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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

23. April 2019 Supportivtherapie bei Krebspatienten: Effektive SRE-Prävention mit Denosumab

Die Osteoonkologie spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Krebspatienten. „Der Anti-RANK-Ligand-Antikörper Denosumab ist im Vergleich zu den etablierten Therapien mit Bisphosphonaten bei Patienten mit ossären Metastasen nicht nur wirksamer, sondern zudem besser verträglich und leichter zu applizieren“, sagte Prof. Dr. Ingo Diel, Mannheim.
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Bei Patienten mit ossären Metastasen schränken skelettale Komplikationen (SRE) wie Knochenbrüche, spinale Kompressionssyndrome und Knochenschmerz nicht nur die Lebensqualität erheblich ein, sondern beeinflussen auch die Mortalität. Bei Brustkrebs-Patientinnen mit Knochenmetastasen, aber ohne SRE ist das mediane Gesamtüberleben deutlich besser im Vergleich zu Patientinnen, die Knochenmetastasen und SRE entwickelt haben (16 Monate vs. 7 Monate) (1). Zudem verlängern SRE die Zeit des stationären Aufenthalts von Brustkrebs-Patientinnen mit Knochenmetastasen von durchschnittlich 24 Tagen auf 40 Tage (2). Für Patienten mit Knochenmetastasen sei das primäre Ziel die Reduktion der Morbidität. „Die Osteoprotektion trägt ganz erheblich zur Verlängerung der symptomfreien Zeit bei“, so Diel.

Ähnlich verhält es sich mit dem Hyperkalzämiesyndrom, das früher 10-20% aller Karzinom-Patienten entwickelten. Nach Einführung und flächendeckendem Einsatz der Osteoprotektiva konnte die Häufigkeit auf 2-3% gesenkt werden. Mit Ibandronat lassen sich die Kalziumwerte bei tumorinduzierter Hyperkalzämie (HCM) innerhalb weniger Tage normalisieren. Auch der Knochenschmerz kann sehr gut durch die ältere Substanzklasse der Bisphosphonate gesenkt werden, mit Ibandronat im Vergleich zu Placebo um ca. 25% (3). Mit dem Antikörper Denosumab (XGEVA®) lässt sich noch mehr erreichen: Im Vergleich zu Zoledronat hatten mit dem Antikörper Denosumab weniger Patienten eine HCM (2,7% vs. 1,7%) und es traten weniger HCM-Ereignisse auf (102 vs. 48) (4). Der Zeitraum bis zur Verschlechterung des Knochenschmerzes bei Mammakarzinom-Patientinnen von keinen oder nur milden Schmerzen zu moderaten oder starken Schmerzen konnte mit Denosumab gegenüber Zoledronat um 4 Monate verlängert werden (5).

Bei Patientinnen mit ossär metastasiertem Mammakarzinom verlängerte Denosumab den Zeitraum bis zur ersten SRE im Vergleich zu Zoledronat signifikant (nicht erreicht vs. 26,4 Monate; HR=0,82; 95%-KI: 0,71-0,95; p<0,01) (6). Zudem war die SRE-Anzahl mit Denosumab signifikant geringer als mit Zoledronat (474 vs. 608).

Das Risiko, innerhalb von 2 Jahren ein SRE zu entwickeln, liegt für Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs und Knochenmetastasen ohne Osteoprotektiva bei 64% (7). Mit Pamidronat konnte das Risiko um gut ein Drittel gesenkt (43%) (7) und mit Zoledronat um weitere 20% auf 34% reduziert werden (8). Mit Denosumab beträgt das Risiko nur noch 27% (6). „Darin zeigt sich der Vorteil einer modernen Therapie gegenüber einer alten, etablierten Therapie“, meinte Diel. Außerdem sei der Antikörper im Vergleich zu Bisphosphonaten leichter zu applizieren (s.c. statt i.v.) und besser verträglich.

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Quelle: Fachpresse-Workshop „Osteo-Onkologie – ein wichtiger Teil der Supportivtherapie bei Krebspatienten“, 15.03.2019, AGSMO-Jahreskongress, Berlin; Veranstalter: POMME-med

Literatur:

(1) Yong M et al. Breast Cancer Res Treat 2011;129(2):495-503.
(2) Oglesby A et al. ISPOR, Athen 2008; Posterpräsentation.
(3) Body JJ et al. Ann Oncol 2003;14:1399.
(4) Diel IJ et al. Eur J Cancer 2015;51:1467-75.
(5) Cleeland CS et al. Cancer 2013;119(4):832-8.
(6) Stopeck AT et al. J Clin Oncol 2010;28:5132-9.
(7) Lipton A et al. Cancer 2000;88(12 Suppl): 3033-7.
(8) Rosen LS et al. Cancer 2003;100:36-43.


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