Sonntag, 26. Mai 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. April 2017 Zweitlinientherapie des NSCLC: Ramucirumab plus Docetaxel verlängert Überleben

Der VEGF-Hemmer Ramucirumab verlängerte in Kombination mit Docetaxel bei Patienten mit fortgeschrittenem Platin-refraktären nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) in einer explorativen Auswertung der REVEL-Studie unabhängig von der Histologie das progressionsfreie Überleben (PFS) signifikant.
Anzeige:
Ramucirumab ist ein humaner IgG1-Antikörper, der die Bindung von VEGF an den VEGF2-Rezeptor und somit nachgeschaltete Signalwege hemmt. In der Folge wird die Neubildung von Blutgefäßen zur Versorgung des Tumors mit Nährstoffen unterdrückt. Der VEGF-Inhibitor ist seit Januar 2016 zur Behandlung von Erwachsenen mit fortgeschrittenem NSCLC bei Progress nach oder unter Platin-haltiger Chemotherapie zugelassen. Die Zulassung basierte vor allem auf den positiven Ergebnissen der Phase-III-Studie REVEL.

In die internationale doppelblinde Phase-III-Studie waren NSCLC-Patienten mit Platten- oder Nicht-Platten-epithelhistologie nach einer Platin-haltigen Chemotherapie aufgenommen worden. Sie wurden randomisiert mit Docetaxel (75 mg/m² alle 3 Wochen) plus Placebo (n=625) oder Docetaxel plus Ramucirumab (10 mg/kg alle 3 Wochen) (n=628) behandelt. In der Ramucirumab-Gruppe wurde ein signifikant längeres Gesamtüberleben (OS) von 10,5 Monaten erreicht im Vergleich zu 9,1 Monaten im Kontrollarm (HR=0,86; p=0,023) (Abb. 1). Der Effekt war von der Histologie unabhängig. Auch Patienten, die zuvor mit dem Angiogenesehemmer Bevacizumab behandelt worden waren, sprachen auf Ramucirumab an.
 
Abb. 1: REVEL-Studie: Medianes Gesamtüberleben in der ITT-Population (2).
Abb. 1: REVEL-Studie: Medianes Gesamtüberleben in der ITT-Population (2).


Eine explorative Subgruppenanalyse der REVEL-Studie zeigte, dass 360 von 1.252 eingeschlossenen Patienten (29%) nicht auf die vorangegangene Platin-haltige Therapie angesprochen hatten. Bei diesen Patienten verlängerte die Ramucirumab-Kombination das PFS von 2,5 auf 4,0 Monate (HR=0,71; p=0,002), das OS wurde von 6,3 auf 8,3 Monate verlängert (HR=0,86; p=0,197).

Der VEGF-Hemmer ist aufgrund der vorliegenden Daten mit einer IB-Empfehlung in Kombination mit Docetaxel zur Zweitlinientherapie von Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC unabhängig von der Histologie in die aktuellen ESMO-Leitlinien aufgenommen worden (1).

Dr. Susanne Heinzl

Quelle: Pressegespräch „1 Jahr Cyramza®: Status quo in der NSCLC-Therapie“, DGP-Kongress, Stuttgart, 24.03.2017, Veranstalter: Lilly Oncology

Literatur:

(1) Novello S et al. Ann Oncol 2016;27(S.5):v1-v27.
(2) Garon EB et al. Lancet 2014;384:665-73.


Das könnte Sie auch interessieren

Große Jubiläumsaktion „Ich zieh‘ den Hut“

Große Jubiläumsaktion „Ich zieh‘ den Hut“
© Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.

„Hut ab“ oder „Chapeau“ - das sagen Menschen, um Wertschätzung und Anerkennung vor der Leistung Anderer auszudrücken. Am 25. Juni 2016 bietet die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) anlässlich ihres 40-jährigen Jubiläums an 40 Orten in Deutschland Mitbürgern die Möglichkeit, durch die Geste des „Hutziehens“ ein Zeichen der Solidarität mit an Krebs erkrankten Menschen zu setzen und das Engagement der ehrenamtlich...

70 Prozent der Deutschen fürchten Tumor, Engagement für Gesundheit wächst

70 Prozent der Deutschen fürchten Tumor, Engagement für Gesundheit wächst
© pressmaster / Fotolia.com

Sieben von zehn Menschen in Deutschland fürchten sich am meisten vor Krebs. Bei Erwachsenen zwischen 30 und 44 Jahren und Frauen ist die Angst besonders groß. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Studie der DAK-Gesundheit. Ein weiteres zentrales Ergebnis: Das Engagement für die eigene Gesundheit wächst. Immer mehr Menschen gehen zu Vorsorgeuntersuchungen und halten sich mit Sport und gesunder Ernährung fit.

Gebärmutterhalskrebs verhindern

Gebärmutterhalskrebs verhindern
© farland9 / Fotolia.com

Gebärmutterhalskrebs kann durch eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) ausgelöst werden. Papillomviren sind die häufigsten sexuell übertragenen Viren, mit denen sich rund 80 Prozent der Frauen in Deutschland im Laufe ihres Lebens infizieren. In der Regel erkennt das Immunsystem die Infektion, so dass diese meistens innerhalb von zirka 24 Monaten unbemerkt ausheilt. Ein Interview mit Prof. Dr. med. Gerd-Henrik Griesser, Facharzt für Pathologie in Köln,...

Wegweiser „Leben mit Krebs in Hessen“ hilft Betroffenen

Wegweiser „Leben mit Krebs in Hessen“ hilft Betroffenen
© Fotolia / fotomek

In Deutschland leiden aktuell 1,4 Millionen Menschen an Krebs und die Zahl der Neuerkrankungen steigt. In Hessen treten jährlich mehr als 35.000 neue Krebserkrankungen auf. Ermutigend ist, dass nach neuesten Studien die Rate der Langzeitüberlebenden ansteigt. Manche Krebsarten sind heute heilbar, andere können als chronische Erkrankung eingestuft werden. Auch die Chancen, mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung länger zu leben, sind in den letzten Jahren spürbar...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Zweitlinientherapie des NSCLC: Ramucirumab plus Docetaxel verlängert Überleben"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.