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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

19. April 2018 SCLC: Bereits frühzeitig die Chancen der Immuntherapie nutzen

Beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom bereits als Standard etabliert, bietet die immunonkologische Therapie jetzt auch für Patienten mit kleinzelligem Lungenkarzinom (SCLC) neue Perspektiven.
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Jährlich wird bei bis zu 8.000 Bundesbürgern ein SCLC diagnostiziert, bei rund 70% ist der Tumor bereits fortgeschritten. „In diesem Stadium ist die Prognose der Betroffenen mit einem medianen Gesamtüberleben (OS) von 9-12 Monaten schlecht“, erinnerte Dr. Claas Wesseler, Hamburg. Letzte Neuerung war vor rund 10 Jahren die Einführung von Topotecan als Zweitlinientherapie.

Vielversprechende Daten liefert seit kurzem die immunonkologische Therapie: Das zeigt die Phase-I/II-Studie CheckMate-032, die Nivolumab (Opdivo®) als Monotherapie oder in Kombination mit Ipilimumab (Yervoy®) bei mit 1-2 Platin-haltigen Regimen vorbehandelten SCLC-Patienten mit „extensive disease“ prüfte (1). Die 1-Jahres-OS-Raten liegen in der nicht-randomisierten Patientenkohorte unter der Monotherapie bei 27%, mit der Kombination bei 40%. Die 2-Jahres-OS-Raten betragen 14% bzw. 26%. Wesseler wies darauf hin, dass sich bei den Überlebenskurven nach 2 Jahren das für die Immuntherapie charakteristische Plateau abzeichnet, das auf -einen dauerhaften Effekt der immunonkologischen Therapie hinweise.

In der randomisierten Kohorte des Phase-II-Teils der Studie sprachen 12% der Patienten auf Nivolumab mono, 21% auf die Nivolumab/Ipilimumab-Kombination an. Remissionen wurden unabhängig von Platin-Sensitivität in der Vortherapie, Therapielinie und PD-L1-Status beobachtet. Letzteres kann laut Wesseler mit der Tatsache erklärt werden, dass SCLC vielfach kein PD-L1 exprimieren. Möglicherweise kann künftig die Tumormutationslast (TMB) als prädiktiver Biomarker genutzt werden: Laut einer exploratorischen Analyse der Studie CheckMate-032 sprachen 21% der Patienten mit hoher TMB auf die Nivolumab-Monotherapie an. Bei den kombiniert behandelten Patienten war die Ansprechrate mit 46% noch deutlich höher. Ähnliches gilt für die 1-Jahres-Überlebensrate mit 35% unter Nivolumab mono und 62% unter der Kombination. Wesseler betonte jedoch, dass diese Daten anhand kleiner Patientenkollektive gewonnen wurden und weiter bestätigt werden müssen.

Die Therapie mit Nivolumab+/-Ipilimumab wird derzeit in 2 Phase-III-Studien weiter geprüft. So vergleicht die bereits geschlossene Studie CheckMate-331 Nivolumab mit dem derzeitigen Zweitlinienstandard Topotecan. CheckMate-451 ist eine dreiarmige Studie, in der Patienten nach Chemotherapie zu einer Erhaltung mit Nivolumab mono oder Nivolumab/Ipilimumab oder zu Placebo randomisiert werden.

Dr. Katharina Arnheim

Quelle: Symposium „PD-(L)1-Inhibitoren und Kombinationen in der thorakalen Onkologie – die richtige Therapie für den richtigen Patienten“, DGP, 16.03.2018, Dresden; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb

Literatur:

(1) Hellmann MD et al. ASCO 2017, Abstr. 8503.


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