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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

26. Juni 2020 Brustkrebs-Patientinnen mit invasiver Resterkrankung profitieren von adjuvanter Therapie mit Trastuzumab Emtansin

Die Phase-III-Studie KATHERINE konnte zeigen, dass bei Brustkrebs-Patientinnen mit invasiver Resterkrankung nach neoadjuvanter Chemotherapie + HER2-gerichteter Therapie eine adjuvante Therapie mit Trastuzumab Emtansin das Risiko für ein invasives Rezidiv oder Tod um 50% im Vergleich zu Trastuzumab reduzierte. Nun wurden die Ergebnisse von verschiedenen Subgruppenanalysen präsentiert: adjuvante Radiotherapie (ART) vs. keine ART, Hormonrezeptor (HR)-Status und HER2-Status bei Retestung eines Operationspräparats (1).
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Die Patientinnen profitierten bezüglich des invasiven krankheitsfreien Überlebens (iDFS) von einer adjuvanten Trastuzumab Emtansin-Therapie unabhängig vom Erhalt einer ART oder dem HR-Status. Die 3-Jahres-iDFS-Raten betrugen mit Trastuzumab vs. Trastuzumab Emtansin in der ART-Subgruppe 77,4% vs. 88,3% (HR=0,50), in der Subgruppe der Patientinnen, die keine ART erhalten hatten, 75,5% vs. 88,2% (HR=0,50), für HR-positive Patientinnen 80,7% vs. 90,7% (HR=0,48) und für HR-negative Patientinnen bzw. mit unbekanntem HR-Status 66,6% vs. 82,1% (HR=0,50).
Studienergebnisse
Die meisten Patientinnen erhielten eine ART (82%) und/oder hormonelle Therapie (71%). Mit Trastuzumab Emtansin traten bei Patientinnen, die eine ART erhalten hatten, im Vergleich zu Patientinnen, die keine ART erhalten hatten, häufiger Nebenwirkungen (AEs) von Grad ≥ 3 (27,4% vs. 16,2%) und schwerwiegende AEs (13,2 vs. 10,3%) auf. Die Raten an AEs von Grad ≥ 3 (24,9% vs. 26,0%) und schwerwiegenden AEs (12,2% vs. 12,9%) unter Trastuzumab Emtansin waren in der Gruppe, die keine hormonelle Therapie erhalten hatten, vergleichbar zur Gruppe, die eine hormonelle Therapie erhalten hatte. Von 845 Patientinnen, für die gepaarte Daten zu pre-neoadjuvanter Biopsie und HER2-Status bei OP vorlagen, wiesen 70 (8,3%) eine Resterkrankung auf, die bei einer Retestung als HER2-negativ klassifiziert wurde (z.B. HER2- oder IHC 0-1+/ISH unk). In dieser Gruppe gab es keine iDFS-Ereignisse bei den Patientinnen, die Trastuzumab Emtansin erhalten hatten (n=28) und 11 Ereignisse bei Patientinnen, die Trastuzumab erhalten hatten (n=42).
Fazit
Es wurden keine neuen Sicherheitssignale mit einer begleitenden ART oder hormonellen Therapie beobachtet. Eine explorative HER2-Analyse von gepaarten Proben legt den Schluss nahe, dass Trastuzumab Emtansin Patientinnen mit HER2-negativem Resttumor zum Zeitpunkt der OP nicht vorenthalten werden sollte. Deshalb könnte eine HER2-Retestung der Resterkrankung in dieser Patientenpopulation nicht erforderlich sein.

(übers. v. um)

Literatur:

(1) Loibl S et al. ESMO Breast Cancer Virtual Meeting 2020; Abstract 96O.


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