Samstag, 28. März 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

23. April 2019 Supportivtherapie bei Krebspatienten: Effektive SRE-Prävention mit Denosumab

Die Osteoonkologie spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Krebspatienten. „Der Anti-RANK-Ligand-Antikörper Denosumab ist im Vergleich zu den etablierten Therapien mit Bisphosphonaten bei Patienten mit ossären Metastasen nicht nur wirksamer, sondern zudem besser verträglich und leichter zu applizieren“, sagte Prof. Dr. Ingo Diel, Mannheim.
Anzeige:
Fachinformation
Bei Patienten mit ossären Metastasen schränken skelettale Komplikationen (SRE) wie Knochenbrüche, spinale Kompressionssyndrome und Knochenschmerz nicht nur die Lebensqualität erheblich ein, sondern beeinflussen auch die Mortalität. Bei Brustkrebs-Patientinnen mit Knochenmetastasen, aber ohne SRE ist das mediane Gesamtüberleben deutlich besser im Vergleich zu Patientinnen, die Knochenmetastasen und SRE entwickelt haben (16 Monate vs. 7 Monate) (1). Zudem verlängern SRE die Zeit des stationären Aufenthalts von Brustkrebs-Patientinnen mit Knochenmetastasen von durchschnittlich 24 Tagen auf 40 Tage (2). Für Patienten mit Knochenmetastasen sei das primäre Ziel die Reduktion der Morbidität. „Die Osteoprotektion trägt ganz erheblich zur Verlängerung der symptomfreien Zeit bei“, so Diel.

Ähnlich verhält es sich mit dem Hyperkalzämiesyndrom, das früher 10-20% aller Karzinom-Patienten entwickelten. Nach Einführung und flächendeckendem Einsatz der Osteoprotektiva konnte die Häufigkeit auf 2-3% gesenkt werden. Mit Ibandronat lassen sich die Kalziumwerte bei tumorinduzierter Hyperkalzämie (HCM) innerhalb weniger Tage normalisieren. Auch der Knochenschmerz kann sehr gut durch die ältere Substanzklasse der Bisphosphonate gesenkt werden, mit Ibandronat im Vergleich zu Placebo um ca. 25% (3). Mit dem Antikörper Denosumab (XGEVA®) lässt sich noch mehr erreichen: Im Vergleich zu Zoledronat hatten mit dem Antikörper Denosumab weniger Patienten eine HCM (2,7% vs. 1,7%) und es traten weniger HCM-Ereignisse auf (102 vs. 48) (4). Der Zeitraum bis zur Verschlechterung des Knochenschmerzes bei Mammakarzinom-Patientinnen von keinen oder nur milden Schmerzen zu moderaten oder starken Schmerzen konnte mit Denosumab gegenüber Zoledronat um 4 Monate verlängert werden (5).

Bei Patientinnen mit ossär metastasiertem Mammakarzinom verlängerte Denosumab den Zeitraum bis zur ersten SRE im Vergleich zu Zoledronat signifikant (nicht erreicht vs. 26,4 Monate; HR=0,82; 95%-KI: 0,71-0,95; p<0,01) (6). Zudem war die SRE-Anzahl mit Denosumab signifikant geringer als mit Zoledronat (474 vs. 608).

Das Risiko, innerhalb von 2 Jahren ein SRE zu entwickeln, liegt für Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs und Knochenmetastasen ohne Osteoprotektiva bei 64% (7). Mit Pamidronat konnte das Risiko um gut ein Drittel gesenkt (43%) (7) und mit Zoledronat um weitere 20% auf 34% reduziert werden (8). Mit Denosumab beträgt das Risiko nur noch 27% (6). „Darin zeigt sich der Vorteil einer modernen Therapie gegenüber einer alten, etablierten Therapie“, meinte Diel. Außerdem sei der Antikörper im Vergleich zu Bisphosphonaten leichter zu applizieren (s.c. statt i.v.) und besser verträglich.

um

Quelle: Fachpresse-Workshop „Osteo-Onkologie – ein wichtiger Teil der Supportivtherapie bei Krebspatienten“, 15.03.2019, AGSMO-Jahreskongress, Berlin; Veranstalter: POMME-med

Literatur:

(1) Yong M et al. Breast Cancer Res Treat 2011;129(2):495-503.
(2) Oglesby A et al. ISPOR, Athen 2008; Posterpräsentation.
(3) Body JJ et al. Ann Oncol 2003;14:1399.
(4) Diel IJ et al. Eur J Cancer 2015;51:1467-75.
(5) Cleeland CS et al. Cancer 2013;119(4):832-8.
(6) Stopeck AT et al. J Clin Oncol 2010;28:5132-9.
(7) Lipton A et al. Cancer 2000;88(12 Suppl): 3033-7.
(8) Rosen LS et al. Cancer 2003;100:36-43.


Das könnte Sie auch interessieren

Brustkrebs: Was leisten Prognosetests? Unnötige Chemotherapien vermeiden

Durch die Möglichkeit, Tumore genetisch zu analysieren, hat sich die Krebstherapie gewandelt. Während früher alle Patienten quasi die gleiche Behandlung wie nach dem „Gießkannenprinzip“ erhielten, steht nun zunehmend der einzelne Patient mit seinen individuellen Tumoreigenschaften im Fokus. Bei Frauen mit Brustkrebs hat diese Entwicklung zu sogenannten Prognosetests geführt, die eine Vorhersage über den Nutzen einer Chemotherapie erlauben,...

Sächsische Krebsgesellschaft e.V.: „Aktiv gegen Krebs“

Das Vermitteln von Wissen zum Thema Krebs versteht die Sächsische Krebsgesellschaft e.V. (SKG) als ihre vordringlichste Aufgabe. Das betrifft das Wissen der Betroffenen, also der an Krebs erkrankten Menschen, die sich in allen
Fragen rund um ihre Erkrankung an die SKG wenden können, wie auch das Wissen der Bevölkerung. "Wir wollen vermitteln, dass man mit Krebs leben kann", erklärt Professor Dr. Ursula Froster, Vorstandsvorsitzende der SKG.

Bayern gegen Leukämie – Gemeinsamer landesweiter Aktionstag für Typisierung am 25. Mai 2018

Bayern gegen Leukämie – Gemeinsamer landesweiter Aktionstag für Typisierung am 25. Mai 2018
© RFBSIP / Fotolia.com

Jedes Jahr erkranken in Deutschland laut Robert Koch-Institut Berlin rund 11.000 Menschen neu an Leukämie. Mit einer Stammzellspende können sie gerettet werden, jedoch gibt es für jeden zehnten Patienten noch immer keinen passenden Spender. Deshalb sind am 25. Mai alle Bayern aufgerufen, sich als Stammzellspender gegen Leukämie typisieren zu lassen. Die DAK-Gesundheit in Bayern unterstützt gemeinsam mit zahlreichen Partnern die nach Angaben der Stiftung Aktion...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Supportivtherapie bei Krebspatienten: Effektive SRE-Prävention mit Denosumab"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden