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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

08. September 2017 SIRT verlängert Überleben von Patienten mit metastasiertem rechsseitigen Kolonkarzinom

Eine Post-hoc-Analyse der Daten von 739 Darmkrebs-Patienten mit Lebermetastasen aus den Studien SIRFLOX und FOXFIRE Global weist darauf hin, dass eine Radioembolisation mit Yttrium-90 SIR-Spheres® (Harz-Mikrosphären) in Kombination mit mFOLFOX6 bei jenen Patienten mit rechtsseitigem Kolonkarzinom das mediane Überleben (mOS) signifikant und klinisch relevant um 4,9 Monate verlängert im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie. Das Mortalitätsrisiko sinkt um 36%. Eine gepoolte Analyse der Studien SIRFLOX, FOXFIRE Global und FOXFIRE, die auf dem ASCO 2017 vorgestellt wurde, hatte unabhängig von der Primärtumorlokalisation keinen Überlebensvorteil durch die Addition von selektiver interner Radiotherapie (SIRT) zeigen können.
In den 3 randomisierten Studien SIRFLOX, FOXFIRE Global und FOXFIRE waren insgesamt 1.103 Patienten mit kolorektalem Karzinom, das ausschließlich oder hauptsächlich in die Leber metastasiert hat, eingeschlossen. 549 erhielten eine alleinige Chemotherapie mit mFOLFOX6, 554 die Chemotherapie plus SIRT. Das Gesamtüberleben in beiden Gruppen unterschied sich nicht signifikant (HR=1,04; 95%-KI: 0,90-1,19; p=0,609). Patienten, die Chemotherapie plus SIRT erhalten hatten, erhielten nach SIRT weniger häufig eine systemische Therapie und Bevacizumab. In der Kombinationstherapie-Gruppe war der erste radiologische Progress innerhalb der Leber signifikant verzögert (HR=0,51; 95%-KI: 0,43-0,62; p<0,001), berichtete Dr. Harpreet S. Wasan, London.

Überraschenderweise profitierten nach einer Subgruppenanalyse aber Patienten mit rechtsseitigem Kolonkarzinom (n=179) deutlich von der Hinzunahme von SIRT im Gegensatz zu Patienten mit einem linksseitigen Kolonkarzinom (n=540). Auch das mOS war signifikant verlängert durch die Addition von SIRT zu einer Firstline-Therapie mit mFOLFOX6 (22,0 vs. 17,1 Monate; HR=0,64; 95%-KI: 0,46-0,89; p=0,007), sagte Prof. Dr. Guy van Hazel, Perth/Australien. Patienten mit einem Tumor im linken Kolon hatten keinen Vorteil durch die Addition von SIRT zur Chemotherapie in Bezug auf das Überleben. Der Grund für das unterschiedliche Ansprechen auf SIRT plus Chemotherapie sind vermutlich Unterschiede in Tumorbiologie in Abhängigkeit von der Tumorlokalisation, sagte Wasan. Tumoren im rechten Kolon sprechen generell schlechter auf Chemotherapie an, und möglicherweise ist der Effekt der Radiotherapie in diesen Fällen ausgeprägter.

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Quelle: Pressekonferenz „Overall survival analysis of The FOXFIRE-SIRFLOX-FOXFIRE Global prospective randomized studies of SIRT in patients with liver metastases from colorectal cancer“ im Rahmen des WCGI; 30.6.2017, Barcelona; Veranstalter: Sirtex


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