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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

14. November 2020 Cemiplimab: Neuer Therapieansatz beim lokal fortgeschrittenen Basalzellkarzinom

Der Checkpoint-Inhibitor Cemiplimab ist auf dem Weg zu einem neuen Therapieansatz beim lokal fortgeschrittenen Basalzellkarzinom (BCC). Die Substanz hat in einer prospektiven Studie der Phase II erstmalig für diese Substanzklasse einen klinischen Nutzen nach einem Hedgehog-Inhibitor (HHI) aufgezeigt.
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Das BCC macht etwa drei Viertel ­aller nicht-melanozytären Hauttumoren­ aus und ist damit die häufigste Form von Hautkrebs in Mitteleuropa. Entstehungs-ort ist fast ausschließlich die behaarte Haut vorwiegend im Kopf-Hals-Bereich, wie Prof. Dr. Jessica Hassel, ­Heidelberg, ausführte. Das BCC kann sich unter­schiedlich manifestieren: als gut umschriebener, solider Knoten, als infiltrativer Krebs, der sich v.a unter der Haut­oberfläche ausbreitet und damit therapeutisch schwerer zu erfassen ist, sowie großflächig als Feldkanzeri­sierung.
HHI-Therapie
Als Therapie der Wahl bei niedrigem bis teils auch hohem Rezidivrisiko hat sich die Schnittrand-kontrollierte Exzision beim BCC etabliert. Wenn diese oder andere Maßnahmen wie Operation oder Radiatio nicht möglich oder sinnvoll erscheinen, kommt die systemische Therapie in Betracht.

Beim lokal fortgeschrittenen BCC (laBCC) kann die Therapie zielgerichtet mit einem HHI (Sonidegib oder Vismodegib) erfolgen. Ein wesentliches Problem bei diesen Substanzen besteht jedoch in ihrer schlechten Verträglichkeit, die oft zum Abbruch der Behandlung führt. Patienten klagen über Muskelkrämpfe, langanhaltenden Haarausfall oder Geschmacksstörungen, berichtete Hassel. Ein weiterer Grund, diese Form der Behandlung zu beenden, ist bei einem Progress der Erkrankung gegeben.
Immuntherapie
Bei Progress oder Unverträglichkeit einer HHI-Therapie liegen die Hoffnungen auf der Krebsimmuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren wie Cemiplimab. Dieser Anti-PD-1-Antikörper ist beim kutanen Plattenepithelkarzinom bereits zugelassen, beim laBCC derzeit noch nicht. Auf dem diesjährigen ESMO-Kongress wurde eine Phase-II-Studie präsentiert, bei der Patienten mit laBCC mit Cemiplimab nach einer HHI-Therapie als Monotherapie in der Dosierung 350 mg alle 3 Wochen behandelt wurden. Primärer Endpunkt war die objektive Ansprechrate (ORR) nach unabhängiger Bewertung. Dieser Parameter erreichte nach einer medianen Nachbeobachtungsdauer von 15 Monaten 31%, die Krankheitskontrollrate (DCR) wurde mit 67% ermittelt. 6% der Patienten schafften eine vollständige und 25% eine teilweise Remission. Bei der Sicherheit zeigten sich keine neuen Aspekte, erklärte Hassel. Am häufigsten litten Patienten unter Müdigkeit, Durchfällen, Hautexanthemen und Pruritus.

Martin Bischoff

Quelle: Web-Pressekonferenz „Checkpoint Onkologie – Das Basalzellkarzinom: Erkrankung, Therapie und neue Perspektiven“, 06.10.2020; Veranstalter: Sanofi Genzyme


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