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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. April 2017 Zielgerichtete Therapie des NSCLC in Erst- und Zweitlinie

Mit Alectinib wurde vor kurzem ein weiterer ALK-Inhibitor bedingt zuge-lassen, der bei Crizotinib-vorbehandelten Patienten mit ALK-positiven nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinomen (NSCLC) eingesetzt werden kann.
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Anhand der heute bekannten Subgruppen können etwa 60% der Patienten mit einem NSCLC gezielt therapiert werden. 20% der Nicht-Plattenepithelkarzinome weisen ein molekulares Target auf, wie z.B. EGFR, ALK oder ROS1. Bei 30% der Tumoren liegt die PD-L1-Expression bei ≥ 50%, so dass sie firstline mit einem PD-1-Hemmer allein behandelt werden können. Versagt die Erstlinien-Immuntherapie, dann erfolgt der Wechsel auf eine Erstlinien-Chemotherapie einschließlich Bevacizumab (Avastin®). „Bei Nicht-Plattenepithelkarzinomen und einer PD-L1-Expression < 50% ist die Behandlung mit dem Angiogenese-Inhibitor Bevacizumab Standard“, erläuterte Prof. Dr. Frank Griesinger, Oldenburg. In 3 Studien konnte mit Bevacizumab bei Patienten mit Adenokarzinomen ein medianes Gesamtüberleben von 14-15 Monaten erreicht werden. Bevorzugte Kombinationspartner sind Taxane.

Bei etwa 5% der fortgeschrittenen NSCLC finden sich Fusionen des ALK-Gens. „Das ALK-Gen codiert für die anaplastische Lymphomkinase (ALK)“, erklärte Dr. Claus Schneider, DRK-Manniske-Krankenhaus, Bad Frankenhausen. Durch eine chromosomale Translokation wird das Gen dauerhaft aktiviert und führt zum ungehemmten Zellwachstum. ALK-positive Bronchialkarzinome sind häufiger bei Adenomhistologie, in jüngerem Alter (50-55 Jahre), bei Nicht- und Nierauchern, bei Patienten ohne EGFR- und ohne KRAS-Mutationen sowie bei Frauen.

Der ALK-Hemmer Alectinib (Alecensa®) ist seit 16. Februar 2017 zur Behandlung von ALK-positivem NSCLC nach Crizotinib-Vorbehandlung bedingt zugelassen. Wirksamkeit und Verträglichkeit wurden in den 2 Phase-II-Studien – NP28673 (weltweit) (1) und NP28761 (Nordamerika) (2) – untersucht. Insgesamt wurden ein progressionsfreies Überleben von 9 Monaten und ein Gesamt-überleben von 26 Monaten erreicht. Die Gesamtansprechrate in den gepoolten Daten beider Studien lag bei 51%, das Ansprechen erfolgte in der Regel sehr rasch und hielt 14,9 Monate an. Messbare ZNS-Metastasen zeigten bei 64% ein Ansprechen. Bei 22 Patienten sprachen die ZNS-Metastasen komplett an (3). Alectinib hat zwar ein breites Spektrum von unerwünschten Wirkungen, sie waren jedoch meist von Schweregrad 1 und 2, so dass Dosisreduktionen und Therapieabbrüche selten erforderlich waren.

Dr. Susanne Heinzl

Quelle: Satellitensymposium „Der Einfluss von Treibermutationen auf die Therapieentscheidung beim NSCLC“, DGP-Kongress, Stuttgart, 23.03.2017; Veranstalter: Roche Pharma AG

Literatur:

(1) Ou SHI et al. J Clin Oncol 2016; 34: 661-68.
(2) Shaw AT et al. Lancet Oncol 2016;17:234-42.
(3) Gadgeel SH et al. J Clin Oncol 2016;34:4079-85.


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