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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Oktober 2017 Verbesserte Therapieoptionen beim Pleuramesotheliom

Mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von unter 5% haben Patienten mit malignem Pleuramesotheliom (MPM) eine sehr schlechte Prognose und nur wenige Behandlungsoptionen. Als neue Therapiechance kristallisiert sich die Checkpoint-Blockade heraus.
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In der Erstlinientherapie von Patienten mit inoperablem MPM kommt in der Regel eine Platin/Pemetrexed-Doublette zum Einsatz. „Bislang gibt es jedoch keine Standardtherapie in der zweiten Linie und kaum Studien, die uns nach Versagen der Platin-basierten Therapie weiterhelfen“, erklärte Prof. Dr. Solange Peters, Lausanne. Als vielversprechend wertete sie daher die Daten der französischen Studie MAPS-2, in der der PD-1-Blocker Nivolumab (Opdivo®) allein oder in Kombination mit Ipilimumab (Yervoy®) über maximal 2 Jahre als Zweit- und Drittlinientherapie inoperabler MPM-Patienten geprüft wurde (1).

Beim primären Endpunkt „Tumorkontrolle nach 12 Wochen“ lagen die Raten deutlich über den Erwartungen, berichtete Peters: Unter der Nivolumab-Monotherapie betrug sie 44,4%, unter der Kombination sogar 50%. Objektive Remissionen wurden bei 18,5% der nur mit Nivolumab und 25,9% der kombiniert behandelten Patienten eingeleitet. Patienten im Nivolumab-Arm hatten ein Gesamtüberleben von median 10,4 Monaten; im Kombinationsarm ist der Median noch nicht erreicht. Erwartungsgemäß war die Toxizität der Kombination höher als die der Nivolumab-Monotherapie. Unerwartete Sicherheitssignale wurden jedoch laut Peters nicht dokumentiert. Eine weitere Phase-II-Studie ist NivoMes, die die Nivolumab-Monotherapie bei vorbehandelten MPM-Patienten evaluierte (2). Mit einer Tumorkontrollrate von mindestens 40% nach 12 Wochen erreichte sie ebenfalls ihren primären Endpunkt. Remissionen wurden unabhängig vom PD-L1-Status induziert, berichtete Peters. In der Phase-III-Studie CheckMate-743 wird die Kombination Nivolumab/Ipilimumab derzeit in der Erstlinientherapie des MPM geprüft. Kontroll-Patienten erhalten die Standardtherapie mit Platin/Pemetrexed. Primäre Endpunkte sind progressionsfreies und Gesamtüberleben. Für die im Herbst 2016 gestartete Studie sollen insgesamt 600 Patienten rekrutiert werden. Zwei Phase-II-Studien untersuchen außerdem Kombinationen der Checkpoint-Blocker Durvalumab bzw. Pembrolizumab mit dem Cisplatin/Pemetrexed-Regime als Erstlinientherapie.

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Quelle: Symposium „Clinical Considerations in Lung and Head & Neck Cancers: Where Are We Now and Where Are We Going”, ESMO, 09.09.2017, Madrid; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb

Literatur:

(1) Scherpereel A et al. ASCO 2017; Abstr. LBA8507.
(2) Baas P et al. WCLC 2016; Abstr. OA13.01.


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