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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
22. Juni 2016

Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Rova-T vielversprechend beim SCLC

Rovalpituzumab tesirine (Rova-T) hat in einer ersten klinischen Studie eine vielversprechende Wirksamkeit beim rezidivierten kleinzelligen Lungenkrebs (SCLC) zeigen können (1). Rova-T ist ein neuartiger, gegen das Oberflächenprotein DLL3 (delta-like protein 3) gerichteter Antikörper, verbunden mit einem sehr effektiven Chemotherapeutikum. 89% der Patienten, deren Tumoren hohe Level von DLL3 exprimierten, erfuhren eine Krankheitsstabilisierung, und bei 39% schrumpfte der Tumor.
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Nur wenige Erfolge waren in den letzten Jahren in der Therapie des SCLC zu verzeichnen, umso hoffnungsvoller stimmen nun diese ersten Anzeichen für eine Effektivität, sagte der Studienautor Charles M. Rudin, New York, USA. Obwohl die Ergebnisse noch vorläufig sind, scheint es sich bei Rova-T um die erste wirksame zielgerichtete Therapie beim SCLC zu handeln mit DLL3 als erstem prädiktiven Biomarker, so Rudin.

In die Phase-I-Studie waren 74 Patienten mit SCLC eingeschlossen, deren Erkrankung trotz mindestens einer vorherigen systemischen Therapie progredient war. Etwa zwei Drittel der Patienten befanden sich in einem weit fortgeschrittenen Erkrankungsstadium.

Etwa zwei Drittel aller Patienten exprimierten hohe Level von DLL3 auf der Tumorzelloberfläche. DLL3 ist ein Marker, der in gesundem Gewebe nicht vorkommt und Rova-T ist der erste Wirkstoff mit DLL3 als Target.

Bei 11 von 60 Patienten (18%) schrumpfte der Tumor, 41 (68%) hatten einen klinischen Vorteil (mindestens eine Krankheitsstabilisierung). Fast alle Patienten, die ansprachen, wiesen erhöhte DLL3-Level im Tumor auf.

Von den 26 Patienten mit den höchsten DLL3-Leveln im Tumor sprachen 10 (39%) auf das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat an. Ihr medianes Gesamtüberleben lag bei 5,8 Monaten und die 1-Jahres-Überlebensrate betrug 32%. Innerhalb dieser Gruppe hatten 12 Patienten Rova-T als Drittlinientherapie erhalten, auch sie sprachen gut auf die Substanz an (50% bestätigtes objektives Ansprechen).

Die häufigsten schwerwiegenden therapieassoziierten Nebenwirkungen waren Pleuraergüsse, Thrombozytopenie und Hautreaktionen. Die unerwünschten Ereignisse waren medikamentös kontrollierbar oder bildeten sich ohne Intervention zurück.

Diese Ergebnisse sollen jetzt in einer einarmigen Phase-II-Studie bestätigt werden, die Anfang dieses Jahres aufgelegt wurde. Eingeschlossen werden DLL3-positive SCLC-Patienten, deren Krankheit sich trotz mindestens zwei vorangegangener Therapien verschlechtert hat. Weitere Studien werden Rovalpituzumab tesirine in der Erstlinientherapie die SCLC untersuchen sowie bei anderen DLL3-exprimierenden neuroendokrinen Tumoren.

(red)

Literatur:

(1) Rudin CM et al. ASCO 2016; LBA8505.


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