Donnerstag, 23. Mai 2019
Navigation öffnen

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

23. April 2019 Real-world-Daten sprechen für TKI-Sequenz beim EGFR-mutierten NSCLC

Beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) mit EGFR-Mutation werden in der Erstlinie EGFR-Tyrosinkinasehemmer (TKIs) der ersten und zweiten Generation empfohlen (1). Die Evidenz für eine Sequenz beginnend mit dem Zweitgenerations-TKI Afatinib (Giotrif®) wächst.
„Mit der Erstlinientherapie beeinflussen wir die Optionen der Zukunft“, erklärte Prof. Dr. Thomas Wehler, Hamm. Während Rezidive unter der Therapie mit Erst- und Zweitgenerations-EGFR-TKI zu etwa 60% eine T790M-Mutation aufweisen und mit dem Drittgenerations-TKI Osimertinib behandelbar sind, zeigen Rezidive unter Osimertinib-Erstlinientherapie zu 60% Mutationen, die bislang nicht gezielt behandelt werden können. Seiner Einschätzung nach ist es daher günstiger, die EGFR-gerichtete Therapie mit einem Erst- oder Zweitgenerations-TKI zu beginnen. Der Zweitgenerations-TKI Afatinib wird von der aktuellen Leitlinie bei EGFR-mutierten NSCLC allgemein und bevorzugt auch bei seltenen EGFR-Tumormutationen der Gruppe 1 (E19, E21) empfohlen (1).

Die globale Real-world-Studie GioTag untersuchte retrospektiv den Einfluss der Therapiesequenz auf den Behandlungsverlauf. 204 Patienten mit einem EGFR-mutierten NSCLC erhielten nach Afatinib in der Erstlinie den Drittgenerations-EGFR-TKI Osimertinib, nachdem sie ein T790M-positives Rezidiv entwickelt hatten (2). Mit dieser TKI-Sequenz konnte eine mediane chemotherapiefreie Behandlungsdauer von 27,6 Monaten beobachtet werden. Bei Patienten mit Del19-Mutation betrug die mediane TKI-Behandlungsdauer sogar 30,3 Monate. Die Überlebenswahrscheinlichkeit nach 2 Jahren lag bei 79%. Die Daten stützen die Ergebnisse der Post-hoc-Analyse der LUX-Lung 3, 6 und 7-Studien: Dort betrug die Überlebenswahrscheinlichkeit mit der Sequenz Afatinib in der Erstlinie gefolgt von Osimertinib in der Zweitlinie nach 4 Jahren 80% (3). Diese Ergebnisse müssen nun prospektiv überprüft werden.

Friederike Klein

Quelle: Symposium „Lassen Sie uns überLEBEN reden“, DGP, 15.03.2019, München; Veranstalter: Boehringer

Literatur:

(1) S3-Leitlinie Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms, Langversion 1.0 – Februar 2018 AWMF-Registernummer: 020/007OL.
(2) Hochmair MJ et al. Future Oncol 2018;14(27): 2861-74.
(3) Sequist LV et al. ESMO 2017; Abstract 1349P.


Das könnte Sie auch interessieren

Seltene Krebsarten – Stiefkind der Krebsforschung?

Seltene Krebsarten – Stiefkind der Krebsforschung?
© Darren Baker / Fotolia.com

Eine seltene Krebsart bringt nicht nur Patienten, sondern auch Ärzte an ihre Grenzen. Dabei sind seltene Krebsarten gar nicht so selten wie die Bezeichnung vermuten lässt. Rund 100.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr an einer solchen Krebserkrankung. Im aktuellen Monatsthema stellt das ONKO-Internetportal die wichtigsten seltenen Krebsarten, die damit verbundenen Herausforderungen bei der Therapie sowie Initiativen für betroffene Patienten vor.

Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren mit kombinierten Bluttests

Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren mit kombinierten Bluttests
© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

In Deutschland erkranken jährlich circa 9000 Menschen an Leberkrebs – und die Häufigkeit der Erkrankung nimmt deutlich zu. In den vergangenen 35 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen verdoppelt. Ein gängiges Verfahren zur Diagnose dieser Erkrankung ist die Ultraschalluntersuchung: Mithilfe der modernen Sonografie lässt sich gutartiges Gewebe sehr exakt von bösartigem unterscheiden. Wenn die Ultraschalldiagnostik mit speziellen Bluttests kombiniert wird,...

Dem hellen Hautkrebs keine Chance

Mit Einführung des gesetzlichen Hautkrebs-Screenings Mitte 2008 sind die Zahlen der diagnostizierten Fälle sprunghaft angestiegen: Pro Jahr wird hierzulande bei inzwischen rund 18.000 Menschen schwarzer und bei mehr als 140.000 Menschen heller Hautkrebs neu festgestellt. Nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft ist die Erkrankung "Hautkrebs"zwar für mehr als die Hälfte der Befragten ein besorgniserregendes Thema, doch...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Real-world-Daten sprechen für TKI-Sequenz beim EGFR-mutierten NSCLC"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.