapie; rein hormonelle bzw. rein anti-hormonell wirkende Substanzen der ATC-Klasse L02 (endokrine Therapie) sind jedoch nicht berechnungsfähig.

Bedauerlich ist in diesem Zusammenhang die begriffliche Unschärfe in den offiziellen Bekanntmachungen, wo zunächst von „oraler Chemotherapie“, im Weiteren dann von „oraler zytostatischer Therapie“ die Rede ist, jedoch unklar bleibt, ob ebenfalls zytostatisch wirkende Nicht-Chemotherapeutika wie Tyrosinkinasehemmer oder mTOR-Inhibitoren mit dieser Ziffer abrechenbar sind (auf die entsprechende Nachfrage des Autors bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) bleibt diese seit 3 Wochen eine Antwort schuldig).

Es kann aber davon ausgegangen werden, dass die in der Uro-Onkologie zugelassenen und abrechenbaren oralen Tumortherapien die folgenden sind:


Prostatakarzinom

• Estramustin (wird jedoch kaum noch verwendet und ist nur eingeschränkt verfügbar)

(Bicalutamid, Cyproteronacetat, Abirateron, Enzalutamid und Apalutamid sind nicht abrechenbar.)


Nierenzellkarzinom

• Sunitinib
• Pazopanib
• Sorafenib
• Axitinib
• Cabozantinib
• Tivozanib
• Lenvatinib
• Everolimus


Bundesweite d-uo-Fortbildungsserie

Die für 2019 zusammen mit der Firma diaplan realisierten d-uo-Fortbildungs-Veranstaltungen sind wie folgt:
• 09. März, Potsdam
• 30. März, Stuttgart
• 18. Mai, Hannover
• 22. Juni, Leipzig
• 31. August, Frankfurt
• 19. Oktober, Nürnberg
• 02. November, Hamburg



Deutsche Uro-Onkologen
Interessenverband zur Qualitätssicherung
in der Uro-Onkologie in Deutschland e.V.
Geschäftsstelle
c/o SMG Forschungsgesellschaft mbH
Claire-Waldoff-Str. 3
10117 Berlin
Tel.: 030/284450-05
Fax: 030/284450-09
E-Mail: info@smgf.de
Internet: www.d-uo.de

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