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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

04. November 2016 Urothelkarzinom: Langfristiger Vorteil durch Atezolizumab

Eine aktuelle Analyse der Phase-II-Studie IMvigor 210 beim metastasierten Urothelkarzinom (mUC) zeigt nach einem medianen Follow-up von 17,4 Monaten ein andauerndes Ansprechen bei 71% der Patienten, die zuvor auf eine Therapie mit dem gegen den programmed death(PD)-L1 gerichteten Antikörper Atezolizumab ansprachen.
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Fachinformation
Die Prognose von mUC-Patienten ist mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von 5% äußerst schlecht, erklärte Prof. Dr. Axel Merseburger, Lübeck. Einer der Gründe hierfür ist, dass für Patienten im fortgeschrittenen Stadium kaum Therapieoptionen zur Verfügung stehen.

Als erster Antikörper der nächsten Generation von Checkpoint-Inhibitoren blockiert der gegen PD-L1 gerichtete Antikörper Atezolizumab die Interaktion von PD-L1 mit den auf T-Zellen befindlichen Rezeptoren B7.1 und PD-1. Damit unterscheidet er sich von anderen Substanzen, die nur einen der beiden Signalwege hemmen. In der Phase-II-Studie IMvigor 210 erreichte Atezolizumab in der Erstlinie bei Patienten, die für eine Cisplatin-basierte Chemotherapie nicht geeignet waren (Kohorte 1; n=119), eine objektive Ansprechrate von 24% (davon 7% Komplettremissionen) (1). Die mediane Dauer des Ansprechens war zum Zeitpunkt des Daten-cut-offs noch nicht erreicht (medianes Follow-up: 14,4 Monate). Das mediane Gesamtüberleben betrug 14,8 Monate. In die 2. Kohorte (n=310) waren Patienten eingeschlossen, die bereits eine Platin-basierte Chemotherapie erhalten hatten (2, 3). Nach einem medianen Follow-up von 11,7 Monaten erreichten 15% der Patienten ein von der Höhe der PD-L1-Expression unabhängiges, objektives Ansprechen (95%-KI: 11-20; p=0,0058). Unerwünschte Ereignisse von Grad 3/4 traten bei 16% der Patienten auf. Eine weitere Analyse nach einem medianen Follow-up von 17,5 Monaten zeigte bei 71% der Patienten weiterhin ein Tumoransprechen (3). „Die Daten weisen darauf hin, dass Patienten langfristig auf die Therapie ansprechen“, lautete das Fazit von Dr. Günter Niegisch, Düsseldorf.

(ma)

Quelle: Satellitensymposium „Krebsimmuntherapie: Neue Option bei urogenitalen Tumoren“, DGU-Kongress, 30.09.2016, Leipzig; Veranstalter: Roche

Literatur:

(1) Balar AV et al. J Clin Oncol 2016;34(Suppl.): Abstr. LBA4500.
(2) Dreicer R et al. J Clin Oncol 2016;34(Suppl.): Abstr. 4515.
(3) Rosenberg JE et al. Lancet 2016; 387(10031): 909-20.


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