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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

23. April 2019 Real-world-Daten sprechen für TKI-Sequenz beim EGFR-mutierten NSCLC

Beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) mit EGFR-Mutation werden in der Erstlinie EGFR-Tyrosinkinasehemmer (TKIs) der ersten und zweiten Generation empfohlen (1). Die Evidenz für eine Sequenz beginnend mit dem Zweitgenerations-TKI Afatinib (Giotrif®) wächst.
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„Mit der Erstlinientherapie beeinflussen wir die Optionen der Zukunft“, erklärte Prof. Dr. Thomas Wehler, Hamm. Während Rezidive unter der Therapie mit Erst- und Zweitgenerations-EGFR-TKI zu etwa 60% eine T790M-Mutation aufweisen und mit dem Drittgenerations-TKI Osimertinib behandelbar sind, zeigen Rezidive unter Osimertinib-Erstlinientherapie zu 60% Mutationen, die bislang nicht gezielt behandelt werden können. Seiner Einschätzung nach ist es daher günstiger, die EGFR-gerichtete Therapie mit einem Erst- oder Zweitgenerations-TKI zu beginnen. Der Zweitgenerations-TKI Afatinib wird von der aktuellen Leitlinie bei EGFR-mutierten NSCLC allgemein und bevorzugt auch bei seltenen EGFR-Tumormutationen der Gruppe 1 (E19, E21) empfohlen (1).

Die globale Real-world-Studie GioTag untersuchte retrospektiv den Einfluss der Therapiesequenz auf den Behandlungsverlauf. 204 Patienten mit einem EGFR-mutierten NSCLC erhielten nach Afatinib in der Erstlinie den Drittgenerations-EGFR-TKI Osimertinib, nachdem sie ein T790M-positives Rezidiv entwickelt hatten (2). Mit dieser TKI-Sequenz konnte eine mediane chemotherapiefreie Behandlungsdauer von 27,6 Monaten beobachtet werden. Bei Patienten mit Del19-Mutation betrug die mediane TKI-Behandlungsdauer sogar 30,3 Monate. Die Überlebenswahrscheinlichkeit nach 2 Jahren lag bei 79%. Die Daten stützen die Ergebnisse der Post-hoc-Analyse der LUX-Lung 3, 6 und 7-Studien: Dort betrug die Überlebenswahrscheinlichkeit mit der Sequenz Afatinib in der Erstlinie gefolgt von Osimertinib in der Zweitlinie nach 4 Jahren 80% (3). Diese Ergebnisse müssen nun prospektiv überprüft werden.

Friederike Klein

Quelle: Symposium „Lassen Sie uns überLEBEN reden“, DGP, 15.03.2019, München; Veranstalter: Boehringer

Literatur:

(1) S3-Leitlinie Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms, Langversion 1.0 – Februar 2018 AWMF-Registernummer: 020/007OL.
(2) Hochmair MJ et al. Future Oncol 2018;14(27): 2861-74.
(3) Sequist LV et al. ESMO 2017; Abstract 1349P.


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