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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
13. September 2016

Checkpoint-Blockade auch beim progredienten kleinzelligen Lungenkrebs wirksam

Immuncheckpoint-Inhibitoren wie Nivolumab, ein Antikörper gegen PD-1, und der Anti-CTLA-4 Antikörper Ipilimumab wirken der Immunsuppression entgegen und können auch bei Chemoresistenz noch eine klinisch nachweisbare Antitumoraktivität auslösen. In der CheckMate -032-Studie ist dies für Nivolumab mit und ohne Ipilimumab beim kleinzelligen Lungenkarzinom (SCLC) nach Versagen einer platinbasierten Behandlung belegt worden.
CheckMate -032 ist eine multizentrische, open-label Phase-I/II-Studie. Aufgenommen wurden 216 Patienten mit Progress eines fortgeschrittenen SCLC nach mindestens einer platinbasierten Chemotherapie. PD-L1-Expression im Tumor oder Platinsensitivität waren kein Selektionskriterium. Die Teilnehmer erhielten entweder eine Nivolumab-Monotherapie bis zum Progress oder inakzeptabler Toxizität (3 mg/kg KG i.v. alle 2 Wochen; n=98) oder eine Kombination von Ipilimumab (Ipi) plus Nivolumab (Nivo) in 2 unterschiedlichen Dosierungen: Nivo 1 mg/kg + Ipi 3 mg/kg alle 3 Wochen (Nivo1/Ipi3; n=61) oder Nivo 3 mg/kg KG + Ipi 1 mg/kg alle 3 Wochen (Nivo3/Ipi1; n=54). In den beiden Kombinationstherapiegruppen schloss sich nach jeweils 4 Zyklen eine Behandlung mit Nivolumab an (3 mg/kg KG alle 2 Wochen).

Prof. Dr. Scott J. Antonia, Tampa, stellte Interimergebnisse der noch laufenden Studie bei der Jahrestagung der ASCO in Chicago vor (1). Zeitgleich wurden diese Daten publiziert (2). Das mediane Follow-up betrug bei Datenanalyse 11,1 Monate in der Monotherapiegruppe, 16,5 Monate unter Nivo1/Ipi3 und 13,1 Monate unter Nivo3/Ipi1. Die Ansprechraten (komplette und partielle Response) waren 10% unter Nivo-Monotherapie, 23% im Nivo1/Ipi3-Arm und 19% unter Nivo3/Ipi1, und zwar ähnlich bei platinsensitiven und -resistenten Patienten. Die Teilnehmer der Nivo-Monotherapiegruppe überlebten median 4,4 Monate, in der Nivo1/Ipi3-Gruppe waren es 7,7 Monate und unter Nivo3/Ipi1 6,0 Monate. Die 1-Jahres-Überlebensraten betrugen entsprechend 33%, 43% und 35%.

„Das sind frühe Daten, aber die Art des Ansprechens ist dem bei fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinomen (NSCLC) sehr ähnlich, und selbst Patienten mit hoher Tumorlast können ansprechen“, sagte Antonia.

Das Toxizitätsprofil der Kombinationsbehandlung entspreche dem, wie es von anderen Indikationen bekannt sei. Grad-3/4-Toxizitäten gab es bei 13% in der Monotherapiegruppe und bei 30% und 19% in den Kombinationsarmen (Nivo1/Ipi3 und Nivo3/Ipi1). 3 therapiebedingte Todesfälle traten auf: durch Myasthenia gravis, Beschleunigung eines Nierenversagens und Pneumonitis. Die Kombination Nivo1/Ipi3 alle 3 Wochen sei nun für eine Phase-III-Studie gewählt worden.

Obwohl die Kombinationstherapie mit einer erhöhten Toxizität einhergehe, sei diese geringer als beim NSCLC, kommentierte Prof. Dr. Jedd D. Wolchok, New York, beim Kongress. Dies spreche dafür, dass die Mikroumgebungen der Tumoren biologisch unterschiedlich sind. Die Ergebnisse der Kombinationstherapien mit Immuncheckpoint-Inhibitoren seien vielversprechend, sagte Wolchok. Aber sie seien kein „one-size-fits-all“-Ansatz.

(nsi)

Literatur:

(1) Antonia SJ et al. J Clin Oncol 34, 2016 (suppl; abstr 100).
(2) Antonia SJ et al. Lancet Oncol 2016;17:883-95.


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