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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

06. Dezember 2016 Supportivtherapie tragende Säule jeder Tumortherapie

Zur Osteoprotektion und als fester Bestandteil jeder Tumortherapie würden die Leitlinien zur Supportivtherapie immer noch nicht ausreichend umgesetzt, sagte Prof. Dr. Hartmut Link, Kaiserslautern. „Bei den ersten beiden Terminen einer Tumortherapie wird über die Therapie geredet – und bei den nächsten 8 Terminen über Nebenwirkungen. Die Supportivtherapie ist eine tragende Säule zum Erhalt der Lebensqualität des Patienten unter Therapie.“
Eine antiresorptive Therapie bei Knochenmetastasen soll Komplikationen verzögern oder möglichst verhindern; dabei hat sich der RANKL-Inhibitor Denosumab gegenüber Zoledronsäure bezüglich der Zeit bis zum ersten skeletal related event (SRE) (1) und bis zur Schmerzprogression (2) überlegen gezeigt. Eine retrospektive Analyse bei Patienten mit Prostata-, Urothel- oder Nierenzellkarzinom und Knochenmetastasen, die Zoledronsäure erhielten, hat gezeigt, dass sich die Nierenfunktion derjenigen, die auf Denosumab umgestellt wurden, innerhalb von 3 Monaten signifikant verbesserte (Kreatinin-Clearance: 40,9 vs. 47,5 ml/min) (3).

Für die Neutropenieprophylaxe gelte es ebenfalls, die Leitlinien einzuhalten, um das Risiko febriler Neutropenien (FN) gering zu halten. „Das Risiko muss vor jedem Chemotherapiezyklus neu beurteilt werden und bei > 20% FN-Wahrscheinlichkeit muss eine G-CSF-Prophylaxe z.B. mit Pegfilgrastim erfolgen“, sagte Link. „Eine von uns durchgeführte Umfrage bei Patienten mit Lungen- oder Mammakarzinom (4) hat gezeigt, dass im Vergleich zu dem Jahr 2012 die EORTC-Leitlinie bei Lungenkarzinompatienten mit hohem FN-Risiko zwar deutlich besser eingehalten wird (47,8% in 2015 vs. 15,4% in 2012), dass im Umkehrschluss aber immer noch bei 52,2% der Patienten der Standard nicht erfüllt werde, sagte Link. Ganz anders sei die Situation beim Mammakarzinom, hier würden wie in 2012 auch in 2015 über 85% der Patientinnen, die ein Chemotherapie-Regime mit hohem FN-Risiko erhalten, leitliniengerecht behandelt. „Die Einhaltung der Prophylaxe-Empfehlungen ist gegenüber 2012 zwar deutlich besser geworden, doch gerade beim Lungenkarzinom zeigt sich ein Optimierungsbedarf“, schloss Link.

(ab)

Quelle: Media-Dialog „Bereit für die Zukunft; Hämatologie & Onkologie“, DGHO-Kongress, 14.10.2016, Leipzig; Veranstalter: Amgen

Literatur:

(1) Lipton A et al. Eur J Cancer 2012;48:3082-92.
(2) Cleeland CS et al. Ann Oncol 2010,21(Suppl 15):viii379 (#1248P).
(3) Yamasaki M et al. Int J Clin Oncol 2016: doi: 10.1007/s10147-016-1019-4.
(4) Link H et al. SCC 2016, P9482.


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